Allgemein Open Source Sovereignty

Open Source als Staatspolitik: Was die EU-Strategie und der Ständeratsentscheid für IT-Entscheider bedeuten

12. Juni 2026

Innerhalb weniger Wochen fielen zwei politische Signale, die sich gegenseitig verstärken. Die Europäische Kommission veröffentlichte eine neue Open-Source-Strategie, die Open Source ins Zentrum der technologischen Souveränität der EU stellt. Wenige Tage später nahm der Schweizer Ständerat eine Motion für ein Impulsprogramm zur digitalen Souveränität an, mit 30 zu 7 Stimmen, entgegen der Empfehlung des Bundesrats. Beide nennen denselben Hebel: Open-Source-Technologie als Infrastruktur für souveräne, unabhängige digitale Staaten.

Für Schweizer Organisationen, die Technologie-Stacks und Cloud-Anbieter evaluieren, ist die Richtung jetzt eindeutig.

Was die EU-Strategie sagt

Die Open-Source-Strategie der Kommission verfolgt vier Ziele:

  1. Technologische Souveränität durch Open Source: Skalierung europäischer offener Alternativen zu nicht-europäischen proprietären Lösungen, einschliesslich digitaler Identitäts-Wallets und öffentlicher Dienste.
  2. Ökosystem-Entwicklung: Unterstützung von Startups, Aufbau von Stewardship-Frameworks, Schaffung eines Wartungsinstruments für kritische Open-Source-Projekte und Investitionen in Kompetenzen.
  3. Führungsrolle der öffentlichen Verwaltung: Entwicklung von Open-Source-Beschaffungsrichtlinien und Stärkung des Open Source Programme Office (OSPO) der Kommission.
  4. Standards und internationale Zusammenarbeit: Integration von Open-Source-Communities in die EU-Standardisierung.

Die Strategie verfolgt einen Gesamtlebenszyklus-Ansatz: von der Forschung bis zur langfristigen Wartung. Sie benennt explizit das Ziel, die Abhängigkeit von nicht-europäischen Technologien zu reduzieren und die europäische Kontrolle über «kritische digitale Infrastruktur, einschliesslich Software- und Hardwaresysteme» zu erhöhen.

Das ist kein abstraktes Strategiepapier. Es folgt auf die 180-Millionen-Euro-Beschaffung für souveräne Cloud-Dienste im April, bei der Open-Source-Technologie eine von acht bewerteten Souveränitätsdimensionen war. Open Source wird vom «Nice to have» zum Beschaffungskriterium.

Was der Ständerat entschieden hat

Am 10. Juni nahm der Ständerat die Motion 22.3221 von Heidi Z’graggen (Die Mitte, Uri) an. Die Motion fordert ein Impulsprogramm zur Stärkung der digitalen Souveränität der Schweiz. Konkret verlangt sie Anschubfinanzierung für Pilotprojekte in vier Bereichen:

  • Digitale Infrastruktur
  • Open-Source-Technologien
  • Cybersicherheit
  • Künstliche Intelligenz

Z’graggen argumentierte, digitale Souveränität sei «ein zentraler Pfeiler sowohl staatlicher als auch wirtschaftlicher Handlungsfähigkeit». Sie betonte, es handle sich um zeitlich begrenzte Impulse, nicht um permanenten Staatsausbau: «Investitionen in offene, souveräne Technologien stärken unsere Innovationskraft, reduzieren Abhängigkeiten, schaffen Wertschöpfung.»

Die parlamentarische Gruppe Parldigi unterstützte die Motion mit Verweis auf die geopolitische Lage und das Einsparpotenzial von Open Source.

Bundespräsident Guy Parmelin empfahl die Ablehnung. Er verwies auf bestehende Strategien und Finanzierungsinstrumente, darunter das Programm «Digitale Schweiz 2026». Der Ständerat sah das anders: 30 zu 7.

Die Motion geht nun an den Nationalrat.

Die Schweiz hat die rechtliche Grundlage bereits

Was den Ständeratsentscheid bemerkenswert macht: Die Schweiz hat bereits eine Open-Source-Gesetzgebung. Das EMBAG (Bundesgesetz über den Einsatz elektronischer Mittel zur Erfüllung von Behördenaufgaben), in Kraft seit dem 1. Januar 2024, legt fest:

  • Open Source by default: Die Bundesverwaltung muss selbst entwickelte Software als Open Source veröffentlichen.
  • Open Government Data: Verwaltungsdaten müssen zur freien Nutzung zugänglich gemacht werden.
  • Interoperabilität und offene Standards: Schnittstellen müssen dokumentiert und Standards verbindlich erklärt werden können.

Das EMBAG wurde von den Nationalräten Gerhard Andrey und Andri Silberschmidt sowie Ständerat Matthias Michel vorangetrieben. Mit der Verabschiedung wurde die Schweiz eines der ersten Länder weltweit, das die Open-Source-Veröffentlichung von Behördensoftware gesetzlich vorschreibt.

Aber ein Gesetz, das die Veröffentlichung von Behördensoftware vorschreibt, ist nicht dasselbe wie ein Programm, das neue souveräne Infrastruktur finanziert. Das EMBAG sagt: «Veröffentliche, was du baust.» Die Motion Z’graggen sagt: «Investiere, damit mehr gebaut wird.» Die beiden ergänzen sich: Der rechtliche Rahmen existiert, aber der Ständerat ist überzeugt, dass die Umsetzung einen Impuls braucht.

Zwei Signale, eine Richtung

Zusammen gelesen zeigen die EU-Strategie und der Schweizer Entscheid in dieselbe Richtung:

EU-Open-Source-StrategieMotion Ständerat
GeltungsbereichEU-weites Policy-FrameworkSchweizer Impulsprogramm
MechanismusBeschaffungskriterien, OSPOs, WartungsfinanzierungAnschubfinanzierung für Pilotprojekte
Rolle von Open SourceZentrales SouveränitätsinstrumentEiner von vier Schwerpunktbereichen
StatusVeröffentlichte StrategieStänderat angenommen (30:7), Nationalrat ausstehend
Rechtliche BasisAufbauend auf Cyber Resilience Act, Interoperable Europe ActAufbauend auf EMBAG (in Kraft seit 2024)

Die Konvergenz ist kein Zufall. Beide reagieren auf dieselben Herausforderungen: Abhängigkeit von US-Hyperscalern, den CLOUD Act, Lieferkettenrisiken durch geopolitische Verschiebungen und die Erkenntnis, dass digitale Souveränität mehr erfordert als Datenstandort. Es braucht Kontrolle über den Software-Stack.

Was das für Schweizer Organisationen bedeutet

Open Source wird zur Compliance-Erwartung, nicht bloss zur technischen Präferenz. Die EU bewertet es in der Cloud-Beschaffung. Die Schweiz schreibt es für Behördensoftware vor. Beide bewegen sich in Richtung Beschaffungsrahmen, die offene, überprüfbare Technologie gegenüber proprietärem Lock-in bevorzugen.

Die Nachfrage der öffentlichen Hand wird wachsen. Falls der Nationalrat die Motion Z’graggen annimmt, folgt Bundesfinanzierung für Open-Source-Pilotprojekte. Organisationen, die souveräne Open-Source-Infrastruktur liefern und Kunden der öffentlichen Hand bei der Einführung unterstützen können, haben einen strukturellen Vorteil.

Das EMBAG schafft Upstream-Angebot. Je mehr Open-Source-Software die Bundesverwaltung veröffentlicht, desto grösser wird das Ökosystem von in der Schweiz entwickelten und gewarteten Open-Source-Komponenten. Davon profitieren auch Unternehmen, die auf demselben Stack aufbauen.

Geopolitisches Risiko ist jetzt ein Thema auf Geschäftsleitungsebene. Z’graggens Kernargument (Abhängigkeit von ausländischen Technologieanbietern gefährdet die langfristige Wettbewerbsfähigkeit) ist dasselbe Argument, das regulierte Branchen seit zwei Jahren vorbringen. Der Ständeratsentscheid gibt ihm politische Legitimität über die Compliance-Abteilung hinaus.

Wo VSHN steht

VSHN operiert seit der Gründung auf der These, dass Open Source und Souveränität untrennbar sind. Jeder Service im VSHN Application Catalog läuft auf Open-Source-Software (PostgreSQL, MariaDB, Redis, Keycloak, GitLab, OpenBao, Forgejo), betrieben von einem Schweizer Team auf Schweizer Infrastruktur.

Die politische Richtung, die sowohl Brüssel als auch Bern bestätigen, validiert diesen Ansatz:

  • Technologische Souveränität: 100% Open-Source-Stack, aktive Beiträge zu CNCF-Projekten (K8up, Crossplane-Provider), Project Syn und APPUiO.
  • EMBAG-Konformität: Die gesamte Toolchain von VSHN ist Open Source und überprüfbar. Behördenkunden, die VSHN-Services einsetzen, bleiben EMBAG-konform ohne zusätzlichen Aufwand.
  • Operationelle Souveränität: Schweizer 24/7-Betriebsteam, infrastrukturunabhängiges Deployment (Kunde wählt Anbieter), keine Abhängigkeit von ausländischen Anbietern.

Für Organisationen, die ihren Technologie-Stack an der Richtung der EU- und Schweizer Politik ausrichten: Die Frage ist, ob Ihre Infrastruktur von der proprietären Plattform eines ausländischen Anbieters abhängt, oder ob sie auf offener, souveräner Technologie aufgebaut ist, die Sie kontrollieren.

Quellen:

Aarno Aukia

Aarno ist Mitgründer der VSHN AG und als CTO für die technische Begeisterung zuständig.

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Cloud Native Zürich 2026 Recap

Eine weitere grossartige Ausgabe der Cloud Native Zürich liegt hinter uns. An den beiden miteinander verbundenen Veranstaltungsorten Abaton und Soho Zürich kamen mehr als 400 Teilnehmende – darunter Platform Engineers, Kubernetes-Praktikerinnen und -Praktiker, Entwicklerinnen und Entwickler, Operatorinnen und Operator sowie Open-Source-Enthusiastinnen und -Enthusiasten – zusammen, um einen Tag voller Wissensaustausch, Networking und spannender Diskussionen in vier Tracks zu erleben.

Erstmals gab es dabei auch einen eigenen Sovereignty Track. VSHN war stolz darauf, erneut als Silver Sponsor dabei zu sein, während Servala den Sovereignty Track sponserte.

VSHN Stand mit Legos 🙂

Danke an alle, die an unserem Stand vorbeigekommen sind und mit uns über Kubernetes und OpenShift, Platform Engineering, digitale Souveränität, Servala, APPUiO, Codey und das europäische Cloud-Native-Ökosystem diskutiert haben. Und natürlich: Auch dieses Jahr haben unsere LEGO-Sets neue Besitzerinnen und Besitzer gefunden. 🙂

Auf der Bühne

Dieses Jahr waren wir nicht nur am Stand, sondern auch aktiv im Programm vertreten:

Tobias Brunner erzählte die Geschichte von Servala. Bei VSHN betreiben wir seit Jahren Managed Services für Schweizer Unternehmen – aber unseren Kundinnen und Kunden fehlte das, was sie von AWS und anderen Hyperscalern gewohnt waren: ein Marketplace, ein Self-Service-Portal, ein paar Klicks. Genau diese Lücke füllt Servala, und Tobias zeigte in seinem Talk, wohin sich Servala als wachsendes Ökosystem aus Cloud-Anbietern, Software-Herstellern, Managed Service Providern und Implementation Partnern entwickelt.

Aarno Aukia sprach darüber, wie sich LLMs Cloud-native betreiben lassen – mit einem Open-Source-Stack auf Kubernetes, bestehend aus Kubeflow, vLLM, LiteLLM und llm-d. Sein Punkt: Wer mehr Kontrolle über Kosten, Datenstandort, Modellwahl und Betrieb haben möchte, muss LLMs nicht zwingend über Hyperscaler-APIs konsumieren.

Und im neuen Sovereignty Track war Markus Speth Track Lead und durfte eine Podiumsdiskussion mit Perspektiven aus dem gesamten Ökosystem moderieren – vom Implementation Partner über Cloud-Anbieter und Managed Service Provider bis hin zu Software-Hersteller und der Zivilgesellschaft. Den ausführlichen Rückblick dazu gibt es hier: Digitale Souveränität – Perspektiven aus dem Ökosystem.

Eine starke Keynote

Ein besonderes Highlight war wie letztes Jahr die Keynote von Thomas Zurbuchen – es ist immer wieder beeindruckend, mit welcher Klarheit er den Bogen von der grossen Wissenschaft zu den Fragen schlägt, mit denen wir uns in der Cloud-Native-Welt täglich beschäftigen.

Rechenzentren im All?

Thomas Zurbuchen sprach auch kurz die Idee an, Rechenzentren im Weltraum zu betreiben. Dabei meinte er, dass sich die Wirtschaftlichkeit in den kommenden Jahren verschieben wird – auf der einen Seite durch steigende Energiekosten auf der Erde und auf der anderen Seite durch sinkende Kosten bzw. Effizienzgewinne beim „Payloads ins All bringen“.

Die Einschätzungen dazu gingen im Anschluss deutlich auseinander. Die Idee sorgte zwar für Aufmerksamkeit, wurde aber sowohl hinsichtlich der wirtschaftlichen Annahmen als auch der Aussage, dass solche Systeme im All „sicherer“ seien als auf der Erde, in weiteren Gesprächen am Apéro sehr kritisch eingeordnet.

Aber ganz ehrlich – lustig wäre es ja schon: Stell dir vor dein Kollege muss mal schnell “eine Disk tauschen” und dann siehst du dabei zu, wie der Engineer ins All geschossen wird… 🙂

Danke an die Organisatoren

Ein grosses Dankeschön an das Team von Cloud Native Zürich für eine rundum gelungene Veranstaltung – von der Programmgestaltung bis zur Location hat einfach alles gepasst, und das Niveau wird von Jahr zu Jahr höher. Wer nicht dabei sein konnte oder einen Talk verpasst hat: Die Aufzeichnungen werden über die offiziellen Kanäle von Cloud Native Zürich veröffentlicht – schaut dafür auf cloudnativezurich.ch vorbei.

Werdet Teil des Ökosystems

Interessieren euch digitale Souveränität, souveräne Managed Services oder das Servala-Ökosystem? Schaut bei Servala vorbei und meldet euch, wenn ihr Teil unseres wachsenden Netzwerks aus Cloud-Anbietern, Software-Herstellern und Implementation Partnern werden möchtet.

Bis zum nächsten Jahr!

Markus Speth

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Allgemein Sovereignty

Digitale Souveränität – Perspektiven aus dem Ökosystem

Gestern hatten wir am Cloud Native Zürich 2026 die Gelegenheit, eine Podiumsdiskussion im Sovereignty Track mit dem Titel „Digital Sovereignty – Perspectives from the Ecosystem“ zu moderieren. Fünf Panelisten, fünf sehr unterschiedliche Blickwinkel auf das gleiche Thema – und ein Raum voller Menschen, die sich für digitale Souveränität interessierten.

Der Rahmen

Das Panel fand nicht im luftleeren Raum statt. Es bildete den Abschluss eines Vormittags voller Inhalte zum Thema Souveränität: David Sterz eröffnete den Track mit der These, dass Europas Cloud-Zukunft von Beginn an verteilt gedacht werden sollte, statt das zentralisierte Hyperscaler-Modell zu kopieren. Unser Kollege Tobias Brunner folgte mit einem Vortrag, der Schweizer Würste („Cervelat“) mit Souveränität verband und überzeugend darlegte, warum „es ist ja eh alles Open Source“ nicht dasselbe ist wie Souveränität. Pascal Stöckli stellte anschliessend das Zentrum SDS vor, die neue Initiative „Souveräne Digitale Schweiz“, die 32 Gründungsorganisationen aus Bundesbehörden, Kantonen und Schweizer IT-Unternehmen vereint.

Als das Panel begann, hatte der Raum bereits gehört, dass digitale Souveränität verteilt, politisch, operativ ist – und offenbar etwas mit Cervelat zu tun hat. Die Aufgabe des Panels war es, diese Fäden aus der Perspektive jener zusammenzuführen, die dieses Ökosystem tatsächlich aufbauen, betreiben und gestalten.

Fünf Sitze, fünf Perspektiven

Wir haben das Panel bewusst so zusammengestellt, dass es das gesamte Ökosystem abdeckt:

  • Lena Fuhrimann (bespinian) – die Perspektive des Implementation Partners, die direkt mit Organisationen arbeitet, die auf Cloud-native-Technologien umsteigen und ihnen hilft, Innovation, Agilität und Kontrolle in Einklang zu bringen.
  • Roman Bachmann (Switch) – die Perspektive des Cloud-Anbieters. Switch betreibt digitale Infrastruktur für Schweizer Universitäten und Forschungsinstitutionen und gehört selbst den Institutionen, die es bedient – Souveränität by Design, in gewissem Sinne.
  • Tobias Brunner (VSHN) – die Perspektive des Managed Service Providers, der zeigt, was es tatsächlich braucht, um digitale Souveränität operativ zu machen: rund um die Uhr Produktionssysteme zu betreiben, statt nur darüber zu schreiben.
  • Simon Reber (Red Hat) – die Perspektive des Software-Anbieters und dazu, wie Open Source zu Flexibilität, Interoperabilität und Souveränität beiträgt – und wo die Grenzen dieses Arguments liegen.
  • David Sommer (Digitale Gesellschaft) – die Perspektive der Zivilgesellschaft, die das Gespräch von der Technologie hin zu demokratischen Rechten, politischem Willen und einer digitalen Gesellschaft erweitert, die für alle funktioniert.
  • Markus Speth (VSHN) – Moderation

Was wir besprochen haben

Bevor wir in die Diskussion eingestiegen sind, haben wir dem Publikum eine einfache Frage gestellt: Wer von euch hat den Begriff „digitale Souveränität“ in den letzten sechs Monaten verwendet? Wenig überraschend gingen fast alle Hände nach oben.

