Acht Entwickler, acht Einstellungen: wer bei GitHub über das KI-Training entscheidet

Seit dem 24. April 2026 trainiert GitHub seine KI-Modelle mit dem, was Copilot-Nutzer eingeben und zurückbekommen, ausser die einzelne Person widerspricht. Das betrifft Copilot Free, Pro und Pro+ und laut der Einstellungsdokumentation von GitHub auch Copilot Max. Copilot Business und Copilot Enterprise sind davon ausgenommen.
Für eine einzelne Entwicklerin ist das eine Frage der Vorliebe: Einstellungen öffnen, entscheiden, fertig. Für ein Team ist es eine andere Art von Frage. Genau diese Frage hat uns ein Team kürzlich als Grund genannt, sich Codey anzuschauen, unseren gemanagten Forgejo-Service. Es geht dabei nicht darum, ob die Regelung von GitHub gut oder schlecht ist, sondern darum, wer entscheidet.
Was GitHub geändert hat
GitHub hat die Änderung am 25. März 2026 im eigenen Blog angekündigt, dazu einen Changelog-Eintrag zur Datenschutzerklärung und zu den Nutzungsbedingungen veröffentlicht. Zusammen mit der Copilot-Einstellungsseite ergibt sich folgendes Bild:
- Welche Daten. Interaktionsdaten: Eingaben, Ausgaben, Code-Ausschnitte und ihr Kontext. Die Ankündigung nennt den Code rund um den Cursor, Kommentare, Dateinamen, die Struktur des Repositorys und das Feedback zu Vorschlägen.
- Wer betroffen ist. Nutzer von Copilot Free, Pro und Pro+. Die Einstellungsseite nennt zusätzlich Copilot Max.
- Wer nicht. Nutzer von Copilot Business und Copilot Enterprise. Laut Changelog bleiben Konten, die eine Organisation bereitstellt, unter dem Data Protection Agreement von GitHub. Die Einstellungsseite hält fest, dass die Trainingsoption bei diesen Plänen gar nicht angezeigt wird. Zudem nimmt die Ankündigung Interaktionsdaten aus Repositories im Besitz eines Enterprise-Kontos aus, unabhängig vom Plan der Person.
- Private Repositories. Ihr gespeicherter Inhalt wird nicht verwendet. Interaktionsdaten, die entstehen, während jemand mit Copilot in einem privaten Repository arbeitet, fallen sehr wohl darunter, solange diese Person nicht widerspricht und das Repository keinem Enterprise-Konto gehört.
- Wer die Daten erhält. GitHub und seine verbundenen Unternehmen, laut GitHub einschliesslich Microsoft, aber keine externen Modellanbieter.
- Wie du widersprichst. In deinen persönlichen Copilot-Einstellungen setzt du „Allow GitHub to use my data for AI model training“ auf Disabled. Wer schon früher der Datensammlung zur Produktverbesserung widersprochen hat, behält diese Wahl.
Ein Schalter pro Person ist ein Teamproblem
Die Einstellung liegt im Konto jeder einzelnen Person. Ein Team mit acht Entwicklern auf Einzelplänen hat diese Einstellung achtmal, jedes Mal in der Hand einer anderen Person. Die tatsächliche Regel des Teams ist, was jede und jeder zuletzt gewählt hat. Wer nächsten Monat dazukommt, bringt mit, was im eigenen Konto steht: die Voreinstellung, ausser die Person hat irgendwann vorher widersprochen. Das Team erfährt es nur, wenn es nachfragt.
Keine der drei Seiten von GitHub beschreibt einen Weg, wie eine Organisation diese Einstellung für Mitglieder auf Einzelplänen festlegen kann. Der Weg, den sie beschreiben, ist ein Platz in Copilot Business oder Enterprise, wo sich die Frage gar nicht stellt. Das ist eine echte Antwort, und für ein Team, das Copilot nutzen will, vielleicht die richtige: Die Entscheidung liegt dann nicht mehr bei acht Personen, sondern in einem Vertrag.
Ein Umzug des Codes ändert daran nichts. Laut der Einstellungsseite von GitHub gelten die Copilot-Einstellungen überall, wo du GitHub Copilot verwendest. Wer mit einem persönlichen Copilot-Plan Code bearbeitet, der auf Codey liegt, unterliegt derselben Trainingseinstellung wie auf GitHub. Wo die Repositories liegen und welchen KI-Assistenten dein Team einsetzt, sind zwei getrennte Entscheidungen. Wem die zweite wichtig ist, braucht für den Assistenten eine eigene Antwort, egal auf welcher Plattform der Code liegt.
Was eine eigene Plattform ändert
Eine eigene Plattform ändert die erste Entscheidung: wer die Bedingungen für den Ort festlegt, an dem dein Code, deine Issues und deine Pull Requests liegen.
Eine Codey-Instanz ist eine dedizierte Forgejo-Instanz und kein Mandant auf einer geteilten Plattform. Dein Team hat die volle Administratorkontrolle über Repositories, Benutzer und Einstellungen. Die Instanz läuft bei Cloudscale in Rechenzentren in der Schweiz. Forgejo ist freie Software unter GPLv3, über deren Ausrichtung die Mitwirkenden des Projekts entscheiden. Der gemeinnützige Verein Codeberg e.V. verwaltet die Domains und stellt Ressourcen bereit, die Governance von Forgejo bleibt davon unabhängig. Jede Funktion steht allen Nutzern zur Verfügung. VSHN übernimmt Updates, Backups, Monitoring und Sicherheitspatches, und du kannst jederzeit alles exportieren und Forgejo selbst betreiben.
Die Voreinstellungen deiner Plattform kommen also aus drei dokumentierten Quellen: aus den Releases des Forgejo-Projekts, aus den Plattformvorgaben, die Servala laut der Codey-Dokumentation verwaltet (Offline-Modus ohne externe Avatar- oder CDN-Abfragen, eingeschränkte neue Konten, ein vom System verwaltetes Admin-Konto), und aus deinen eigenen Admin-Einstellungen. Alle drei kannst du nachlesen, und über die letzte entscheidest du.
Für ein kleines Team ist der Umzug kurz
Die eingebaute Migration von Forgejo übernimmt Repositories, Issues, Pull Requests, Labels, Meilensteine, Releases und Git-LFS-Objekte von GitHub. Forgejo Actions ist mit GitHub-Actions-Workflows kompatibel, Pipelines laufen also mit wenigen Anpassungen weiter. In der Codey-FAQ halten wir fest, dass die meisten Teams innert eines Tages startklar sind.
Codey gibt es ab CHF/EUR 39 pro Monat, stundengenau abgerechnet, und du bestellst es selbst über Servala.
Quellen:
- Updates to GitHub Copilot interaction data usage policy: GitHub Blog, 25. März 2026, auf Englisch
- Updates to our Privacy Statement and Terms of Service: How we use your data: GitHub Changelog, 25. März 2026, auf Englisch
- Managing GitHub Copilot policies as an individual subscriber: GitHub Docs, die Trainingseinstellung und die betroffenen Pläne, auf Englisch
- Codey: Pläne, Hosting und die Migrations-FAQ
- Migrating repositories to Forgejo: was der Importer von Forgejo übernimmt, auf Englisch
- Codey-Dokumentation: die Plattformvorgaben, die Servala verwaltet, auf Englisch
- Forgejo FAQ: die Governance von Forgejo und das Verhältnis zu Codeberg e.V., auf Englisch