Danach haben wir jeden Panelisten nach seiner eigenen Definition gefragt und fünf wirklich unterschiedliche Antworten erhalten, die von technischen und operativen Sichtweisen bis hin zu Fragen von Kontrolle, Resilienz und demokratischen Werten reichten. Keine einzelne Definition hat sich durchgesetzt und genau das war der Punkt.

Die Diskussion ging dann in konkretere Bereiche über: wie sich Souveränität im Projektalltag mit Kunden zeigt, was es für einen Cloud-Anbieter bedeutet, „sovereign by design“ zu sein, was es braucht, um souveräne Infrastruktur tatsächlich produktiv 24/7 und nicht nur auf einer Folie zu betreiben, ob Open Source allein ausreicht oder nur ein Teil der Gleichung ist, und wo die eigentlichen Blocker liegen – bei der Technologie, beim Budget oder in der Art, wie Organisationen Entscheidungen treffen.

Wir sind auch vor einigen der härteren Zahlen rund um diese Debatte nicht zurückgeschreckt: der Lücke zwischen dem, was europäische IT-Verantwortliche angeben, in lokale Cloud-Alternativen investieren zu wollen und dem, was tatsächlich investiert wird, sowie dem schieren Grössenunterschied zwischen den Investitionen der Hyperscaler und den derzeit verfügbaren europäischen Alternativen.

Ein paar Dinge, die uns geblieben sind

Im Nachhinein sind uns ein paar Themen besonders im Gedächtnis geblieben:

Digitale Souveränität ist kein binärer Zustand. Es gibt kein Zertifikat, das eine Organisation von „nicht souverän“ zu „souverän“ macht – es ist ein Spektrum über mehrere Dimensionen und Frameworks wie das EU Cloud Framework entstehen gerade, um genau das zu messen.

Es geht auch um mehr als nur darum, wo Daten physisch liegen. Kontrolle, Portabilität, Transparenz, Skills, Governance und Rechtsprechung spielen alle eine Rolle – oft eine grössere als der Standort allein.

Vollständige Souveränität, im Sinne einer durchgängigen Kontrolle über alles, ist weder realistisch noch erstrebenswert. Verfolgt man eine Abhängigkeitskette weit genug, stösst man irgendwann auf Hardware, Rohstoffe und globale Lieferketten, die keine einzelne Organisation – oder kein einzelnes Land – vollständig kontrolliert. Das sinnvollere Ziel ist es, die eigenen Abhängigkeiten zu verstehen und bewusste Entscheidungen darüber zu treffen.

Und vielleicht am wichtigsten: Souveränität ist nichts, was ein einzelnes Unternehmen, ein einzelner Anbieter oder eine einzelne Regierung allein lösen kann. Es braucht das gesamte Ökosystem – Anbieter, Hersteller, Open-Source-Communities, öffentliche Institutionen und die Zivilgesellschaft – die zusammenarbeiten.

Das bringt uns zurück zu einer Frage, die wir am Anfang gestellt haben: Ist „Souveränität“ überhaupt das richtige Wort? Vielleicht geht es den meisten Organisationen eigentlich um Resilienz, um Autonomie oder Wahlfreiheit, oder einfach um die Fähigkeit, eigene Entscheidungen zu treffen, ohne jemand anderen um Erlaubnis fragen zu müssen.

Ein Satz aus unserer Vorbereitung für dieses Panel ist uns durchgehend im Kopf geblieben: „Souveränität ist eine Brücke, kein Bunker“. Es geht nicht um Isolation – es geht um die Freiheit, den eigenen Weg zu wählen und dabei mit einem grösseren Ökosystem verbunden zu bleiben.

Leider ist uns die Zeit auf der Bühne viel zu schnell ausgegangen. Es gab so viele weitere Aspekte, die wir hätten besprechen können und der Energie im Raum nach zu urteilen, ging es dem Publikum genauso.

Wir denken bereits über eine Folgeveranstaltung nach, um einige dieser Themen weiter zu vertiefen.

Schaut euch die ganze Diskussion an

Die Aufzeichnung der gesamten Podiumsdiskussion wird bald veröffentlicht werden – wir teilen den Link, sobald er verfügbar ist, damit ihr alle fünf Perspektiven direkt von den Panelisten selbst hören könnt.

Ein grosses Dankeschön an Lena, Roman, Tobias, Simon und David für eine wirklich spannende Diskussion.

Danke an die Organisatoren von Cloud Native Zürich

Ein grosses Dankeschön an die Organisatoren für eine weitere gelungene Ausgabe von Cloud Native Zürich. Wir freuen uns, wieder als Sponsoren dabei gewesen zu sein – VSHN als Silver Sponsor und Servala als Sponsor des Sovereignty Tracks am Cloud Native Zürich 2026.

Im Rahmen des Tracks hielt unser Kollege Tobias Brunner zudem einen Vortrag über Servala – auch diese Aufzeichnung werden wir bald veröffentlichen, bleibt also gespannt.

Wenn euch interessiert, was Servala ist und wie souveräne, Multi-Provider-Managed-Services auf Kubernetes in der Praxis aussehen können – schaut bei Servala vorbei und meldet euch gerne, wenn ihr Teil unseres wachsenden Ökosystems werden möchtet.

Lies auch unseren vollen Cloud Native Zürich 2026 Recap.

Markus Speth

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Allgemein Presse Servala Sovereignty

Switch tritt Servala als Cloud Service Provider bei und stärkt die digitale Souveränität der Schweiz

10. Juni 2026

Switch tritt Servala als Cloud Service Provider bei und stärkt die digitale Souveränität der Schweiz

Medienmitteilung: Zürich, Schweiz – 10. Juni 2026

VSHN und Switch freuen sich, eine neue Partnerschaft bekanntzugeben: Switch tritt Servala als Cloud Service Provider (CSP) bei und erweitert damit das Ökosystem souveräner Managed Services in der Schweiz.

Die Stiftung Switch ist eine tragende Säule der digitalen Souveränität der Schweiz. Als Betreiberin des Swiss National Research and Education Network (NREN) verbindet Switch Universitäten und Forschungseinrichtungen schweizweit und darüber hinaus. Neben dem Netzwerk-Backbone bietet Switch digitale Identitätslösungen, Cybersicherheit, Cloud-Dienste, Beschaffungs- und Kollaborationsdienstleistungen für Forschungs- und Bildungseinrichtungen an – ein Grundpfeiler der digitalen Innovation im Hochschulbereich.

Mit rund 180 Mitarbeitenden und jahrzehntelanger Erfahrung spielt Switch eine zentrale Rolle bei der Bereitstellung sicherer, zuverlässiger und leistungsstarker digitaler Plattformen und kritischer Infrastruktur für die Schweizer Bildungs- und Forschungsgemeinschaft.

Durch den Beitritt zu Servala erweitert Switch sein Cloud-Service-Portfolio um den Zugang zu einem wachsenden Ökosystem cloud-nativer Managed Services. Diese Services können standardisiert, automatisiert und produktionsreif bereitgestellt und betrieben werden – abgestimmt auf die Bedürfnisse von Universitäten und Forschungseinrichtungen, die Zuverlässigkeit, Skalierbarkeit, Compliance und langfristige Nachhaltigkeit benötigen.

ROMAN BACHMANN, Head of Cloud & IT, ad interim, Switch: „Mit der Integration von Servala reagieren wir auf den häufig geäusserten Wunsch unserer Kunden, auf Knopfdruck eine managed Database, einen Cache oder eine Queue bereitstellen zu können. Damit erweitern wir unser Service Portfolio von Switch Cloud um wichtige Services, die in der modernen Softwareentwicklung unverzichtbar sind.“

Die Partnerschaft kommt zu einem Zeitpunkt, in dem die Nachfrage nach souveräner digitaler Infrastruktur in der Schweiz zunimmt. Organisationen suchen nach Alternativen, die moderne Cloud-Fähigkeiten mit lokaler Kontrolle, Transparenz und Unabhängigkeit von globalen Hyperscalern verbinden.

Genau hier kommt Servala ins Spiel.

Servala verbindet Schweizer Cloud-Anbieter, Softwarehersteller und Service-Betreiber in einem kollaborativen Ökosystem. Dieses Modell ermöglicht mehr Flexibilität, Resilienz und Innovation – bei gleichzeitiger lokaler Kontrolle über Daten und Betrieb.

Servala schafft gemeinsamen Mehrwert für die gesamte Community:

  • Universitäten und Forschungseinrichtungen erhalten Zugang zu modernen, produktionsfertigen Services, die auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten sind
  • Organisationen behalten die Wahlfreiheit und vermeiden Vendor-Lock-in
  • Schweizer Anbieter arbeiten zusammen und bündeln ihre Expertise, anstatt isoliert zu operieren
  • Der Schweizer Bildungsraum wird durch lokale Innovation und vertrauensvolle Partnerschaften gestärkt

TOBIAS BRUNNER, Product Manager & Partner, VSHN: „Was mich an dieser Partnerschaft am meisten begeistert, sind die gemeinsamen Werte. Switch und VSHN haben ihren Ruf auf Vertrauen, Zuverlässigkeit und einer langfristigen Perspektive aufgebaut – nicht auf Lock-in. Indem Switch Servala beitritt, hilft es uns zu zeigen, dass Schweizer Anbieter zusammenarbeiten und gemeinsam innovieren können – zum Nutzen des gesamten Ökosystems.“

Für Switch markiert diese Partnerschaft einen Schritt hin zur Weiterentwicklung seines Dienstleistungsangebots um cloud-native Plattformen und Managed Services. Für VSHN und das breitere Servala-Ökosystem ist Switch ein starker neuer Partner mit tiefen Wurzeln im Schweizer Bildungs- und Forschungssektor.

Beide Organisationen haben bereits mit der Entwicklung eines ersten Servala Minimum Viable Product (MVP) begonnen, das auf die Switch-Community zugeschnitten ist. Das frühe Interesse von Universitäten und Forschungseinrichtungen unterstreicht die Nachfrage nach souveränen, einfach zugänglichen Services.

Über Servala

Servala ist die souveräne Anwendungsplattform, die Cloud-Anbieter, Softwarehersteller, Managed Service Provider und Implementierungspartner verbindet, um cloud-native Services ohne Vendor-Lock-in bereitzustellen. Aufgebaut auf offenen Standards und ausgelegt auf Interoperabilität, ermöglicht Servala Organisationen die konsistente und automatisierte Bereitstellung und den Betrieb von Applikationen über mehrere Clouds und On-Premises-Umgebungen hinweg.

Im Kern ist Servala kein einzelner Anbieter, sondern ein Ökosystem. Es vereint Schweizer und europäische Partner, die ihre Infrastruktur, Software und operative Expertise bündeln, um vollständig verwaltete Services bereitzustellen. Dieses kollaborative Modell gewährleistet Transparenz, Flexibilität und langfristige Unabhängigkeit für Kundinnen und Kunden.

Mit einem starken Fokus auf digitale Souveränität ermöglicht Servala Organisationen, die volle Kontrolle über ihre Daten, Workloads und Technologieentscheidungen zu behalten und gleichzeitig von modernen Platform-Engineering-Praktiken, Automatisierung und skalierbarem Betrieb zu profitieren.

Servala wurde von VSHN initiiert und wird in enger Zusammenarbeit mit Ökosystempartnern weiterentwickelt. Die Plattform vereint Services, die von mehreren Anbietern betrieben werden, darunter VSHN und andere unabhängige Partner.

Über Switch

Switch ist der Digitalisierungspartner der Schweizer Hochschulen. Die Stiftung arbeitet mit Bildungs- und Forschungseinrichtungen zusammen, um sichere und zukunftsorientierte digitale Plattformen und kritische Infrastruktur zu entwickeln. Im Mittelpunkt stehen die Stärkung der Cybersicherheit, die flächendeckende Nutzung digitaler Identitäten und souveräne Cloud-Lösungen. Switch betreibt und schützt zudem seit den Anfängen des Internets Domainnamen mit den Endungen .ch und .li. Die gemeinnützige Stiftung beschäftigt rund 180 Mitarbeitende in Zürich und Lausanne.

Über VSHN

VSHN – The DevOps Company – verwandelt Software in zuverlässige Online-Services durch Automatisierung und den Betrieb von Applikations-Workloads. Als führender Managed Service Provider der Schweiz ist VSHN auf DevOps, Kubernetes, OpenShift und Cloud-Native-Betrieb spezialisiert und ermöglicht Organisationen den zuverlässigen, sicheren und skalierbaren Betrieb geschäftskritischer Anwendungen.

VSHN bietet Platform Engineering, 24/7-Betrieb und vollständig verwaltete Services über Public Cloud, Private Cloud und On-Premises-Umgebungen an – ohne eigene Infrastruktur zu betreiben. Mit Lösungen wie Managed OpenShift, APPUiO, Application Catalog und Servala hilft VSHN Organisationen, den Betrieb zu vereinfachen, Vendor-Lock-in zu vermeiden und die volle Kontrolle über ihre Workloads zu behalten.

Gegründet 2014 und zu 100 % selbstständig, betreut VSHN über 350 Kundinnen und Kunden sowie Partner auf 16 Cloud-Plattformen weltweit. Mit ISO-27001-Zertifizierung, FINMA-konformem Betrieb und ISAE-3402-Typ-2-Prüfungen gewährleistet VSHN höchste Sicherheits- und Compliance-Standards.

Markus Speth

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Allgemein AppCat Event

Eine Tour durch unser digital-souveränes Ökosystem – Liene am KCD Czech & Slovak 2026

8. Juni 2026

Am KCD Czech & Slovak 2026 in Prag habe ich das Publikum durch fünf Jahre Aufbau eines digital-souveränen Managed-Services-Ökosystems geführt – die Architekturen, die funktioniert haben, die, die wir verworfen haben, und das grosse Bild, wohin das alles führt. Die Konferenz fand am 21. und 22. Mai an der Fakultät für Informationstechnologie der CTU in Prag statt, in drei Sprachen und mit der gesamten europäischen Cloud-Native-Community.

Meiner Gewohnheit entsprechend habe ich den ganzen Vortrag rund um tschechisches Essen aufgebaut – jedes Kapitel der Reise mit einem Gericht verknüpft.

Schau dir die Aufzeichnung meines Vortrags an

Der Ausgangspunkt: ein einzelnes Kundenprojekt

Die Geschichte beginnt im Februar 2021 mit dem, was wie ein normales Kundenprojekt aussah. Die Zutaten: Crossplane v0.17, MariaDB, Redis und ein externes Cloud Foundry, das Datenbanken auf Abruf über die Open Service Broker API benötigte. Wir nannten das Framework 0.1.

Die Architektur war bereits erkennbar das, worauf wir später aufbauen würden – ein Control-Plane-Cluster mit Crossplane, XRDs und Compositions, der über provider-helm, provider-sql und provider-kubernetes mit einem oder mehreren Service-Clustern kommuniziert. Kunden bestellten eine Instanz, Crossplane komponierte sie, und die richtigen Helm-Releases, Datenbankobjekte, Benutzer und Kubernetes-Ressourcen erschienen im Service-Cluster. Vier Umgebungen: dev, nonprod, prod-nonpremium, prod-premium.

Das funktionierte. Also stellte ich die naheliegende Folgefrage: Wenn es für einen Kunden funktioniert, kann es ein Produkt werden?

AppCat 1.0: vom Projekt zur Plattform

Im Dezember 2022 hatten wir AppCat 1.0 – den VSHN Application Catalog – zunächst an externe Services angebunden, dann ab 2025 mit unserem eigenen Katalog aus managed PostgreSQL, Redis, MariaDB, Keycloak und MinIO. Das Framework hatte sich zu dem weiterentwickelt, was wir heute Framework 1.0 nennen: ein klarer Stack mit Service Definitions (XRDs), Service Implementations (Compositions), Crossplane als Control Plane und Provider-Plugins für $App, $Cloud und Helm – alles über die Kubernetes-API gesteuert und über die OSB-API exponiert.

Das ist das Bild, das die meisten sehen, wenn wir bei VSHN über Crossplane sprechen. Wir betreiben es seit 2021 in Produktion, sind offizieller Crossplane-Vendor und vertreten gerne die These, dass man aufhören sollte, mit Terraform-State zu kämpfen, und die Infrastruktur stattdessen über Kubernetes verwalten sollte. Aber das Framework-Diagramm auf einer Folie verbirgt alles, was einen Managed Service tatsächlich managed macht.

Das unspektakuläre Mittelstück: alles, was einen Service managed macht

Die „more features“-Folie war absichtlich langweilig – eine Wand aus Wörtern, die jeder kennt, der schon mal eine managed Datenbank ernsthaft betrieben hat: Backup, Restore, Logs, Metriken, Alerting, Wartung, Versions-Upgrade, Skalierung, Benutzerverwaltung. Dazu applikationsspezifische Dinge wie Collabora für NextCloud, plus die freie Wahl der darunter liegenden Infrastruktur für die Kunden.

Hier steckt die eigentliche Ingenieursarbeit. Die Control Plane ist der einfache Teil. Der schwierige Teil ist alles, was man bauen, automatisieren und betreiben muss, bevor sich ein Kunde sonntags um 3 Uhr morgens darauf verlassen kann.

Der Umweg: Split Architecture (und zurück)

Nicht jede Entscheidung übersteht den Kontakt mit der Realität, und ich war offen über eine, die wir rückgängig gemacht haben. Irgendwann versuchten wir eine Split Architecture – die strikte Trennung von Control Cluster und Service Cluster, mit Crossplane auf der einen Seite, Managed Resources und Providern in einem eigenen Namespace, und Instanzen, die in einen Service Cluster deployt werden. Das Diagramm war elegant. Die operative Realität war es nicht.

Also gingen wir zurück zu einem Cluster. Die „Nope – back to one cluster“-Folie – mit dem dramatisch rot eingekreisten Instance-Namespace – sorgte für Lacher, und sie macht einen ernsthaften Punkt: Souveränität und operative Einfachheit schliessen sich nicht aus. Manchmal ist die richtige Antwort die langweilige.

Crossplane v2.0 – bewusste Adoption

Im August 2025 war Crossplane v2.0 am Horizont, mit wesentlichen Änderungen daran, wie Compositions und Packages funktionieren. Unsere Position war einfach: wir warten. Nicht weil wir grundsätzlich konservativ sind, sondern weil das Framework, das wir gebaut hatten, echte Produktions-Workloads trug und die Migration bewusst und nicht opportunistisch erfolgen musste.

In der Zwischenzeit machten wir weiter.

Framework 2.0 und AppSlap

Im Mai 2026 hatten wir Framework 2.0, mit einer viel klareren Trennung zwischen dem, was Service-Maintainer tun, und dem, was Framework-Engineers tun. Service-Maintainer arbeiten mit einem ServiceBundle, das ihre Custom-Functions referenziert. Ein Converter wandelt das in echte Crossplane-Artefakte um – Composition, Composite, Package-Metadata – unter Verwendung der VSHN-Funktions-Stdlib. Die Crossplane-CLI liest diese Artefakte und baut das Crossplane-Package. Die gesamte Pipeline ist das, was wir jetzt AppSlap 2.0 nennen.

Der Punkt dabei ist nicht das Diagramm. Der Punkt ist, dass wir neue Services onboarden können, ohne das Framework drum herum neu zu bauen – was man braucht, wenn man ein Ökosystem und kein Produkt will.

Servala – der souveräne App Store

Im Mai 2026 lief auch die erste Codey-Instanz in Produktion auf Servala – der Teil, der aus einem Framework ein Ökosystem macht. Servala ist, einfach gesagt, ein souveräner App Store: ein Marktplatz und Ökosystem-Hub, der vier Arten von Akteuren verbindet und Services zu Kunden leitet.

  • Cloud Service Provider bringen souveräne Infrastruktur – Compute, Storage, Network
  • Software Vendors bringen die Applikationen und Tools, Open Source und kommerziell
  • Managed Service Provider bringen 24/7-Betrieb und Support
  • Implementation Partners bringen Beratung und Integration

Servala sitzt in der Mitte. Kunden erhalten souveräne Managed-Applikationen, ohne das Netzwerk selbst zusammenbauen zu müssen, und ohne sich an eine einzelne Partei zu binden.

Das ist es, was ich meine, wenn ich sage, dass Souveränität ein Netzwerk-Problem ist, kein Software-Problem. Kein einzelner Vendor kann glaubwürdig behaupten, von Anfang bis Ende souverän zu sein. Was man tun kann, ist das Bindegewebe aufzubauen, das unabhängig souveräne Provider zu etwas zusammensetzt, das ein Kunde tatsächlich kaufen und betreiben kann.

Was ein souveräner Cloud-Provider mitbringen muss

Eine praktische Anmerkung aus dem Vortrag: Nicht jede Cloud nennt sich souverän, und nicht jede souveräne Cloud ist bereit, diese Art von Stack zu hosten. Ich nannte die konkreten Anforderungen: eine echte API zur Verwaltung von Cloud-Ressourcen, Self-Service-VM-Provisionierung, Upload eigener VM-Base-Images, S3-kompatibles Object Storage, schnelles SSD-Block-Storage, CSI-Storage-Attachments im grossen Massstab (100+), ein Managed Load Balancer mit 100+ Listeners, NAT Gateway und Firewall. Fehlt eines davon, landet das Ökosystem nicht.

Das sind keine exotischen Anforderungen. Sie sind die Baseline, die Hyperscaler vor einem Jahrzehnt normalisiert haben. Die gute Nachricht ist, dass eine wachsende Zahl europäischer und Schweizer Provider heute alle Punkte erfüllt – was das ganze Projekt 2026 realistisch macht, was vor fünf Jahren noch nicht der Fall gewesen wäre.

Immer im Bau

Eine der Folien zeigte nur ein Bild der Sagrada Família. Ich habe den Witz – und den Ernst dahinter – aufgegriffen. Ein souveränes Ökosystem aufzubauen ist ein langer Prozess. Es gibt keine Version, in der man fertig wird, ein Foto macht und geht. Das Framework wird sich weiterentwickeln, Crossplane wird sich weiterentwickeln, Partner werden kommen und gehen, und Kunden werden Dinge verlangen, an die noch niemand gedacht hat.

Die CNCF-Landscape-Folie machte denselben Punkt auf andere Weise – das Cloud-Native-Ökosystem ist riesig, und auf seinen Schultern zu stehen ist der einzig vernünftige Weg, etwas in diesem Massstab zu bauen. Souveränität bedeutet nicht, alles neu zu erfinden. Es bedeutet, die richtigen Dinge zusammenzustellen, mit den richtigen Partnern, in den richtigen Jurisdiktionen, und sich die Option offenzuhalten, die Meinung zu ändern.

Fazit

Nach fünf Jahren sticht eine Lehre über alle anderen hinaus: Digitale Souveränität ist kein Produkt, das ein einzelnes Unternehmen verkaufen kann. Es ist ein Ökosystem, das gemeinsam aufgebaut werden muss.

Danke, Prag

Herzlichen Dank an die Organisatoren des KCD Czech & Slovak und die lokale Cloud-Native-Community für zwei hervorragende Tage an der FIT ČVUT. Die Gespräche nach dem Vortrag waren genauso wertvoll wie der Vortrag selbst – es ist klar, dass viele Menschen in ganz Europa intensiv darüber nachdenken, wie ein souveränes, offenes und operativ ernsthaftes Cloud-Native-Ökosystem aussehen sollte.

Die Diskussionen, Fragen und das Feedback nach der Session haben mich wirklich begeistert. Es ist ermutigend zu sehen, wie gross das Interesse an praktischen Ansätzen zur digitalen Souveränität ist und wie viele Organisationen ähnliche Herausforderungen angehen.

Wenn du souveräne Cloud-Plattformen, Managed Services oder Ökosystem-Partnerschaften aufbaust, würde ich mich freuen, Erfahrungen auszutauschen und zu erkunden, wie wir zusammenarbeiten können.

Möchtest du mehr über VSHNs Arbeit an digital-souveränen Managed Services erfahren? Besuche crossplane.ch, servala.com oder appcat.ch.

Über den VSHN Application Catalog (AppCat)

VSHN Application Catalog (AppCat) ist VSHNs Plattform zur Bereitstellung von produktionsreifen Managed Services über mehrere Cloud-Provider und Kubernetes-Umgebungen hinweg. Auf Crossplane und Kubernetes aufgebaut, automatisiert AppCat den vollständigen Lebenszyklus von Services wie PostgreSQL, MariaDB, Redis und Keycloak – von der Provisionierung und Upgrades bis hin zu Backups, Monitoring und Day-2-Operationen.

Was als Lösung für ein einzelnes Kundenprojekt begann, hat sich zu einem Framework entwickelt, das Managed Services für Organisationen in der Schweiz und darüber hinaus betreibt. AppCat ermöglicht es Kunden, Services über Self-Service-Schnittstellen zu beziehen, während Operatoren eine konsistente Möglichkeit erhalten, Applikationen über verschiedene Infrastrukturen hinweg zu verwalten.

Heute ist AppCat ein zentraler Baustein des breiteren souveränen Ökosystems, das in meinem Vortrag vorgestellt wurde. Es bietet die Automatisierungs- und Betriebsgrundlage, die es Managed-Service-Providern, Cloud-Providern, Software-Vendoren und Implementation-Partnern ermöglicht, über Plattformen wie Servala zusammenzuarbeiten – bei gleichzeitiger Offenheit, Portabilität und Wahlfreiheit für die Kunden.

Liene Luksika

Product Manager

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Allgemein Event

Cloud Native Computing Switzerland Meetup Mai 2026 Recap

22. Mai 2026

Am 21. Mai 2026 hat sich die Cloud Native Computing Switzerland Meetup Community wieder im VSHNtower in Zürich getroffen – für einen Nachmittag mit technischen Vorträgen, Diskussionen und Austausch in der Community.

Mit inzwischen über 3.000 Mitgliedern in der Meetup-Gruppe bringt die CNC Switzerland Community nach wie vor Platform Engineers, DevOps-Leute, Architekt:innen und Open-Source-Begeisterte aus dem Schweizer Cloud-Native-Umfeld zusammen.

Die Mai-Ausgabe brachte vier Vorträge auf die Bühne: von Kubernetes-nativer Deployment-Orchestrierung über Rust im Cluster bis hin zu Open-Source-Governance im KI-Zeitalter und Cluster Autoscaling jenseits der grossen Cloud-Anbieter.

Begrüssung und News aus der Community

Das Meetup startete wie immer mit einer kurzen Begrüssung durch die Organisatoren und ein paar Updates aus der Community. Die Grundsätze des CNC Switzerland Meetups bleiben dabei unverändert:

  • Alle Talks sind technisch und mit Open-Source-Fokus
  • Keine Produkt- oder Verkaufspitches
  • Talks werden auf Englisch gehalten
  • Speaker:innen aus unterrepräsentierten Gruppen sind ausdrücklich willkommen

So bleibt das Meetup ein echtes Community-Event für Technikerinnen und Techniker und keine Marketingbühne.

Kuberik: Sichere Deployments für Kubernetes – ohne Handarbeit

Luka Rumora

Luka Rumora eröffnete das Programm mit einem Blick darauf, woran Continuous Delivery auf Kubernetes in der Praxis bis heute scheitert. Die meisten Teams, so seine Beobachtung, stecken in einer von zwei Welten fest: GitOps-Setups, die mit dem Anwenden von Manifests aufhören – oder fragile CI-Pipelines aus Bash-Skripten und Workarounds. Echtes End-to-End-Delivery sieht anders aus.

Die Bausteine einer guten Deployment-Pipeline kennt man: Canaries, Health Checks, Smoke Tests, Promotion-Schritte, Rollback. Was fehlt, ist eine native und wiederverwendbare Art, das alles in Kubernetes zu kombinieren. Werkzeuge wie Argo Rollouts, Flagger oder Kargo lösen jeweils einen Ausschnitt – aber nie die ganze Pipeline.

Genau hier setzt Kuberik an. Es orchestriert den ganzen Weg vom Release bis in die Produktion – erkennen, gaten, ausrollen, verifizieren, promoten – über pluggable Kubernetes-Ressourcen, die sich in bestehende GitOps-Setups einfügen statt sie zu ersetzen.

Der Vortrag zeigte, was ein Kubernetes-nativer CD-Ansatz konkret bringt:

  • step-basierte Pipelines werden durch wiederverwendbare Ressourcen ersetzt
  • Canaries, Verifikation und Rollback laufen über ein gemeinsames Modell
  • die Integration mit bestehendem GitOps-Tooling bleibt erhalten

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Kubernetes ohne Operator: Ein Minecraft-Panel mit Rust und kube-rs

Hadi Cherkaoui – CM Informatik AG

Hadi Cherkaoui, 17 Jahre alt und Lernender Plattformentwickler EFZ bei der CM Informatik AG, brachte eine erfrischend unbequeme These mit: Das Operator-Pattern, auf dem viele im Raum ihren Arbeitsalltag aufbauen, ist nicht immer die richtige Wahl.

Das Projekt Anvil ist ein Kubernetes-natives Server-Panel für Minecraft, geschrieben in Rust. Pro Server entstehen StatefulSet, PVC und Service – direkt per kube-rs-Aufruf, ohne CRD und ohne Controller. Den State hält die Kubernetes-API selbst, jede Benutzeraktion ist ein direkter API-Call.

Mindestens so spannend wie die Umsetzung war die Argumentation dahinter: Ein Controller lohnt sich dort, wo es autonomen State zu reconcilen gibt. Wo das nicht der Fall ist, wird er zur unnötigen Ceremony. Anvil zeigt, wie die imperative Alternative aussehen kann – betrieben auf einem k0s-Cluster im Homelab.

Was man aus dem Talk mitnehmen konnte:

  • Nicht jede Kubernetes-native Anwendung braucht einen Controller.
  • Direkte API-Calls sind ein völlig legitimes Pattern.
  • Rust und kube-rs harmonieren überraschend gut.
  • Homelabs bleiben ein guter Ort, um vermeintliche Defaults zu hinterfragen.

Vibe Code Survival Guide für Open Source

Vadim Bauer – 8gears

Vadim Bauer, Maintainer des CNCF-Projekts Harbor, sprach über eine Frage, die in Open Source gerade zur Schlüsselfrage wird: Wie hält man ein Projekt zusammen, wenn KI-gestützte Beiträge schneller hereinkommen, als Maintainer sie überhaupt reviewen können?

KI-Beiträge pauschal zu verbieten, sei keine Lösung – sich vom schieren Volumen die Richtung des Projekts wegspülen zu lassen, aber genauso wenig. Aus den Erfahrungen mit Harbor und Harbor Satellite teilte Vadim das Playbook, mit dem sein Team versucht, die Übersicht zu behalten:

  • Eine klare Projektrichtung definieren, damit Beitragende – ob Mensch oder KI-gestützt – wissen, was im Scope ist.
  • Explizite Akzeptanzkriterien und Guardrails setzen.
  • KI auch auf Maintainer-Seite einsetzen, um Beiträge zu triagieren, zu reviewen und zu filtern.
  • Als Projekt klar entscheiden, was Core ist, was Extension – und was schlicht ausserhalb des Scopes liegt.

Ein ehrlicher Blick darauf, was funktioniert, was nicht – und wie sich Open-Source-Projekte im Zeitalter von Vibe Coding neu organisieren müssen.

Einen Kubernetes Cluster Autoscaler Provider mit externalgrpc bauen

Marco De Luca – VSHN

Den Abschluss machte ein technischer Deep Dive von Marco De Luca aus dem VSHN-Team. Auf mdnix.io schreibt er über Infrastruktur, Linux, Kubernetes und die Dinge, die er nebenbei baut.

Der Kubernetes Cluster Autoscaler entscheidet, wann skaliert wird – aber nicht, wie eine VM entsteht. Das ist Sache des Cloud Providers, und der Upstream-Tree deckt vor allem die grossen Anbieter ab. Regionale und spezialisierte Clouds bleiben aussen vor. Mit externalgrpc lässt sich praktisch jede Cloud per gRPC an den Autoscaler anbinden.

Marco nahm das Publikum mit durch:

  • wie der Cluster Autoscaler intern funktioniert und wo der Cloud Provider andockt
  • die Implementierung eines Out-of-Tree-gRPC-Providers für einen Schweizer IaaS-Anbieter
  • die Design-Entscheidungen und die Stellen im Contract, die wirklich zählen
  • die Stolpersteine, die man erst beim Lesen des Autoscaler-Sourcecodes findet

Am Ende hatten die Teilnehmenden eine klare Vorstellung davon, wie sich Autoscaling auch an Clouds anbinden lässt, die nicht auf der Upstream-Liste stehen – ein Thema, das besonders im Schweizer Umfeld relevant ist, wo souveräne und regionale Cloud-Anbieter eine wichtige Rolle spielen.

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Marco hat einen Follow-up-Blogpost zu diesem Thema geschrieben, falls du tiefer eintauchen möchtest!

Networking und Apéro

Nach den Vorträgen blieben viele noch für das Networking und den traditionellen Apéro – bei Kubernetes-nativer Delivery, Rust, Open-Source-Governance und Autoscaling gab es genug Gesprächsstoff.

Genau dafür gibt es diese Meetups: Engineers aus unterschiedlichen Firmen, die Praxiserfahrungen, Lessons Learned und Open-Source-Lösungen teilen – sie sind das, was die Schweizer Cloud-Native-Community ausmacht.

Die Talks im Video

Die Aufzeichnungen erscheinen auf dem VSHN TV YouTube-Kanal.

Am besten gleich abonnieren, dann verpasst du keine neue Folge.

Mach mit in der Community

Das Cloud Native Computing Switzerland Meetup richtet sich an alle, die mit Cloud-Native-Technologien und Open Source arbeiten – Engineers, Architekt:innen, Entwickler:innen.

Du möchtest selbst einen Talk halten oder dein Projekt vorstellen oder die Meetup-Location und den Apéro sponsern? Reich deinen Vorschlag hier ein.

Wir freuen uns aufs nächste Meetup im September!

Markus Speth

Marketing, Communications, People

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Allgemein Event

VSHN ist wieder Matterhorn-Sponsor des Swiss Software Festival 2026

19. Mai 2026

Wir freuen uns, dass VSHN auch dieses Jahr wieder Matterhorn-Sponsor des Swiss Software Festival 2026 ist. Das Festival findet am 24. Juni 2026 im uptownBasel in Arlesheim statt und bringt über 600 Peers, zwei Plenarsessions und mehr als 75 Speaker:innen in sieben thematischen Tracks und zwei Special Tracks zusammen.

Die diesjährige Ausgabe hat einen klaren Fokus, und der liegt uns am Herzen: In Zeiten geopolitischer Unsicherheit suchen Schweizer Unternehmen und Organisationen vermehrt nach autonomiefördernden, in der Schweiz entwickelten Lösungen für digitale Souveränität. Genau diese Diskussion wollen wir mitgestalten – nicht nur als Sponsor, sondern auch auf der Bühne und hinter dem Programm.

Aarno Aukia hält eine Keynote in der Eröffnungs-Plenarsession

VSHN-Mitgründer Aarno Aukia ist einer der Keynote-Speaker in der Plenarsession 1, „The future of software development“. Sein Vortrag „Digital Neutrality: Switzerland’s Engineering Advantage in the AI Era“ greift eine Frage auf, die sich durch das ganze Festival zieht: Wer entwickelt künftig Software, Mensch oder Maschine, und was bedeutet das für die Position der Schweiz in einer von KI geprägten Welt?

Er teilt sich die Bühne mit Keynote-Speaker:innen von UBS, IMD und ti&m, gefolgt von einem Leadership-Panel mit Stimmen von Adnovum, Adobe und Abacus Research – eine starke Besetzung für eine Diskussion darüber, wohin sich die Schweizer Softwarebranche entwickelt.

VSHN ist Track Chair von Tech Track 2: Platform Engineering & Software Architecture

Ausserdem sind wir Track Chair von Tech Track 2, „Platform Engineering & Software Architecture“. Moderne Softwaresysteme brauchen mehr als Tooling – sie brauchen durchdachte Architektur und resiliente Plattformen. Dieser Track widmet sich Platform Engineering, Internal Developer Platforms, verteilten Systemen und Cloud-native-Runtime-Strategien, von Kubernetes-basierten Control Planes bis zu verteilten KI-Workloads.

Unser Product Manager & Partner Tobias Brunner steuert einen Vortrag mit dem Titel „From platforms to ecosystems – why software innovation is a team sport“ bei, gemeinsam mit Speakern von Eficode, White Duck, Abacus Research und Noser Engineering.

Wir sehen uns in Arlesheim

Das Swiss Software Festival ist zu einem einzigartigen Treffpunkt für das Schweizer Software-Ökosystem geworden, und die Themen auf der diesjährigen Agenda – Souveränität, Platform Engineering und die Rolle von KI in der Softwareentwicklung – liegen genau im Zentrum dessen, was wir bei VSHN tun. Wir freuen uns auf gute Gespräche, spannende Talks und das persönliche Wiedersehen mit der Community.

Sei dabei am 24. Juni 2026 im uptownBasel in Arlesheim. Tickets gibt es hier.

Markus Speth

Marketing, Communications, People

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Allgemein OpenShift Presse Sovereignty

Digitale Souveränität made in Switzerland: HIN wird globale Red Hat Success Story

12. Mai 2026

Eine Schweizer Success Story mit globaler Wirkung

Als wir die HIN (Health Info Net) Success Story ursprünglich bei VSHN veröffentlicht haben, wussten wir bereits: Dieses Projekt ist etwas Besonderes.

Nun hat die Geschichte eine globale Bühne erreicht: Red Hat hat die Modernisierung von HIN offiziell als globale Customer Success Story veröffentlicht und hat die Story während des Red Hat Summit 2026 in Atlanta am 11. Mai 2026 angekündigt.

Für uns ist das weit mehr als nur ein weiteres Referenzprojekt. Es ist eine starke Bestätigung dafür, dass souveräne, offene und cloud-native Infrastruktur längst kein Nischenthema mehr ist – sondern zu einer strategischen Anforderung für kritische Branchen wie das Gesundheitswesen wird.

Und es zeigt auch etwas Wichtiges: Die Schweiz diskutiert digitale Souveränität nicht mehr nur theoretisch. Sie baut sie aktiv auf.

Warum HIN (Health Info Net) wichtig ist

HIN ist eine der wichtigsten digitalen Gesundheitsplattformen der Schweiz.

Mehr als 50.000 Gesundheitsfachpersonen nutzen HIN-Dienste und über 90 % der relevanten Akteure des Schweizer Gesundheitswesens sind über die Plattform verbunden. Sichere Kommunikation, digitale Identitäten und Vertrauen stehen im Zentrum des Schweizer Gesundheitsökosystems und HIN spielt dabei eine zentrale Rolle.

Damit ist HIN weit mehr als eine normale IT-Plattform. Sie ist Teil der kritischen digitalen Infrastruktur der Schweiz.

Die Modernisierung einer solchen Plattform bedeutet deshalb nicht einfach nur ein Technologie-Upgrade. Es geht um Resilienz, Sicherheit, operative Flexibilität, langfristige Unabhängigkeit und Vertrauen.

Von Legacy-Infrastruktur zu einer souveränen Cloud-Native-Plattform

Wie viele etablierte Organisationen stand auch HIN vor der Herausforderung, eine bewährte und hochvertrauenswürdige Plattform weiterzuentwickeln und gleichzeitig auf zukünftige Anforderungen vorzubereiten.

Das Ziel war nicht Veränderung um der Veränderung willen. Ziel war es, ein modernes Betriebsmodell aufzubauen, das Flexibilität, Automatisierung, Skalierbarkeit und Sicherheit erhöht – ohne Kompromisse bei Stabilität und Zuverlässigkeit.

Gemeinsam mit Red Hat und VSHN modernisierte HIN seine Plattform auf Basis von Red Hat OpenShift und cloud-nativen Technologien.

Das Ergebnis:

  • Eine flexiblere und skalierbarere Plattformarchitektur
  • Mehr Automatisierung und operative Effizienz
  • Stärkere Sicherheitssegmentierung und Zero-Trust-Prinzipien
  • Gateway-API-basierter Schutz für Webanwendungen und APIs
  • Höhere Portabilität und langfristige Unabhängigkeit
  • Eine moderne Grundlage für zukünftige Gesundheitsservices

Ein besonders wichtiger Aspekt war dabei die Vermeidung unnötiger Vendor-Lock-ins.

Digitale Souveränität bedeutet nicht Isolation. Sie bedeutet, die strategische Kontrolle über kritische Infrastruktur, Daten, Betrieb und zukünftige Entscheidungen zu behalten. Offene Standards, Kubernetes und Open Source sind dabei zentrale Bausteine.

Sicherheit und Souveränität gehören zusammen

Gesundheitsplattformen gehören zu den anspruchsvollsten Umgebungen überhaupt, wenn es um Sicherheit und Compliance geht.

Die HIN-Plattform setzt deshalb konsequent auf Defense-in-Depth- und Zero-Trust-Konzepte – unter anderem mit Netzwerk-Mikrosegmentierung, klarer Segmentierung von Workloads und modernen Authentifizierungsmechanismen.

Als Teil dieses cloud-nativen Sicherheitsansatzes setzt HIN auch Airlock Microgateway ein, um Anwendungen und APIs direkt in der OpenShift-Umgebung zu schützen. Dies ermöglicht Kubernetes-nativen Web-Application- und API-Schutz in unmittelbarer Nähe der Workloads und fügt sich nahtlos in ein automatisiertes, containerbasiertes Betriebsmodell ein.

Das ist ein wichtiger Punkt, der in Souveränitätsdiskussionen oft vergessen geht:
Offene Infrastruktur und digitale Souveränität stehen nicht im Widerspruch zu Sicherheit – sie können Sicherheit sogar deutlich stärken.

Cloud-native Architekturen ermöglichen hochautomatisierte, resiliente und observierbare Systeme und gleichzeitig eine starke Kontrolle darüber, wo und wie Workloads betrieben werden.

Anerkennung über die Schweiz hinaus

Dieses Projekt hat inzwischen auf mehreren Ebenen Anerkennung erhalten.

Bereits Anfang des Jahres erhielt VSHN für den gemeinsamen Erfolg mit HIN den Red Hat Partner Award 2025 für Platform Modernization.

Nun hat Red Hat die Geschichte zusätzlich mit einer offiziellen globalen Success Story hervorgehoben – angekündigt während des Red Hat Summit 2026 in Atlanta.

Für uns geht es bei dieser Anerkennung nicht nur um VSHN. Sie zeigt vor allem die wachsende Bedeutung souveräner digitaler Infrastruktur in Europa und der Schweiz.

Und sie zeigt, dass Open Source, Kubernetes und cloud-native Betriebsmodelle längst keine rein technischen Themen mehr sind. Sie werden zunehmend zu strategischen Grundlagen für kritische Branchen und öffentliches Vertrauen.

Ein Blueprint für souveräne digitale Infrastruktur

Wir glauben, dass die HIN-Story für mehr steht als nur für ein einzelnes Modernisierungsprojekt.

Organisationen in ganz Europa hinterfragen derzeit:

  • Abhängigkeiten von Hyperscalern
  • operative Resilienz
  • Datenhoheit
  • Risiken in der Lieferkette
  • langfristige Plattformstrategien
  • Anforderungen an digitale Souveränität

Im Gesundheitswesen werden diese Herausforderungen besonders greifbar.

HIN zeigt, dass moderne souveräne Infrastruktur heute bereits möglich ist – mit Open Source, starken Ökosystem-Partnerschaften und cloud-nativen Betriebsmodellen.

Und vielleicht am wichtigsten: Digitale Souveränität kann praktisch, operationalisiert und produktiv betrieben werden.

Nicht als Zukunftsvision. Sondern als Infrastruktur, die heute bereits läuft.

Solche Projekte entstehen nicht allein durch Technologie. Ein grosses Dankeschön an das gesamte HIN-Team für die hervorragende Zusammenarbeit und das Vertrauen und an alle VSHNeers, die dieses Projekt mit unglaublich viel Engagement möglich gemacht haben.

Case Study herunterladen

Health Info Net is modernizing healthcare with Red Hat and VSHN.

Mehr erfahren

👉 Red Hat Success Story

👉 Red Hat Case Study

👉 VSHN HIN Success Story

👉 Red Hat Partner Award Ankündigung

Markus Speth

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Allgemein Event

VSHN ist wieder Sponsor der Cloud Native Zürich 2026

11. Mai 2026

Wir unterstützen die Cloud Native Community seit vielen Jahren und freuen uns sehr, auch 2026 wieder Sponsor der Cloud Native Zürich zu sein.

Die Cloud Native Zürich hat sich über die Jahre zu einem der wichtigsten Cloud-Native-Community-Events der Schweiz entwickelt – mit Plattform Engineers, Kubernetes-Praktikern, Entwicklern, Operators, Architekten, Startups, Unternehmen und Open-Source-Enthusiasten aus dem gesamten Ökosystem.

Bei VSHN war die Unterstützung und Mitgestaltung der Cloud-Native-Community schon immer ein zentraler Teil unserer Arbeit. Von Sponsoring und Teilnahme an Community-Events über die Organisation des Cloud Native Computing Switzerland Meetups bis hin zu Beiträgen zu Open-Source-Projekten und Kubernetes-Ökosystemen – Community war für uns immer wichtig.

Umso mehr freut es uns, auch dieses Jahr wieder als Sponsor dabei zu sein.

Besucht uns an unserem Stand

Wenn ihr an der Cloud Native Zürich teilnehmt, kommt unbedingt an unserem Stand vorbei.

Wir freuen uns auf spannende Gespräche rund um:

  • Kubernetes & OpenShift
  • Platform Engineering
  • Digitale Souveränität
  • Cloud Native Operations
  • Servala – Sovereign App Store
  • APPUiO
  • Codey
  • Open Source & europäische Cloud-Ökosysteme

Oder einfach auf ein Hallo und gute Gespräche. Und natürlich könnt ihr an unserem Stand auch dieses Jahr wieder ein schönes LEGO-Set gewinnen. 😉

👉 Event-Website Cloud Native Zürich

Servala sponsert den Sovereignty Track

Dieses Jahr sponsort und gestaltet Servala ausserdem den dedizierten Sovereignty Track der Cloud Native Zürich 2026 mit.

Der Track bringt Talks und Diskussionen rund um souveräne Cloud-Infrastrukturen, offene Ökosysteme, digitale Souveränität und praktische Cloud-Native-Ansätze für unabhängige Infrastrukturstrategien zusammen.

👉 Mehr zum Sovereignty Track am CNZ auf Servala

Tobias Brunner: Wie man einen souveränen App Store baut

Bei VSHN betreiben wir seit Jahren Managed Services für Schweizer Unternehmen, bevor uns etwas Offensichtliches aufgefallen ist.

Unsere Kunden waren begeistert davon, wie wir ihre PostgreSQL- oder OpenShift-Umgebungen betreiben – aber sie konnten nicht so darauf zugreifen, wie sie es von AWS kannten: über einen Marketplace, ein Self-Service-Portal, ein paar Klicks. Also haben wir begonnen, genau das zu bauen. So ist Servala entstanden.

In diesem Talk zeige ich, wie Servala entstanden ist, was es heute ist und wohin wir es weiterentwickeln wollen. Auf dem Papier ist es ein Marketplace für souveräne Managed Applications wie PostgreSQL, GitLab, Keycloak und Nextcloud, betrieben auf europäischen Cloud-Providern und betrieben von Managed Service Providern, die man kennt und denen man vertrauen kann. In der Praxis entwickelt es sich zu einem Ökosystem aus CSPs, ISVs, MSPs und Implementierungspartnern, die gemeinsam daran arbeiten, dass Souveränität Realität wird.

Ich werde auch ehrlich darüber sprechen, warum diese Arbeit gerade jetzt so dringend ist – und was es braucht, damit ein souveräner App Store erfolgreich sein kann: offene Standards, echte Wahlfreiheit, Partnerschaften.

Paneldiskussion: Digitale Souveränität – Perspektiven aus dem Ökosystem

Markus Speth moderiert die Paneldiskussion „Digital Sovereignty – Perspectives from the Ecosystem“.

Digitale Souveränität wird in Technologie, Wirtschaft und Gesellschaft breit diskutiert – doch was sie in der Praxis bedeutet, entwickelt sich weiterhin.

In dieser Paneldiskussion teilen die Teilnehmenden Perspektiven und Erfahrungen aus unterschiedlichen Blickwinkeln und beleuchten, wie digitale Infrastruktur entsteht und wie sich Ansätze in diesem Bereich weiterentwickeln.

Panelteilnehmende, die verschiedene Stakeholder im Ökosystem vertreten:

  • Implementierungspartner: bespinian, Lena Fuhrimann
  • Cloud Provider: SWITCH, Roman Bachmann
  • Managed Service Provider: VSHN, Tobias Brunner
  • Software Vendor: Red Hat, Simon Reber
  • Gesellschaft: Digitale Gesellschaft, David Sommer

Aarno Aukias Talk: LLMs auf cloud-nativer Art betreiben: Kubeflow, vLLM, LiteLLM und llm-d auf Kubernetes

LLMs müssen nicht ausschliesslich über Hyperscaler-APIs konsumiert werden. Mit Kubernetes und Open-Source-Tools wie Kubeflow, vLLM, LiteLLM und llm-d können Platform-Teams ihren eigenen cloud-nativen LLM-Stack aufbauen – mit mehr Kontrolle über Kosten, Datenlokalität, Modellauswahl und Betrieb.

Bei VSHN glauben wir, dass KI-Plattformen wie andere kritische cloud-native Workloads betrieben werden sollten: automatisiert, beobachtbar, reproduzierbar, sicher und über verschiedene Infrastrukturen hinweg portierbar.

Diese Session zeigt, wie ein Open-Source-LLM-Stack auf Kubernetes aufgebaut werden kann und warum das wichtig ist für Souveränität, Compliance und langfristige operative Kontrolle.

Nicht nur Sponsor, sondern auch aktiv auf der Bühne

Wir freuen uns besonders, dieses Jahr nicht nur als Sponsor mit unserem Booth vertreten zu sein, sondern auch aktiv am Programm mitzuwirken – als Speaker sowie als Moderatoren des Sovereignty Tracks.

Mit Talks, Diskussionen und dem Panel rund um digitale Souveränität möchten wir dazu beitragen, die Themen Open Source, souveräne Cloud-Infrastrukturen und unabhängige digitale Ökosysteme stärker in die Cloud-Native-Community einzubringen.

Ganz besonders freuen wir uns auch darauf, Keynote-Speaker Thomas Zurbuchen wieder live zu erleben.

Jetzt Ticket mit 20% Rabatt sichern

Du möchtest an der Cloud Native Zürich 2026 teilnehmen?

Nutze unseren Rabattcode:

VSHN-20

und erhalte 20% Rabatt auf dein Ticket.

Die Cloud Native Zürich ist eine der besten Möglichkeiten in der Schweiz, um sich mit der lokalen und europäischen Cloud-Native-Community zu vernetzen, neue Ideen zu entdecken, Maintainer und Praktiker kennenzulernen und Erfahrungen rund um Kubernetes, Platform Engineering, AI, Security, Operations und digitale Souveränität auszutauschen.

Egal ob tief technisch, verantwortlich für Plattform-Teams, Produktentwicklung oder einfach interessiert an der Zukunft des Cloud-Native-Ökosystems – dieses Event lohnt sich definitiv.

👉 Jetzt Ticket sichern

Markus Speth

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Allgemein Servala Tech

VSHN AppCat Update – Servala Grundlagen, Garage Monitoring und OpenBao Sneak Peek

Mit AppCat v4.186.0 ist im Hintergrund einiges passiert. Dieses Release dreht sich weniger um sichtbare UI-Änderungen und vielmehr um die Grundlage für das, was als Nächstes kommt: tiefere Servala-Integration, verbesserte Storage-Operations und neue Services am Horizont.

Von zusätzlichen Networking- und Storage-Funktionen für Servala über die Vorbereitung von Migrationen von MinIO zu Garage bis hin zur stillen Einführung erster OpenBao-Unterstützung – dieses Release baut die nächste Plattformschicht.

👉 Vollständige Release Details: Changelog 2026-05-05

Servala Enablement

Ein grosser Teil dieses Releases fokussiert sich auf den Ausbau der technischen Grundlage hinter Servala – Sovereign App Store.

Mehrere neue Funktionen wurden in AppCat ergänzt, um zukünftige Services und Integrationen zu unterstützen, darunter Generic Object Buckets, HTTPRoute, TCPRoute sowie TCP Gateway Support.

Auch wenn viele dieser Verbesserungen aktuell für Endnutzer noch unsichtbar bleiben, sind sie wichtige Bausteine für flexiblere und produktionsreife Services über Servala.

Das ist eines dieser Releases, dessen Wirkung erst mit der Zeit sichtbar wird.

👉 Mehr über Servala: Servala – Sovereign App Store

Garage Monitoring und kommende Migrationen

Wir haben begonnen, Metrics und Monitoring-Daten für Garage Object Storage zu sammeln.

Dadurch verbessern wir Alerting, operative Transparenz und die Zuverlässigkeit unserer Managed Object Storage Services.

Gleichzeitig starten wir offiziell den Migrationspfad von MinIO zu Garage.

Garage entwickelt sich zur zukünftigen Standardlösung für Object Storage Services innerhalb von AppCat und Servala. Bestehende Nutzer werden bald von uns hören, damit wir Migrationen gemeinsam planen können.

Das Ziel ist einfach: bessere Operations, höhere Skalierbarkeit und eine langfristig bessere Experience.

👉 Mehr über Garage: Garage by VSHN

OpenBao kommt

Eine kleine Zeile im Changelog deutet möglicherweise bereits auf eine der spannendsten Ergänzungen der letzten Monate hin: OpenBao.

Der Service ist aktuell noch nicht öffentlich verfügbar, aber die ersten Bausteine landen bereits in AppCat.

OpenBao ist ein Open Source Fork von HashiCorp Vault mit Fokus auf offene Governance und Community-getriebene Entwicklung. Für Organisationen, die sich mit sicherem Secret Management, Verschlüsselung und Identity Workflows ohne Vendor Lock-in beschäftigen, ist das ein sehr spannendes Thema.

Wir freuen uns sehr auf die Möglichkeiten hier – mehr Informationen folgen bald.

👉 Mehr über OpenBao: OpenBao by VSHN

PostgreSQL mit CloudNativePG ist jetzt produktionsreif

Ein weiterer wichtiger Meilenstein: PostgreSQL by VSHN mit CloudNativePG ist jetzt offiziell produktionsreif.

In den letzten Monaten hat sich CloudNativePG von einer vielversprechenden neuen PostgreSQL-Grundlage zur zukünftigen Standardrichtung für PostgreSQL Services in AppCat entwickelt.

Mit Self Service Restore, operativer Reife und vorhandenen Migrationstools empfehlen wir Nutzern, Migrationen auf CloudNativePG-basierte PostgreSQL-Instanzen zu planen.

Ihr könnt entweder selbst der Migrationsanleitung folgen oder euch bei der Migration von uns unterstützen lassen.

👉 Mehr über PostgreSQL mit CloudNativePG: PostgreSQL by VSHN mit CloudNativePG

👉 Migrationsanleitung: Migration einer PostgreSQL-Instanz zu einer anderen PostgreSQL-Instanz

Auch stille Releases sind wichtig

Nicht jedes AppCat Release dreht sich um grosse neue Features. Oft passiert die wichtigste Arbeit in den Plattform-Grundlagen: Networking, Observability, Migrationen, Zuverlässigkeit und die Vorbereitung der nächsten Service-Generation.

AppCat v4.186.0 ist genau so ein Release.

Und auch wenn einige Verbesserungen heute noch unsichtbar bleiben, prägen sie bereits jetzt, was Nutzer morgen bauen und betreiben können.

👉 Mehr über VSHN AppCat: Application Catalog by VSHN AG

Liene Luksika

Product Manager

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Allgemein Event

DevOpsDays Zürich 2026 – Immer noch eines der besten Community-Events der Tech-Szene

8. Mai 2026

Am 6. und 7. Mai 2026 traf sich die Schweizer DevOps- und Cloud-Native-Community erneut in der Alten Kaserne Winterthur zu den DevOpsDays Zurich 2026. Einmal mehr wurde klar, warum dieses Event über die Jahre zu einem so wichtigen Bestandteil der Community geworden ist.

Für uns bei VSHN sind die DevOpsDays Zurich etwas Besonderes. Wir sind seit der allerersten Ausgabe 2016 dabei – als Sponsor, Teilnehmende, Speaker und Community-Mitglieder. Zu sehen, wie das Event über die Jahre gewachsen ist und gleichzeitig seinen offenen, community-getriebenen Charakter behalten hat, ist ehrlich gesagt ziemlich beeindruckend.

Und irgendwie fühlt sich die Grundidee der DevOpsDays trotz aller Veränderungen in der IT-Welt in den letzten zehn Jahren immer noch genauso relevant an wie damals: Menschen zusammenbringen, echte Erfahrungen teilen, offen über Herausforderungen sprechen und voneinander lernen.

Genau dieses Gefühl brachte auch die diesjährige Ausgabe wieder.

Echte Talks statt Buzzwords

Das Programm deckte viele Themen ab, die unsere Branche aktuell prägen. Von Platform Engineering und AI bis hin zu Software Supply Chain Security, Observability, Developer Experience und Organisationskultur. Aber wertvoll war nicht nur was diskutiert wurde, sondern vor allem wie: praxisnah, ehrlich und basierend auf echten Erfahrungen aus dem Alltag.

Einige Talks drehten sich darum, wie Engineering-Organisationen und Plattformen skaliert werden können, andere um AI-gestützte Operations und die zunehmende Bedeutung von Observability und Verifikation. Auch Security- und Software-Supply-Chain-Themen waren dieses Jahr überall präsent – von SBOMs und Dependency-Management bis hin zu Secure Coding im Zeitalter von AI-generiertem Code.

Besonders spannend war zu sehen, wie stark sich die Branche aktuell von „einfach Infrastruktur betreiben“ hin zu Plattformen, Workflows und Ökosystemen entwickelt, die Entwickler:innen schneller machen sollen, ohne Kontrolle oder Stabilität zu verlieren. Platform Engineering entwickelt sich immer mehr von einem Trend zu einer echten Disziplin.

Richtig gute Ignite Talks

Ein Highlight waren dieses Jahr definitiv die Ignite Talks. Das neue Format mit automatisch weiterlaufenden Slides machte die Sessions noch dynamischer, unterhaltsamer und gleichzeitig herausfordernder für die Speaker.

Dadurch mussten die Talks schnell auf den Punkt kommen, was viele Beiträge persönlicher, ehrlicher und deutlich einprägsamer machte. Von AI und Security bis hin zu Teamkultur und den Realitäten des Engineering-Alltags war alles dabei, inklusive einer guten Portion Humor und Community-Spirit.

Aarno Aukias Sponsor Talk über VSHN

DevOps war schon immer mehr als nur Tools

Gleichzeitig erinnerten viele Talks auch daran, dass DevOps nie nur aus Tools bestand. Sessions über Leadership, Zusammenarbeit, Kommunikation und Teamdynamiken zeigten einmal mehr, dass technische Herausforderungen ab einer gewissen Grösse fast immer auch organisatorische Herausforderungen werden.

Das war ehrlich gesagt schon immer eine der grossen Stärken der DevOpsDays: Es ist eine der wenigen technischen Konferenzen, auf denen nicht nur über Erfolge gesprochen wird, sondern auch offen über Probleme, Reibungen und die manchmal chaotische Realität hinter Engineering-Arbeit.

Und genau diese Offenheit setzt sich auch ausserhalb der Talks fort.

Unser Stand, viele Gespräche und die LEGO-Gewinner 🎁

Natürlich möchten wir uns auch bei allen bedanken, die bei unserem Stand vorbeigeschaut haben. Es waren zwei Tage voller spannender Gespräche – über Kubernetes, Servala, Codey, Platform Engineering, Open Source, AI, digitale Souveränität, Community-Themen und alles dazwischen.

Genau diese spontanen Diskussionen machen Events wie die DevOpsDays für uns jedes Jahr so wertvoll. Oft entstehen die besten Ideen und spannendsten Kontakte eben nicht nur während der Talks, sondern irgendwo zwischen Kaffee, Sticker-Tausch und Diskussionen am Stand.

Besonders gefreut hat uns auch das grosse Interesse an unseren LEGO-Verlosungen 👀

Die beiden Gewinner der LEGO-Sets:

  • LEGO The Simpsons Krusty Burger
  • LEGO Red Hat Fedora (vielen Dank an Red Hat!)

Herzlichen Glückwunsch and die Gewinner und viel Spass beim Bauen. 😊

Der Community-Aspekt macht den Unterschied

Die Open Spaces gehören weiterhin zu den besten Teilen der DevOpsDays. Viele der spannendsten Gespräche entstehen ausserhalb der offiziellen Sessions: spontane Diskussionen im Gang, kleine Gruppen bei Architektur-Debatten oder Menschen, die offen darüber sprechen, was in Produktion eben nicht funktioniert hat.

Genau diese Bereitschaft, Erfahrungen ehrlich zu teilen, ohne so zu tun, als wäre immer alles perfekt, macht Community-Events wie dieses so wertvoll.

Ausserdem war es einfach schön, so viele bekannte Gesichter wiederzusehen und gleichzeitig viele neue Menschen in der Community willkommen zu heissen. Das Schweizer Cloud-Native-Ökosystem ist in den letzten Jahren enorm gewachsen, und die DevOpsDays Zurich haben definitiv ihren Teil dazu beigetragen.

Vorfreude auf 2027

Ein grosses Dankeschön an die Organisator:innen, Volunteers, Speaker, Sponsoren und alle Beteiligten. Hinter einem Community-Event wie diesem steckt unglaublich viel Arbeit im Hintergrund und das hat man an beiden Tagen gespürt.

Und jetzt freuen wir uns bereits auf nächstes Jahr: das 10-jährige Jubiläum der DevOpsDays Zurich. Ehrlich gesagt ziemlich verrückt, wenn man darüber nachdenkt.

Bis 2027. 🎉

Markus Speth

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Allgemein Sovereignty

TRANSFORM 2026 – Warum Open Source digitale Souveränität konkret macht

5. Mai 2026

Am 5. Mai 2026 traf sich in Bern alles, was in der Schweiz rund um digitale Verwaltung, Infrastruktur und Souveränität Rang und Namen hat. Die TRANSFORM 2026 brachte Vertreter:innen aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Wissenschaft im Rathaus Bern zusammen – unter dem Leitthema «Digital Public Infrastructure».

Was dabei deutlich wurde: Digitale Souveränität ist keine abstrakte Idee mehr. Sie wird konkret.

Von Vision zu Umsetzung

Viele Diskussionen der letzten Jahre drehten sich um Strategien, Leitbilder und Zielbilder. In Bern ging es spürbar stärker um die Umsetzung. Themen wie e-ID, elektronisches Gesundheitsdossier oder Mobilitätsdateninfrastrukturen zeigen, dass zentrale Bausteine digitaler öffentlicher Infrastruktur langsam, aber sichtbar Form annehmen.

Gleichzeitig bleibt die Herausforderung bestehen: Wie lassen sich föderale Strukturen, unterschiedliche Interessen und bestehende Systeme so zusammenbringen, dass daraus funktionierende, skalierbare Plattformen entstehen?

Digitale öffentliche Infrastruktur als Fundament

Ein zentrales Thema war die Rolle von Digital Public Infrastructure (DPI). Gemeint sind damit grundlegende digitale Bausteine, auf denen Services aufbauen können – vergleichbar mit Strassen oder Stromnetzen in der physischen Welt.

Dazu gehören Identitätslösungen, Dateninfrastrukturen und Vertrauensmechanismen. Entscheidend ist dabei nicht nur die Technologie, sondern auch Governance, Offenheit und langfristige Kontrolle.

Open Source als Souveränitätsanker

Ein besonders prägnanter Impuls kam aus dem Talk von Dirk Schrödter – und der hatte es in sich.

Seine zentrale These: Digitale Souveränität ist heute primär ein technologisches Thema. Sie entscheidet darüber, ob Staaten im digitalen Raum selbstbestimmt handeln können – und ist damit Grundlage staatlicher Handlungsfähigkeit.

Dabei wurde auch klar: „Buy European“ greift zu kurz. Wenn lediglich eine proprietäre Abhängigkeit durch eine andere ersetzt wird, ändert sich am eigentlichen Problem nichts.

Der entscheidende Unterschied liegt in der Offenheit: Open Source reduziert technologische Abhängigkeiten – und damit auch wirtschaftliche. Gleichzeitig schafft es die Grundlage für Transparenz, Kontrolle und langfristige Unabhängigkeit.

Darüber hinaus wurde Open Source nicht nur als Technologie, sondern als Wachstumstreiber beschrieben: Wissen wird teilbar, Innovation beschleunigt und Zusammenarbeit über Organisationsgrenzen hinweg ermöglicht.

Mindestens genauso wichtig ist aber der kulturelle Aspekt: Open Source bedeutet einen echten Kulturwandel. Weg von geschlossenen Systemen und Silos – hin zu Offenheit, Teilen, Transparenz und Zusammenarbeit. Organisationen, die diesen Wandel ernst nehmen, bauen nicht nur bessere Technologie, sondern auch nachhaltigere und resilientere Strukturen.

Auch die Wirkung ist messbar: Eine Studie der Europäischen Kommission aus 2021 zeigt, dass ein Anstieg der Open-Source-Ausgaben um 10% das EU-BIP um 0,4-0,6% steigern kann und gleichzeitig über 600 zusätzliche Technologie-Startups entstehen.

Dass diese Effekte nicht nur theoretisch sind, zeigt die Praxis: Schleswig-Holstein konnte allein 2025 rund 15 Millionen Euro an Lizenzkosten einsparen – Mittel, die gezielt in Open Source, regionale Expertise, Resilienz und Innovation reinvestiert werden.

Spannend war auch der politische Blick darauf: Erfolgreiche Umsetzung braucht mehr als Technologie – etwa Open Source Program Offices, starke Netzwerke für den Austausch und gezielte Förderung offener Zusammenarbeit.

Ökosysteme statt Einzellösungen

Was sich ebenfalls durch viele Beiträge zog: Die Erkenntnis, dass komplexe digitale Herausforderungen nicht isoliert gelöst werden können.

Es geht nicht mehr nur um einzelne Plattformen oder Tools, sondern um funktionierende Ökosysteme. Um Zusammenarbeit zwischen Verwaltung, Privatwirtschaft und Community. Und um Modelle, die Innovation ermöglichen, ohne die Kontrolle aus der Hand zu geben.

Ein spannender Gedanke dabei: Digitale Souveränität entsteht nicht nur durch Technologieentscheidungen, sondern durch funktionierende Marktplätze und Kollaborationsmodelle. Genau hier setzen Plattformen wie Servala an – als souveräner App Store, der Anbieter, Technologien und Organisationen in einem offenen Ökosystem zusammenbringt und so echte Wahlfreiheit ermöglicht.

Was das für uns bei VSHN bedeutet

Für uns bei VSHN bestätigt die TRANSFORM 2026 vieles von dem, woran wir seit Jahren arbeiten.

Wir bauen auf Open Source, offenen Standards und cloud-nativen Plattformen auf. Mit Lösungen wie APPUiO – Expert Hosting, Servala – Sovereign App Store und Codey – European Code Collaboration geht es genau darum, digitale Souveränität praktisch umsetzbar zu machen und gleichzeitig Ökosysteme zu ermöglichen.

Übrigens hat VSHN bereits einige Open Source Projekte hervorgebracht: k8up (Kubernetes Backup Operator für automatisierte Backup- und Restore-Prozesse, heute ein CNCF Sandbox Project), Project Syn (Tooling zur sicheren und skalierbaren Verwaltung von Kubernetes Cluster-Flotten, basierend auf GitOps, mit zentraler Konfiguration und Cluster-Inventar) und ganz neu: Espejote (Templating Controller für das Ressourcen-Management in Kubernetes-Clustern).

Denn am Ende wird digitale Souveränität nicht durch Isolation erreicht, sondern durch starke, offene und gut vernetzte Systeme.

Fazit

Die TRANSFORM 2026 hat gezeigt: Die Schweiz ist auf dem Weg. Vielleicht nicht mit der Geschwindigkeit, die sich alle wünschen – aber mit einer klaren Richtung.

Digitale Souveränität wird greifbar – und Open Source spielt dabei eine zentrale Rolle.

Jetzt geht es darum, diese Erkenntnisse konsequent in die Praxis zu bringen.

Markus Speth

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VSHN ist Gründungsmitglied des Zentrums SDS – Souveräne Digitale Schweiz

29. Apr. 2026

Am 28. April 2026 ist das Zentrum SDS – Souveräne Digitale Schweiz offiziell gestartet und wir bei VSHN freuen uns sehr, Teil der Gründungsmitglieder zu sein.

Gemeinsam mit 30 weiteren Organisationen aus Verwaltung, Wirtschaft und Forschung setzen wir ein klares Zeichen: Die digitale Souveränität der Schweiz ist kein abstraktes Konzept mehr, sondern wird aktiv gestaltet. Mit dabei sind unter anderem Institutionen wie das Kommando Cyber, der Kanton Solothurn, das Amt für Informatik und Organisation des Kantons Bern, das Statistische Amt des Kantons Basel-Stadt, Organisation und Informatik (OIZ) der Stadt Zürich, die Stiftung Switch sowie zahlreiche führende Schweizer IT-Unternehmen.

Die Ankündigung kann auch bei netzwoche und Inside-IT nachgelesen werden.

Warum das Zentrum SDS wichtig ist

Digitale Souveränität bedeutet, die Kontrolle über Daten, Technologien und digitale Infrastrukturen zu behalten – und bewusst zu entscheiden, welche Abhängigkeiten man eingeht. Genau hier setzt das Zentrum SDS an: Es bringt zentrale Akteure zusammen, um gemeinsam Lösungen zu entwickeln, Standards zu definieren und konkrete Alternativen voranzutreiben.

In den kommenden Monaten arbeiten die Mitglieder in vier zentralen Bereichen zusammen:

  • Finanzierung und Beschaffung von Open Source Technologien
  • Souveräne Workplace-Lösungen wie openDesk
  • Schweizer Cloud-Angebote
  • Open Source basierte KI-Plattformen

Initiiert wurde das Zentrum vom Institut Public Sector Transformation der Berner Fachhochschule. Durch die Beiträge der Mitglieder kann die Zusammenarbeit strukturiert aufgebaut und langfristig weiterentwickelt werden.

Open Source als Schlüssel zur Souveränität

Ein zentraler Baustein ist der Einsatz von Open Source Technologien. Sie ermöglichen Transparenz, Kontrolle und Unabhängigkeit – genau die Eigenschaften, die für eine souveräne digitale Infrastruktur entscheidend sind.

Dass dieses Thema auch international an Bedeutung gewinnt, zeigt die enge Zusammenarbeit mit Deutschland. So besteht ein Austausch mit dem Zentrum für Digitale Souveränität der Öffentlichen Verwaltung (ZenDis), das unter anderem an der Entwicklung von openDesk beteiligt ist.

Ein Highlight in diesem Kontext ist die TRANSFORM-Konferenz 2026 am 5. Mai 2026 in Bern. Dort wird Dirk Schrödter aufzeigen, wie Open Source konkret zur digitalen Souveränität beiträgt. Ergänzt wird das Programm durch internationale Perspektiven zu Digital Public Goods sowie Einblicke in die Rolle des Staates bei der digitalen Infrastruktur.

Servala – Sovereign App Store als cloud-agnostischer Marktplatz

Mit Servala treiben wir bei VSHN genau diesen Gedanken weiter: Servala verbindet als cloud-agnostischer Marktplatz Anbieter, Partner und Unternehmen und macht souveräne, standardisierte Services einfach konsumierbar. Statt sich frühzeitig an einzelne Cloud-Anbieter zu binden, ermöglicht Servala echte Wahlfreiheit – basierend auf offenen Standards und interoperablen Services.

Gerade im Kontext des Zentrums SDS sehen wir hier grosses Potenzial: Ein gemeinsames Ökosystem, in dem Services über verschiedene Anbieter hinweg verfügbar sind, stärkt nicht nur die Souveränität, sondern auch Innovation und Zusammenarbeit im gesamten Markt.

Unsere Perspektive bei VSHN

Für uns ist die Teilnahme am Zentrum SDS ein konsequenter Schritt. Seit Jahren setzen wir auf Open Source, offene Standards und kollaborative Ökosysteme – sei es im Betrieb von Kubernetes-Plattformen, beim Aufbau von Plattformen wie APPUiO oder mit Initiativen wie Servala.

Digitale Souveränität entsteht nicht durch Isolation, sondern durch Zusammenarbeit auf Augenhöhe. Genau das ermöglicht das Zentrum SDS: ein gemeinsames Fundament, auf dem Innovation, Sicherheit und Unabhängigkeit gleichermassen wachsen können.

Siehe hierzu auch: EUR 180 Millionen für Sovereign Cloud: Was die erste souveränitätsbewertete Ausschreibung der EU für Schweizer Organisationen bedeutet.

Wir freuen uns darauf, diesen Weg aktiv mitzugestalten.

Markus Speth

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EUR 180 Millionen für Sovereign Cloud: Was die erste souveränitätsbewertete Ausschreibung der EU für Schweizer Organisationen bedeutet

24. Apr. 2026

Am 17. April 2026 vergab die Europäische Kommission Cloud-Aufträge im Wert von 180 Millionen EUR an vier europäische Anbieter: Post Telecom Luxembourg, STACKIT, Scaleway und Proximus. Zum ersten Mal wurden Anbieter anhand eines formalen Rahmens mit acht messbaren Dimensionen der Souveränität bewertet. Die Beteiligung eines Hyperscalers führte für ein Konsortium zu einer schlechteren Bewertung. Was das für Schweizer Organisationen bei der Wahl von Cloud-Anbietern bedeutet.

Die EU bewertet jetzt Souveränität

Das Cloud Sovereignty Framework der Kommission (v1.2.1, Oktober 2025) definiert acht Souveränitätsziele und fünf Sicherheitsstufen (SEAL-0 bis SEAL-4). Anbieter, die sich um diese Aufträge bewarben, wurden bewertet nach:

  • Strategischer Souveränität: EU-Eigentümerschaft und Verankerung, Widerstandsfähigkeit gegen ausländische Einflussnahme
  • Rechtlicher und jurisdiktioneller Souveränität: Schutz vor extraterritorialen Gesetzen wie dem US CLOUD Act
  • Daten- und KI-Souveränität: Speicherort der Daten, wer die Verschlüsselungsschlüssel hält, Unabhängigkeit von KI-Diensten
  • Operative Souveränität: Können EU-Teams den Dienst eigenständig betreiben?
  • Lieferkettensouveränität: geografische Herkunft von Komponenten und Unterlieferanten (höchste Gewichtung: 20%)
  • Technologischer Souveränität: Open Source, offene Standards, kein proprietärer Lock-in
  • Sicherheits- und Compliance-Souveränität: Zertifizierungen, unabhängiges Patching, EU-basiertes SOC
  • Ökologischer Nachhaltigkeit: Energieeffizienz, erneuerbare Energien, CO2-Offenlegung

Jedes Ziel hat eine definierte Gewichtung. Die Lieferkettensouveränität ist mit 20% am stärksten gewichtet, gefolgt von strategischer, operativer und technologischer Souveränität mit je 15%.

Was die Ergebnisse zeigen

Drei der vier Gewinner erreichten SEAL-3 („Digitale Resilienz“), was bedeutet, dass EU-Akteure eine wirksame Kontrolle mit nur marginalen Nicht-EU-Einflüssen ausüben:

AnbieterLandPartnerSEAL-Stufe
Post TelecomLuxemburgCleverCloud, OVHcloudSEAL-3
STACKIT (Schwarz Group)DeutschlandSEAL-3
Scaleway (Iliad Group)FrankreichSEAL-3
ProximusBelgienS3NS (Thales/Google Cloud JV), Clarence, MistralSEAL-2

Das Proximus-Konsortium, mit S3NS, dem Joint Venture zwischen Thales und Google Cloud, erreichte lediglich SEAL-2 („Datensouveränität“), bei dem EU-Recht zwar durchsetzbar ist, aber wesentliche Nicht-EU-Abhängigkeiten bestehen bleiben.

Die Botschaft ist eindeutig: Die Beteiligung eines US-Hyperscalers, selbst durch ein europäisches Joint Venture mit einem Rüstungsunternehmen, senkt die Souveränitätsbewertung messbar. Der Rahmen verbietet Hyperscaler-Partnerschaften nicht, bewertet sie jedoch negativ.

Warum Schweizer Organisationen aufhorchen sollten

Obwohl diese Ausschreibung auf EU-Institutionen ausgerichtet ist, wird der Rahmen Auswirkungen haben:

  • EU-Mitgliedstaaten werden ähnliche Kriterien für nationale Cloud-Beschaffungen übernehmen: in Anlehnung an Frankreichs „Cloud de Confiance“ und Deutschlands „Souveräner Cloud“-Strategien, auf die der Rahmen explizit verweist.
  • Regulierte Branchen (Banken, Versicherungen, Gesundheitswesen) unterliegen bereits FINMA-, DORA- und NIS2-Anforderungen, die sich mit diesen Souveränitätszielen überschneiden: insbesondere bei der rechtlichen Zuständigkeit, der Datensouveränität und der Sicherheits-Compliance.
  • Die öffentliche Beschaffung in der Schweiz orientiert sich zunehmend an EU-Standards. Organisationen, die Cloud-Anbieter evaluieren, verfügen nun über ein strukturiertes Vokabular, um Souveränitätsansprüche zu vergleichen, statt sich auf Marketing zu verlassen.

Acht Dimensionen – nicht nur „Daten bleiben in der Schweiz“

Das meiste Souveränitäts-Marketing beschränkt sich auf die Datenresidenz. Der EU-Rahmen geht weit darüber hinaus, und Ihre Evaluationskriterien sollten es auch:

DimensionWas Sie Ihren Anbieter fragen sollten
StrategischWem gehört das Unternehmen? Gibt es ausländische Investoren oder Muttergesellschaften?
RechtlichWelches Recht gilt für Ihre Verträge? Sind Sie dem US CLOUD Act ausgesetzt?
DatenWo werden Daten gespeichert? Wer hält die Verschlüsselungsschlüssel?
OperativWo sitzt Ihr Operations-Team? Können Sie ohne nicht-europäische Anbieter patchen und upgraden?
LieferketteWer sind Ihre Infrastruktur-Unterlieferanten? Können Sie die gesamte Kette offenlegen?
TechnologieIst die Software Open Source? Kann ich zu einem anderen Anbieter wechseln?
SicherheitWo befindet sich Ihr SOC? Können Sie Sicherheits-Patches eigenständig einspielen?
UmweltWas ist Ihre Energiequelle? Legen Sie PUE und CO2-Emissionen offen?

Wo VSHN steht: Selbstbewertung anhand des Frameworks

Wir haben die acht Souveränitätsziele der EU auf unsere eigenen Services angewendet. Dies ist eine Selbstbewertung, VSHN wurde nicht formell von der Europäischen Kommission bewertet, aber wir sind überzeugt, dass Transparenz nützlicher ist als vage Behauptungen. Die vollständige Bewertung mit allen Quellen ist auf Anfrage erhältlich.

#DimensionGewichtungVSHN-BewertungNachweis
SOV-1Strategisch15%StarkSchweizer AG, keine ausländische Muttergesellschaften, alle Aktionäre Schweizer Bürger (Handelsregister)
SOV-2Rechtlich10%StarkSchweizer Recht gilt für alle Verträge (AGB), kein CLOUD-Act-Risiko, EU-Angemessenheitsbeschluss für die Schweiz
SOV-3Daten & KI10%StarkInfrastrukturunabhängig: Kunde wählt Anbieter. Open-Source-Software, vollständig auditierbar. Schweizer Optionen verfügbar (z.B. cloudscale.ch — 100% in Schweizer Besitz)
SOV-4Operationell15%StarkSchweizer 24/7-Betriebsteam, optionaler Switzerland-only Support. Alle Services auf Standard-Kubernetes verfügbar — keine Abhängigkeit von Nicht-Schweizer Anbietern erforderlich
SOV-5Lieferkette20%StarkInfrastruktur-unabhängig: Kunde wählt Anbieter. Open-Source-Software, vollständig auditierbar. Schweizer Optionen verfügbar (z.B. cloudscale.ch — 100% in Schweizer Besitz)
SOV-6Technologie15%Stark100% Open-Source-Stack. Aktiver Contributor: K8up (CNCF Sandbox), Crossplane ProvidersProject SynAPPUiO
SOV-7Sicherheit10%StarkISO 27001, ISAE 3402 Type II (2025), Schweizer SOC. Bedient FINMA-regulierte Kunden
SOV-8Umwelt5%MittelRechenzentrums-Partner wie Cloudscale betreiben Infrastruktur in der Green Datacenter AG (ISO 22301/27001/27701). Exoscale Nachhaltigkeit mit individuellen Umweltberichten pro Kunde. VSHN CSR-Richtlinie

Gesamtbewertung: SEAL-3-Äquivalent: dieselbe Stufe, die von den drei stärksten Anbietern in der EU-Ausschreibung erreicht wurde. Kein Anbieter hat SEAL-4 erreicht.

Warum nicht SEAL-4?

SEAL-4 („Full Sovereignty“) erfordert vollständige EU/EWR-Kontrolle ohne jegliche Nicht-EU-Abhängigkeiten. Kein Anbieter hat diese Stufe erreicht, nicht einmal bei der 180-Millionen-Euro-Beschaffung der EU. Die Lücken sind struktureller Natur, nicht anbieterspezifisch:

  • Die Schweiz ist nicht EU-/EWR-Mitglied, nimmt aber über bilaterale Abkommen am Binnenmarkt teil, ist Schengen-assoziiert und verfügt über einen EU-Angemessenheitsbeschluss zum Datenschutz. Die Lücke ist formeller, nicht inhaltlicher Natur.
  • Hardware-Lieferketten sind global: Halbleiter, Netzwerkausrüstung und Speichermedien werden in Asien und den USA hergestellt. Das gilt für jeden Cloud-Anbieter, einschliesslich der SEAL-3-Gewinner.
  • Open-Source-Stiftungen haben ihren Sitz in den USA: Linux Foundation, CNCF und Apache Foundation sind US-Organisationen. Open-Source-Lizenzen mildern dieses Risiko (der Code ist forkbar und auditierbar), aber eine strikte Interpretation der SEAL-4 könnte dies als Mängel betrachten.

VSHN operiert am praktischen Maximum. Die verbleibenden Lücken zu SEAL-4 teilt VSHN mit allen Cloud-Anbietern weltweit.

Souveränität ist eine Brücke, kein Bunker

Es liegt nahe, Souveränität als Verteidigungsübung zu betrachten: Daten schützen, ausländisches Recht vermeiden, Compliance-Häkchen setzen. Aber das greift zu kurz.

Wie Stefan van Oirschot argumentiert, sollte Infrastruktur eine Brücke sein, die Agilität ermöglicht, und kein Bunker, der einschränkt. Der Unterschied ist entscheidend: Organisationen auf proprietären Plattformen bitten ihren Anbieter um Erlaubnis, um zu innovieren. Organisationen auf souveräner Open-Source-Infrastruktur erteilen sich diese Erlaubnis selbst.

Die unsichtbaren Kosten des Lock-ins: Proprietäre Plattformen tragen zwei versteckte Kosten, die auf keiner Rechnung erscheinen. Erstens: Implementierungsschulden: Die Migration funktionierender Lösungen auf das proprietäre Framework eines Anbieters verbrennt Kapital und frustriert Ingenieure. Zweitens: Compliance-Reset: Regulierungen wie DORA und NIS2 verlangen zunehmend glaubwürdige Ausstiegsstrategien. Eine Infrastruktur, die nicht migriert werden kann, birgt ein Audit-Risiko, das van Oirschot „Regulatory Deadlock“ nennt.

Die Souveränitätsdividende: Open-Source-Infrastruktur wie Linux, Kubernetes, PostgreSQL, OpenBao und Crossplane überträgt das Eigentum von Anbietern auf die nutzenden Organisationen. Anbieter werden zu Partnern, nicht zu Vermietern. Wenn Ihre Infrastruktur auf Standards statt auf einer gemieteten Plattform aufbaut, können Sie Anbieter wechseln, Clouds hinzufügen oder neue Technologien einsetzen, ohne von Grund auf neu aufzubauen.

KI-Bereitschaft erfordert souveräne Infrastruktur: Die nächste Welle der Unternehmenstechnologie, agentische KI, RAG-Pipelines und private LLM-Inferenz erfordert eine Infrastruktur, die Sie kontrollieren. KI-Workloads auf einer Plattform zu betreiben, bei der ein ausländischer Anbieter die Schlüssel zu Ihren Daten, Ihren Modellen und Ihrer Rechenleistung hält, ist das Gegenteil von Selbstbestimmung. Souveräne Infrastruktur ist die Voraussetzung für souveräne KI. Deshalb betreibt VSHN Managed LLM-Inferenz auf der Kundeninfrastruktur, damit Organisationen beim Einsatz von KI die Kontrolle über ihre Daten und Modelle behalten.

Das EU-Framework bewertet acht technische Dimensionen. Aber die strategische Frage ist einfacher: Lässt Ihre Infrastruktur Sie schneller vorankommen, oder bremst sie Sie aus?

Fazit

Das EU Cloud Sovereignty Framework bestätigt, was VSHN in den letzten zehn Jahren aufgebaut hat: Souveräner Cloud-Betrieb beschränkt sich nicht darauf, wo Daten gespeichert werden. Er erfordert europäisches Eigentum, unabhängige Betriebsfähigkeit, Open-Source-Technologie, transparente Lieferketten und jurisdiktionalen Schutz vor ausländischem Recht.

Souveränität ist kein Kostenfaktor; sie ist das Fundament für Agilität, Compliance und KI-Bereitschaft. Organisationen, die sie als Pflichtübung behandeln, müssen ihren Anbieter um Erlaubnis bitten. Organisationen, die auf souveräner Infrastruktur aufbauen, liefern bereits.

Für Schweizer Organisationen, die Cloud-Anbieter evaluieren, lautet die Frage nicht mehr „Hosten Sie in der Schweiz?“, sondern „Wie schneiden Sie in allen acht Souveränitätsdimensionen ab und ermöglicht oder begrenzt Ihre Infrastruktur Ihre nächsten Schritte?“

Produktspezifische Souveränitätsbewertungen finden Sie unter GitLabKeycloakOpenShiftOpenBao sowie in unserem vollständigen Servicekatalog.

Quellen:

Aarno Aukia

Aarno ist Mitgründer der VSHN AG und als CTO für die technische Begeisterung zuständig.

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Allgemein Codey

Codey ist Live: Neue Features & Preis sichern bis 30. April

22. Apr. 2026

Als wir Codey – European Code Collaboration Platform vor einigen Monaten still und leise online gestellt haben, waren wir noch nicht bereit für grosses Aufsehen. Wir hatten erste Kunden, einen funktionierenden Dienst und eine Soft-Launch-Seite auf vshn.ch – aber keine grosse Ankündigung. Das ändert sich heute.

Codey hat jetzt ein richtiges Zuhause auf codey.ch – und damit kommt der echte Launch: neue Features in der Pipeline, ein klarerer Einstieg über das Servala-Portal und ein Preisangebot, das sich lohnt zu kennen.

Was ist Codey – Für alle, die den Soft Launch verpasst haben

Codey ist VSHNs Managed-Forgejo-Plattform. Jeder Kunde erhält eine eigene, dedizierte und isolierte Forgejo-Instanz – kein geteiltes Multi-Tenant-Setup – gehostet auf europäischer Cloud-Infrastruktur, vollständig von uns betrieben. Das bedeutet: Updates, Backups, Monitoring und Sicherheits-Patches werden von uns übernommen. Euer Team nutzt die Plattform einfach.

Forgejo selbst ist eine community-getriebene, 100% freie Software-Forge, betrieben unter dem Dach des gemeinnützigen Codeberg e.V. Sie bietet alles, was ein Entwicklungsteam braucht: Git-Hosting, Pull Requests, CI/CD via Forgejo Actions (kompatibel mit GitHub Actions Workflows), Package Hosting, Kanban-Boards, Issue Tracking und mehr – ohne Feature-Sperren hinter einem Enterprise-Tarif.

Codey ergänzt das Ganze mit Renovate-Integration, hält eure Instanz immer auf dem neuesten stabilen Release und übernimmt den Betriebsaufwand, über den ihr eigentlich gar nicht nachdenken wollt.

Was Neu Ist

Zwei Features standen ganz oben auf der Wunschliste unserer Kunden – und sind jetzt auf dem Weg:

  • SSH-Zugriff – bisher war Git über HTTPS mit Personal Access Tokens der unterstützte Workflow. SSH-Support kommt nun, sodass ihr eure Public Keys hinterlegen und so arbeiten könnt, wie ihr es gewohnt seid.
  • Self-Service über das Servala-Portal – Codey-Instanzen werden über Servala, VSHNs Sovereign App Store, bestellt. Wir erweitern, was ihr direkt im Portal selbst verwalten könnt – damit ihr uns für Routineänderungen an Grösse, Speicher oder Forgejo-Konfigurationen eurer Instanz nicht mehr kontaktieren müsst.

Bestehende Kunden werden wir individuell kontaktieren, um die Migration auf die neue Infrastruktur zu koordinieren, die diese Features ermöglicht.

Preis sichern – bis 30. April

Mit der neuen Plattform führen wir auch aktualisierte Preise ein. Aber hier ist das Angebot: Wer bereits Codey-Kunde ist oder bis zum 30. April 2026 bestellt oder upgradet, sichert sich den aktuellen Planpreis dauerhaft. Egal was wir künftig verlangen – euer Preis ändert sich nie.

Das ist unsere Art, frühe Unterstützer zu belohnen und allen, die noch unentschlossen sind, einen konkreten Grund zu geben, jetzt zu entscheiden.

👉 Jetzt Loslegen auf portal.servala.com

Warum wir Codey gebaut haben

GitHub und GitLab sind ausgezeichnete Plattformen, die von grossen Konzernen mit eigenen Preisstrategien, Datenrichtlinien und strategischen Interessen betrieben werden. Für viele Teams ist das in Ordnung. Für Teams, denen Datensouveränität, Herstellerunabhängigkeit oder einfach der Verbleib ihrer Daten in Europa auf vertrauenswürdiger Infrastruktur wichtig ist – sieht die Entscheidung anders aus.

Codey basiert auf freier Software ohne Enterprise-Paywall. Jedes Forgejo-Feature steht jedem Kunden zur Verfügung. Und weil es Forgejo ist, gibt es kein Vendor Lock-in: Ihr könnt jederzeit alles exportieren und selbst hosten, wenn ihr das möchtet.

Wir betreiben Open-Source-Infrastruktur seit über 10 Jahren bei VSHN. Codey ist die Plattform, die wir selbst für die Entwicklung von portal.servala.com nutzen.

Codey.ch Entdecken →

Markus Speth

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Allgemein Event

VSHN an den DevOpsDays Zürich 2026

20. Apr. 2026

Die DevOpsDays Zürich sind zurück – und wir sind natürlich wieder dabei. Wir freuen uns, dass VSHN erneut Gold Sponsor der DevOpsDays Zürich 2026 ist, die am 6. und 7. Mai 2026 in der Alten Kaserne in Winterthur stattfinden.

Zwei Tage DevOps, Community und gute Gespräche

Die DevOpsDays Zürich gehören zu unseren liebsten Events des Jahres – und das aus gutem Grund. Hier trifft sich die Schweizer DevOps-Community für zwei Tage voller Talks, Open Spaces, Workshops und den Gesprächen auf dem Gang, die manchmal mehr bewegen als jede Präsentation. Wer sich für Software Delivery, Infrastruktur, Platform Engineering oder einfach bessere Teams interessiert, ist hier genau richtig.

Komm an unseren Stand

Komm vorbei, stell uns Fragen, und erfahre, wie wir bei VSHN Teams dabei unterstützen, ihre Applikationen auf Kubernetes und OpenShift zuverlässig, sicher und mit einer guten Developer Experience zu betreiben.

Egal ob du mehr über unser Angebot wissen möchtest, über konkrete Themen fachsimpeln willst oder einfach Hallo sagen magst – wir freuen uns auf dich.

Lego gewinnen – ja, wirklich

Ein VSHN-Stand ohne Lego-Verlosung? Undenkbar. Komm vorbei, nimm am Wettbewerb teil, und vielleicht nimmst du am Ende des Tages etwas mit nach Hause, das dich noch lange beschäftigt. Es ist mittlerweile eine kleine Event-Tradition von uns – und die führen wir natürlich weiter. 🙂

Bis in Winterthur!

Das vollständige Programm findest du auf devopsdays.ch. Wir freuen uns auf spannende Gespräche, guten Kaffee – und natürlich darauf, wer dieses Jahr das Lego mit nach Hause nimmt.

Markus Speth

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Allgemein Tech

Espejote: Eine GitOps-Reise

14. Apr. 2026

Espejote (grosser Spiegel auf Spanisch) verwaltet beliebige Ressourcen in einem Kubernetes-Cluster. Von Grund auf entwickelt, um Server-Side Apply und Jsonnet-Templating optimal zu nutzen.

Wir betreiben bei VSHN eine grosse Anzahl von Kubernetes-Clustern für unsere Kunden und wir versuchen, so viel wie möglich zu automatisieren, um unsere Betriebsabläufe effizient und nachhaltig zu gestalten. Wir nutzen GitOps-Prinzipien, aber manchmal muss externer Zustand mit dem in Git definierten Zielzustand zusammengeführt werden. Diese GitOps-Reise führte uns von Ansible-Playbooks, die direkt YAML anwenden, über verschiedene Operatoren, hin zu Bash-„Reconcilern“ und schliesslich zu Espejote, unserem neuen GitOps-Operator.

Kapitel 1: Die Ansible-Ära und erste Operator-Versuche

Am Anfang nutzten wir Ansible-Playbooks und eigene Rollen, um unsere OpenShift 3 Kubernetes-Cluster zu verwalten. Wir hatten eine Sammlung von YAML-Dateien, die den gewünschten Zustand unserer Cluster definierten und führten Ansible-Playbooks aus, um diese auf die Cluster anzuwenden. Das funktionierte, war aber nicht besonders effizient. Wir mussten die Playbooks manuell ausführen, und wenn wir das vergassen, drifteten die Cluster vom gewünschten Zustand ab.

Die Sammlung von Rollen erhielt den Spitznamen „mungg“, das schweizerdeutsche Wort für „Murmeltier“. Niemand weiss genau warum, aber der Name blieb.

Wir begannen gerade erst damit, Operatoren zu entwickeln und entwickelten espejo, um Ressourcen schnell zwischen Namespaces zu synchronisieren. Es war die sehr frühe Phase unserer Operator-Reise.

Kapitel 2: Das Meer der Operatoren und der Tränen

Um das Problem der manuellen Eingriffe zu lösen (und weil wir auf OpenShift 4 migrierten, wo das Installationsverfahren kein Ansible mehr nutzt), begannen wir, uns mit Kubernetes-Operatoren zu beschäftigen. So schwer kann es doch nicht sein, ein Kubernetes-Manifest zu patchen. Oder? Falsch.
Einige Operatoren waren fehlerhaft, andere nicht flexibel genug, manche gerieten zufällig in Reconcile-Loops und die meisten verbrauchten zu viele Ressourcen. Einige brachten sogar unsere API-Server zum Absturz. Wir begannen mit resource-locker-operator, migrierten zu patch-operator, verursachten Ausfälle mit Kyverno und testeten alle Policy-Engines, die wir finden konnten. Kubewarden war die einzige, die uns wirklich gefiel, aber die Cluster-Context-API war noch nicht flexibel genug für unsere Anwendungsfälle.

Espejo war ein guter Anfang, aber wir hatten noch nicht die Erfahrung, gut designte Operatoren zu bauen. Das zeigte sich. Jedes Event löste eine vollständige Reconciliation aller Ressourcen aus, wodurch die Synchronisation in grösseren Clustern drastisch langsamer wurde. Uns fehlte viel Flexibilität.

Kapitel 3: Verzweifelte Suche nach stabilen Landungen

Wir hatten genug von den ständigen Bugs und Breaking Changes in Kyverno und patch-operator wurde kaum gepflegt. Espejo war an seine Grenzen gestossen.

Verzweifelte Zeiten erfordern verzweifelte Massnahmen, also begannen wir, eine Mischung aus Bash-„Reconcilern“ – Hacks mit Cronjobs, kleinen eigenen Controllern und Vorverarbeitung von Ressourcen in Project Syn.

Wir nutzten zunehmend Jsonnet. Project Syn-Komponenten verwenden hauptsächlich Jsonnet. Wir setzen Jsonnet für unseren cloudscale machine-api provider, für unsere SSO-Lösung und viele weitere Projekte ein.

Ein wachsendes Problem waren unsere stark angepassten OpenShift-Alerting-Regeln. Wir kuratieren Upstream-Regeln und aktivieren nur diejenigen, die wir benötigen. Einige sind stark modifiziert. Mit jeder OpenShift-Version werden die Upstream-Definitionen verschoben und sind teilweise nur noch in Go-Code eingebettet verfügbar. Wir brauchten etwas, das bereits im Cluster deployte Regeln patchen kann, da dies die einzige stabile Schnittstelle war.

Kapitel 4: Espejote, der neue GitOps-Operator

Mit wachsender Operator-Erfahrung und unserer Begeisterung für Jsonnet entschieden wir uns, unseren eigenen Operator zu bauen – einen, der alles kann. Wir wollten etwas Flexibles, Effizientes und Einfaches. Etwas, das all unsere Anwendungsfälle abdeckt, vom Synchronisieren von Ressourcen zwischen Namespaces bis hin zum Patchen von OpenShift-Alerting-Regeln.

Espejote ist das Ergebnis dieser Reise. Es kombiniert Cluster-Zustand mit GitOps-Prinzipien und nutzt Jsonnet zur Definition des gewünschten Zustands. Es cached den Cluster-Zustand effizient, und die Reconcile-Trigger-Logik ist explizit definiert. Sinnvolle controller-runtime Rate Limits kommen zum Einsatz. Jsonnet bietet enorme Flexibilität, und natives Server-Side Apply macht das Hinzufügen und Entfernen von Schlüsseln einfach. Jeder Espejote „Resource Manager“ – also der dynamische Controller pro Konfigurationseinheit – nutzt eine eigene ServiceAccount für Least Privilege.

Espejote ist genau der Operator, den wir immer wollten und wir freuen uns, ihn mit der Welt zu teilen.

Was ist Espejote?

Espejote ist ein Kubernetes-Operator, mit dem du beliebige Ressourcen in einem Kubernetes-Cluster verwalten kannst. Er kombiniert GitOps-Prinzipien mit dem Zustand im Cluster.

Warum Espejote?

Es gibt viele ähnliche Tools (und Policy-Engines), aber Espejote hebt sich durch drei zentrale Säulen ab:

1. Powered by Jsonnet

Espejote nutzt Jsonnet als Templating-Engine. Im Gegensatz zu YAML kombiniert mit Go-Templates behandelt Jsonnet Konfigurationen als Datenstruktur. Es versteht Objekte, Arrays und Strings. Es kann nicht versehentlich fehlerhaftes YAML erzeugen, da Jsonnet sicherstellt, dass die interne Datenstruktur gültig ist, bevor überhaupt eine Datei exportiert wird.

2. Native Server-Side Apply

Espejote wurde von Grund auf für Server-Side Apply (SSA) entwickelt. Das bedeutet, dass Espejote gut mit anderen Controllern und Operatoren zusammenarbeitet. Es kann einzelne Annotationen oder komplette Ressourcen verwalten – SSA sorgt dafür, dass Änderungen sauber zusammengeführt werden, ohne andere Tools zu überschreiben.

3. Zuverlässigkeit

Zuverlässigkeit ist kein nachträglicher Gedanke. Espejote entstand aus der Frustration über Operatoren, die in Endlosschleifen geraten oder Cluster zum Absturz bringen. Es bietet:

  • Sinnvolle Rate Limits und Backoff-Strategien.
  • Jede Konfigurationseinheit („Resource Manager“) läuft als eigener, dynamisch erzeugter Controller, sodass fehlerhafte Einheiten andere nicht beeinflussen.
  • Least Privilege: Jeder Resource Manager nutzt eine eigene ServiceAccount.
  • Volle Kontrolle: Keine impliziten Watches oder „magischen“ Trigger – du bestimmst genau, was wann reconciled wird.

Praxisbeispiele

Was kannst du konkret mit Espejote machen? Hier einige Beispiele aus dem produktiven Einsatz bei VSHN:

  • Secret-Synchronisation: Automatisches Replizieren von Secrets (z.B. Image Pull Secrets oder Zertifikate) über mehrere Namespaces hinweg.
  • Autoscaler-Patching: Anpassung des OpenShift Cluster Autoscalers über Admission Webhooks.
  • Alerting-Regel-Management: Kuratieren und Patchen von OpenShift-Alerting-Regeln über verschiedene Cluster-Versionen hinweg.

Die Zukunft: WASM und mehr

Die Roadmap umfasst einen kro-ähnlichen API-Builder zur einfachen Erstellung eigener Ressourcen sowie Unterstützung für WebAssembly-Plugins. Damit können Entwickler eigene Logik in nahezu jeder Sprache schreiben und sicher im Espejote-Controller ausführen.

Erste Schritte

Beispiel

Dieses Beispiel ManagedResource patcht die RedHat OperatorHub-Konfiguration, um alle Standardquellen zu deaktivieren. Es zeigt den einfachsten Anwendungsfall: ein statisches Manifest bedingungslos patchen. Komplexere Anwendungsfälle findest du im Abschnitt „Erste Schritte“.

apiVersion: espejote.io/v1alpha1
kind: ManagedResource
metadata:
  annotations:
  name: disable-default-sources
  namespace: openshift-marketplace
spec:
  serviceAccountRef:
    name: disable-default-sources
  triggers:
    - name: operatorhub
      watchResource:
        apiVersion: config.openshift.io/v1
        kind: OperatorHub
        name: cluster
  template: |-
    {
        "apiVersion": "config.openshift.io/v1",
        "kind": "OperatorHub",
        "metadata": {
            "name": "cluster"
        },
        "spec": {
            "disableAllDefaultSources": true
        }
    }

Sebastian Widmer

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Allgemein Event Kubernetes Sovereignty

KubeCon Europe 2026 Recap – Souveränität, AI Agents und eine starke Community

26. März 2026

Die KubeCon + CloudNativeCon Europe 2026 in Amsterdam geht zu Ende – und hat einmal mehr gezeigt, warum dieses Event das Herz der Cloud-Native-Community ist.

Eine Woche voller Gespräche, Ideen und gemeinsamer Dynamik.

Eine klare Richtung: Souveränität und „Agentic“ AI

Zwei Themen waren dieses Jahr überall präsent.

Erstens: digitale Souveränität.
Nicht mehr als Buzzword, sondern als konkretes Ziel. In Talks und Gesprächen wurde deutlich, dass Organisationen aktiv daran arbeiten, unabhängige und resiliente Plattformen aufzubauen – basierend auf offenen Standards und offenen Ökosystemen.

Zweitens: AI – insbesondere „agentische“ Systeme.
Der Fokus hat sich klar verschoben: weg vom Experimentieren, hin zur konkreten Anwendung. Die Frage ist nicht mehr ob, sondern wie AI in Plattformen integriert wird.

K8up: Grosses Interesse und Maintainer gesucht

Ein echtes Highlight für uns war das grosse Interesse an K8up.

Am K8up-Kiosk im Project Pavilion hatten wir viele spannende Gespräche mit Nutzerinnen, Nutzern und potenziellen Contributor:innen.

Es wurde klar:
👉 Der Bedarf an einfachen, zuverlässigen Backup-Lösungen für Kubernetes wächst
👉 Die Community rund um K8up ist sehr engagiert
👉 Es gibt echtes Momentum, das Projekt gemeinsam weiterzuentwickeln

Gleichzeitig suchen wir aktiv Maintainer und Contributor, die K8up mitgestalten wollen.

Wenn du Lust hast, dich einzubringen, schau hier vorbei:
https://github.com/k8up-io/k8up/issues/1187

Lightning Talk: Aarno auf der Bühne

Ein besonderer Moment war der Lightning Talk von Aarno Aukia zu K8up.

Kurz, prägnant und auf den Punkt – und danach mit vielen guten Gesprächen.

(Und ja – ganz im Kubernetes-Stil wurde während eines Talks sogar ein NGINX Ingress live archiviert. Cloud Native bleibt spannend.)

Servala: Vom Konzept zum konkreten Interesse

Auch Servala – Sovereign App Store war ein grosses Thema während der Woche, nicht nur wegen den Goodie Bags für die KubeTrain Teilnehmer:

Was besonders auffiel: das gestiegene Verständnis und Interesse.

Die Gespräche haben sich klar weiterentwickelt:

  • Von „Was ist Servala?“
  • Zu „Wie können wir teilnehmen?“

Das zeigt einen klaren Trend in der Branche – hin zu Ökosystemen statt isolierten Plattformen und zu konkreten Umsetzungen von Souveränität.

Die Schweiz mit grossem Impact an der KubeCon

Was dieses Jahr besonders aufgefallen ist: Die Schweiz hat im Cloud-Native-Ökosystem einen überproportional grossen Einfluss.

Trotz ihrer Grösse stammen 3 von 48 CNCF-Projekten an der KubeCon aus der Schweiz – also rund 6%.
Dazu gehören Projekte wie Harbor, K8up und Capsule, die aktiv zur Weiterentwicklung des Ökosystems beitragen.

Und das ist nur ein Teil der Geschichte.

Wenn man grosse Beiträge wie Cilium mit einbezieht, wird der Einfluss der Schweizer Open-Source- und Engineering-Community noch deutlicher.

Doch es geht nicht nur um Projekte.

Die Schweiz war auf vielen Ebenen stark vertreten:

  • Talks und Lightning Talks
  • Maintainer und Contributors
  • Aktive Beteiligung an Diskussionen
  • Starke Präsenz an Side Events und in der Community

Diese Kombination aus technischer Exzellenz, offener Zusammenarbeit und aktiver Community macht die Schweizer Cloud-Native-Szene besonders.

Clément Nussbaumer – PostFinance

Ein perfektes Beispiel dafür, was diese Community ausmacht:
Offen, kollaborativ und mit viel Engagement dabei.

Denn am Ende entstehen die besten Gespräche oft ausserhalb der offiziellen Sessions.

Der KubeCon Swiss Apéro – Community in Bestform

Ein weiteres Highlight war der KubeCon Swiss Apéro organisiert von Rocket Engineers.

Rund 130 Leute aus der Schweizer Cloud-Native-Community kamen in Amsterdam zusammen.

Mehr als nur Talks

Neben dem offiziellen Programm gab es auch dieses Jahr wieder viele Side-Events und Community-Momente:

  • KubeTrain
  • KubeCon Swiss Apéro
  • Events von Upbound, Isovalent und vielen mehr
  • Unzählige spontane Treffen und Diskussionen

Genau dort entstehen oft die besten Ideen und neuen Kollaborationen.

Unsere wichtigsten Learnings

Die KubeCon Europe 2026 hat einige klare Trends bestätigt:

  • Souveränität wird konkret und umsetzbar
  • AI entwickelt sich in Richtung echter Plattform-Use-Cases
  • Offene Ökosysteme ersetzen isolierte Lösungen
  • Community bleibt der zentrale Treiber

Und vielleicht am wichtigsten:

👉 Die besten Ideen entstehen nicht allein – sondern gemeinsam

Danke, Amsterdam

Ein grosses Dankeschön an alle, die wir diese Woche treffen durften – Partner, Kunden, Contributor und die gesamte Cloud-Native-Community.

Wir nehmen viele neue Impulse, Kontakte und Ideen mit nach Hause.

Bis zum nächsten Jahr in Barcelona!

Markus Speth

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Allgemein Presse

VSHN erhält Red Hat Partner Award 2025 für Plattformmodernisierung

12. März 2026

Am 10. März 2026 erhielt VSHN AG beim Red Hat Switzerland Partner Day 2026 in Zürich den Red Hat Partner Award 2025 in der Kategorie „Platform Modernization of the Year“.

Die Auszeichnung würdigt die gemeinsame Arbeit von VSHN mit Health Info Net AG (HIN) zur Modernisierung einer der wichtigsten digitalen Infrastrukturen im Schweizer Gesundheitswesen.

Rückgrat der digitalen Gesundheitskommunikation

Seit fast dreissig Jahren treibt HIN die Digitalisierung des Schweizer Gesundheitswesens voran. Das Unternehmen betreibt sichere digitale Dienste wie verschlüsselte @hin.ch-E-Mail-Adressen für Gesundheitsfachpersonen sowie Organisationen wie Arztpraxen, Spitäler, Apotheken und Behörden in der ganzen Schweiz.

Heute nutzen mehr als 50.000 Gesundheitsfachpersonen die Dienste von HIN, und das Netzwerk verbindet über 90% der relevanten Akteure im Schweizer Gesundheitswesen. Damit ist HIN ein zentraler Bestandteil der digitalen Kommunikationsinfrastruktur im Gesundheitssektor.

Der Betrieb einer solchen Plattform erfordert höchste Anforderungen an Sicherheit, Zuverlässigkeit und Skalierbarkeit, da sensible Gesundheitsdaten und kritische Kommunikationsprozesse davon abhängen.

Aufbauend auf einer bewährten Grundlage

Mit der Weiterentwicklung der digitalen Dienste von HIN spiegelte die zugrunde liegende Infrastruktur zunehmend eine frühere Phase der technischen Entwicklung wider. Die bestehende Umgebung, die auf dedizierten physischen Servern und langfristigen Hosting-Partnerschaften basierte, hatte sich über viele Jahre als zuverlässig erwiesen.

Gleichzeitig entstand der Bedarf, diese stabile Grundlage um mehr Flexibilität, Standardisierung und moderne Betriebsmodelle zu ergänzen.

Um diese Transformation voranzutreiben, startete HIN Project Phoenix – eine Initiative, inspiriert von den Prinzipien des Buchs The Phoenix Project. Ziel war es, die IT-Infrastruktur neu zu gestalten und gleichzeitig eine agilere und resilientere Organisation zu ermöglichen.

Zu den zentralen Prinzipien des Projekts gehörten:

  • GitOps und Traceability als zentrale Quelle für Konfigurationen und Infrastrukturänderungen
  • Eine Dual-Vendor-Strategie, um Vendor Lock-in auf allen Infrastruktur-Ebenen zu vermeiden
  • Eine Security-First-Architektur, die Datenschutz, Compliance und Datensicherheit priorisiert
  • Standardisierung und Skalierbarkeit auf Basis offener Technologien
  • Automatisierung und iterative Verbesserungen zur Steigerung der betrieblichen Effizienz
  • Eine schnellere Bereitstellung neuer digitaler Gesundheitsdienste

Ein strategisch wichtiger Bestandteil der Transformation ist zudem die geplante Umsetzung des Secure Swiss Health Network (SSHN) auf Basis der SCION Internet architecture, einer Next-Generation-Netzwerkarchitektur für besonders sichere und hochverfügbare Kommunikationspfade.

Eine Cloud-native Plattform für die Zukunft

Um diese Vision umzusetzen, arbeitete HIN mit VSHN zusammen, um eine moderne cloud-native Plattform zu konzipieren und aufzubauen.

Die Plattform basiert auf Red Hat OpenShift, einer Kubernetes-basierten Containerplattform, die skalierbare Anwendungsbereitstellung und moderne DevOps-Workflows ermöglicht.

Airlock Microgateway ist Teil dieser Plattform und schützt Webanwendungen und APIs, die auf OpenShift betrieben werden. Airlock Microgateway implementiert die Kubernetes Gateway API und bietet Schutz auf Anwendungsebene direkt innerhalb der cloud-nativen Plattform. Dies unterstützt den Sicherheitsansatz von HIN, indem Sicherheitsrichtlinien als Code definiert und nach GitOps-Prinzipien betrieben werden.

Ein wichtiger Bestandteil der Plattformarchitektur ist ein moderner Sicherheitsansatz auf Basis der Prinzipien Zero Trust und Defense in Depth. Während klassische Netzwerksicherheitsmodelle stark auf eine zentrale Perimeter-Firewall setzen, führt ein Zero-Trust-Ansatz zu deutlich stärkerer Netzwerk-Mikrosegmentierung und damit zu einem verteilten Sicherheitsmodell.

Bei HIN wurde die Infrastruktur sowohl in öffentliche als auch private Bereiche unterteilt. Zusätzlich werden die privaten Netzwerke, wo immer möglich, mithilfe von Kubernetes Network Policies weiter segmentiert.

Dieser mehrschichtige Sicherheitsansatz bedeutet, dass ein potenzieller Angreifer zunächst mehrere Schutzebenen überwinden und sich anschliessend auf verschiedenen Ebenen authentifizieren müsste – etwa über OIDC oder Zertifikate. Selbst im unwahrscheinlichen Fall eines erfolgreichen Angriffs sorgt die Segmentierung dafür, dass der Zugriff auf eine klar abgegrenzte Zone beschränkt bleibt und nicht die gesamte Plattform kompromittiert werden kann.

Um langfristige Flexibilität sicherzustellen und Abhängigkeiten von einzelnen Anbietern zu vermeiden, folgt die Plattform einer Dual-Vendor-Cloudstrategie und läuft auf zwei europäischen Cloud-Anbietern:

  • cloudscale.ch, einem Schweizer Cloud-Provider mit Fokus auf souveräne Infrastruktur
  • Exoscale, einem europäischen Cloud-Provider mit Rechenzentren in mehreren europäischen Ländern sowie starken Datenschutz- und Compliance-Standards

Diese Architektur ermöglicht es HIN, eine moderne Plattform zu betreiben und gleichzeitig langfristige Unabhängigkeit bei Infrastrukturentscheidungen zu bewahren.

Die Ergebnisse

Die Plattformmodernisierung brachte für HIN mehrere wichtige Verbesserungen:

  • Schnellere Bereitstellung und Skalierung von Anwendungen
  • Schutz von Webanwendungen und APIs mit Airlock Microgateway, einer Implementierung der Kubernetes Gateway API
  • Verbesserte Sicherheits- und Compliance-Funktionen im Einklang mit Schweizer Gesundheitsvorschriften
  • Höhere operative Effizienz durch Automatisierung und reduzierte manuelle Prozesse
  • Ein kultureller Wandel hin zu DevOps, der kontinuierliche Verbesserung und Innovation ermöglicht

Durch die Kombination aus cloud-nativen Technologien, Automatisierung und Sicherheitsfokus ist HIN heute gut aufgestellt, um die zukünftigen Anforderungen des Schweizer Gesundheitswesens zu unterstützen.

Anerkennung durch Red Hat

Sandhya Prabhu (Red Hat) & Tania Vonarburg-Romero (VSHN)

Der Red Hat Partner Award „Platform Modernization of the Year“ zeichnet Projekte aus, die zeigen, wie offene Technologien und moderne Plattformen kritische IT-Umgebungen erfolgreich transformieren können.

Beim Partner Day in Zürich würdigte Red Hat mehrere Schweizer und internationale Partner für Projekte rund um Automatisierung, Hybrid Cloud, Virtualisierung und Plattformmodernisierung.

Die Auszeichnung unterstreicht, welchen Beitrag moderne DevOps-Praktiken und offene Plattformen in Bereichen leisten können, in denen Sicherheit, Vertrauen und Zuverlässigkeit besonders wichtig sind.

Ein starkes Ökosystem

Projekte dieser Grössenordnung sind nur durch Zusammenarbeit möglich. Die Modernisierung der HIN-Plattform brachte Technologiepartner, Cloud-Infrastruktur-Anbieter und Plattform-Engineering-Expertise zusammen.

Das Projekt ist zudem ein Beispiel für das Open Sovereign-Ökosystem, in dem Organisationen zusammenarbeiten, um sichere, offene und souveräne digitale Infrastrukturen für kritische Bereiche wie das Gesundheitswesen aufzubauen.

Mehr erfahren

Wer mehr über das Projekt erfahren möchte, findet in unserer ausführlichen HIN Success Story weitere Informationen zur Plattformarchitektur, zur Transformation sowie zur Zusammenarbeit der beteiligten Partner.

👉 Zur Success Story mit HIN

Vielen Dank

Ein grosser Dank geht an die Teams von HIN, Red Hat und alle Beteiligten, die zu diesem Projekt beigetragen haben.

Wir sind stolz darauf, Plattformen zu unterstützen, die eine so wichtige Rolle in der digitalen Infrastruktur der Schweiz spielen, und freuen uns darauf, diesen Weg gemeinsam weiterzugehen.

Markus Speth

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Allgemein Event Tech

Cloud Native Computing Switzerland Meetup – März 2026 Recap

10. März 2026

Am 10. März traf sich die Cloud Native Computing Switzerland Meetup Community erneut im VSHN Tower in Zürich zu einem Nachmittag voller technischer Talks, Diskussionen und Austausch innerhalb der Cloud-Native-Community.

Mit inzwischen 3.000 Mitgliedern gehört die Gruppe zu den aktivsten Cloud-Native-Communities in der Schweiz und bringt regelmässig Platform Engineers, DevOps Engineers, Architektinnen und Architekten sowie Open-Source-Enthusiasten zusammen.

Die März-Ausgabe bot vier Talks rund um Themen wie Kubernetes Security, Plattform-Engineering und MLOps.

Begrüssung und Community Updates

Aarno Aukia und Patrick Mathers – VSHN

Das Meetup begann mit einer kurzen Begrüssung und Community-Updates durch die Organisatoren. Die CNC Switzerland Meetups folgen dabei einigen klaren Prinzipien:

  • Alle Vorträge sind technisch und Open-Source-orientiert
  • Keine Produkt- oder Sales-Pitches
  • Die Talks finden auf Englisch statt
  • Speaker aus unterrepräsentierten Gruppen sind ausdrücklich willkommen

Diese Grundsätze sorgen dafür, dass das Meetup eine echte technische Community-Veranstaltung bleibt und keine Marketingplattform wird.

TLS Hot Reload in Kubernetes

Janne Kataja – SIX

Der erste Vortrag widmete sich einer praktischen Herausforderung im Betrieb von Kubernetes-Clustern: TLS-Zertifikatsrotation.

Janne Kataja von SIX erklärte, wie Anwendungen TLS-Zertifikate im laufenden Betrieb neu laden können, ohne dass Pods neu gestartet werden müssen.

In Kubernetes werden Zertifikate häufig in Secrets gespeichert und in Pods gemountet. Wenn ein Zertifikat beispielsweise durch cert-manager erneuert wird, aktualisiert Kubernetes automatisch das gemountete Secret. Anwendungen mit Hot-Reload-Mechanismen können diese Änderungen erkennen und die Zertifikate dynamisch neu laden.

Der Ansatz ermöglicht:

  • nahtlose Zertifikatsrotation
  • höhere Verfügbarkeit
  • den Einsatz kurzlebiger Zertifikate für bessere Sicherheit

Der Vortrag zeigte eindrücklich, wie bereits kleine architektonische Entscheidungen die Stabilität und Betriebssicherheit von Plattformen deutlich verbessern können.

Application-Centric Platforms mit OAM und KubeVela

Raffael Klingler – AXA Schweiz

Der zweite Talk beschäftigte sich mit einem Thema, das in vielen Organisationen aktuell stark an Bedeutung gewinnt: Platform Engineering und Internal Developer Platforms.

Raffael Klingler von AXA stellte das Open Application Model (OAM) vor und zeigte, wie dieser Ansatz den Fokus von Kubernetes-Infrastruktur auf applikationszentrierte Definitionen verschiebt.

Statt komplexe Kubernetes-Manifeste zu schreiben, definieren Entwickler ihre Anwendungen über modulare, wiederverwendbare Bausteine. KubeVela übersetzt diese abstrakten Definitionen anschliessend in konkrete Infrastruktur- und Kubernetes-Ressourcen.

Der Ansatz ermöglicht unter anderem:

  • standardisierte Deployment-Patterns
  • weniger Kubernetes-Komplexität für Entwickler
  • Integration von Cloud-Services und GitOps-Workflows

Gerade im Kontext von Internal Developer Platforms zeigt OAM, wie Kubernetes für Entwicklungsteams zugänglicher und produktiver werden kann.

DevOps für AI: Machine Learning mit Kubeflow in Produktion bringen

Fabrizio Lazzaretti (Wavestone) & Marco Crisafulli (enki)

Künstliche Intelligenz ist aktuell eines der dominierenden Themen in der IT. Dennoch scheitern viele AI-Initiativen daran, Modelle zuverlässig in Produktion zu betreiben.

Fabrizio Lazzaretti und Marco Crisafulli zeigten in ihrem Vortrag, wie MLOps-Praktiken und Kubeflow helfen können, die Lücke zwischen Data Science und produktiven Systemen zu schliessen.

Kubeflow ermöglicht unter anderem:

  • reproduzierbare Machine-Learning-Pipelines
  • bessere Zusammenarbeit zwischen Teams
  • automatisierte Trainings-Workflows
  • Integration mit dem CNCF-Ökosystem

Anhand eines durchgängigen Praxisbeispiels zeigten die Speaker, wie Organisationen von experimentellen AI-Projekten zu skalierbaren, produktionsreifen ML-Plattformen gelangen können.

Eine zentrale Erkenntnis des Talks: AI-Systeme brauchen starke DevOps-Grundlagen – oft sogar noch mehr als klassische Software.

Bye-bye Ingress-NGINX – Hello Gateway API

Urs Zurbuchen – Airlock

Der letzte Vortrag beschäftigte sich mit einem wichtigen Wandel im Kubernetes-Netzwerk-Ökosystem.

Urs Zurbuchen von Airlock erklärte, warum das traditionelle Ingress-Modell, das lange Zeit stark vom NGINX Ingress Controller geprägt war, zunehmend an seine Grenzen stösst.

Viele Kubernetes-Nutzer kennen Herausforderungen wie:

  • komplexe Konfigurationen
  • eine starke Abhängigkeit von Annotationen
  • Sicherheitsprobleme bei älteren Implementierungen

Die Gateway API entwickelt sich derzeit zu einem neuen Standard, der diese Einschränkungen adressieren soll.

Der Vortrag zeigte:

  • die architektonischen Vorteile der Gateway API
  • warum sie als zukünftiger Standard gilt
  • mögliche Migrationspfade für bestehende Cluster

Für viele Teilnehmende bot der Vortrag einen hilfreichen Überblick darüber, wohin sich Kubernetes Networking in Zukunft entwickelt.

Networking und Apéro

Nach den Vorträgen blieb Zeit für Diskussionen, Austausch und das traditionelle Meetup-Apéro.

Solche Veranstaltungen zeigen immer wieder, wie stark die Schweizer Cloud-Native-Community ist: Engineers aus unterschiedlichsten Unternehmen teilen ihre Erfahrungen, diskutieren neue Technologien und lernen voneinander.

Talks ansehen

Die Aufzeichnungen der Vorträge werden auf dem VSHN TV YouTube Channel veröffentlicht.

Abonniere den Channel, um benachrichtigt zu werden, sobald die Videos online sind.

Teil der Community werden

Das Cloud Native Computing Switzerland Meetup richtet sich an Entwicklerinnen und Entwickler, Architektinnen und Architekten sowie Engineers, die sich für Cloud-Native-Technologien und Open Source interessieren.

Wenn du selbst ein Projekt vorstellen oder einen Talk halten möchtest, kannst du deinen Vorschlag hier einreichen.

Wir freuen uns darauf, dich beim nächsten Meetup zu sehen.

Markus Speth

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