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Ein Tag mit Open-Source-Legenden: Technical Roadshow MariaDB & VSHN mit Michael “Monty” Widenius & Anders Karlsson

28. Okt. 2026

Ein ausgebuchter VSHN Tower, Monty Widenius, der die Geschichte von MySQL und MariaDB aus erster Hand erzählt, Anders Karlsson mit Live-Demos und Computergeschichte – und eine Roadmap, bei der der ganze Raum zum Smartphone griff, um Fotos zu machen. Manche Events bleiben einfach in Erinnerung – unsere Technical Roadshow MariaDB & VSHN am Montag, 19. Oktober 2026, war eines davon.

Der Raum war voller Leute, die mit echten Fragen kamen und unsere Speaker haben dreieinhalb Stunden Datenbank-Talk in einen der unterhaltsamsten Nachmittage verwandelt, die wir je im VSHN Tower hatten. Fast alle sind bis ganz zum Schluss geblieben – und danach noch ein bisschen länger für den Apéro. Das sagt mehr als jedes Feedback-Formular.

Live-Demos mit “Dr. Database”

Anders Karlsson, Solutions Engineer bei MariaDB und für viele schlicht “Dr. Database”, hat den Nachmittag mit zwei Live-Demos eröffnet. Zuerst: ein MariaDB Galera Cluster mit MaxScale davor. MaxScale ist der SQL-fähige Proxy zwischen Applikation und Datenbank – er trennt Lese- und Schreibzugriffe, übernimmt das Failover transparent und spielt sogar laufende Transaktionen erneut ab, damit die Applikation nicht merkt, wenn ein Node ausfällt.

In der zweiten Demo zeigte Anders MariaDB Cloud und die KI-Seite von MariaDB: native Vektorsuche, RAG-Pipelines und MCP für KI-Agenten. Die Vektorsuche ist seit Version 11.8 fest in MariaDB eingebaut – keine Extension nötig, die Embeddings liegen direkt neben den Daten, die sie beschreiben, und die semantische Suche läuft in ganz normalem SQL. Auch die Benchmarks waren beeindruckend: zwei- bis dreimal so viele Queries pro Sekunde wie pgvector bei gleichem Recall und ein Index, der in unter 15 Minuten statt in mehreren Stunden gebaut ist.

Anders ist nicht nur Datenbankexperte, sondern auch ein grosser Fan von Computergeschichte – und ein toller Geschichtenerzähler. Einer unserer Lieblingsmomente war seine Geschichte darüber, wie IBM die Zukunft des Unternehmens auf einen einzigen Computer gesetzt hat. Es hat funktioniert – und nur deshalb kennen wir heute alle den Namen IBM. Wäre es schiefgegangen, wäre IBM heute wohl nur eine Fussnote in einem Geschichtsbuch.

KI für Datenbanken, auf Schweizer Clouds

Nach der Pause hat Aarno Aukia KI aus Sicht des Betreibers betrachtet. Wenn KI-Agenten mit Datenbanken arbeiten, passieren zwei ganz unterschiedliche Dinge: Agenten verbinden sich mit deinen bestehenden Datenbanken – mit Query-Mustern, die nie jemand geprüft hat. Und Agenten provisionieren ihre eigenen Datenbanken – die niemand bestellt hat, niemand patcht und niemand sichert. Mit dem VSHN Application Catalog ist eine Datenbank einfach ein Kubernetes-Objekt, und RBAC, Quotas und Namespaces werden zur Policy – in deinem Cluster, auf deiner Schweizer Cloud, mit deinem Audit-Trail.

Ausserdem hat er die Frage gestellt, die sich jede Organisation stellen sollte, bevor ein KI-Workload live geht: Ist er wirklich souverän? Eine Schweizer Region allein reicht nicht. Entscheidend ist, wo die Daten liegen (inklusive Embeddings und Prompt-Logs), wo die Modelle laufen und wer das Ganze betreibt. Open Source plus ein Schweizer Betreiber beantwortet die letzte Frage strukturell.

Aarno zeigte auch die drei Wege, MariaDB mit VSHN zu betreiben: als Self-Service über den souveränen App Store Servala, direkt von VSHN auf APPUiO oder VSHN Managed OpenShift, oder in deiner eigenen Private Cloud oder deinem Rechenzentrum. Und weil VSHN autorisierter Schweizer Reseller ist, gibt es MariaDB Enterprise auf derselben Plattform – mit dem Service Level von VSHN für die Plattform und dem von MariaDB für die Datenbank.

Die Geschichte von MySQL und MariaDB – erzählt von dem, der sie geschrieben hat

Dann kam das Highlight des Nachmittags: 75 Minuten mit Michael “Monty” Widenius, CTO von MariaDB plc und Schöpfer von MySQL und MariaDB.

Monty hat uns ganz an den Anfang mitgenommen: wie er MySQL gebaut hat und wie aus einem kleinen nordischen Projekt das “M” im LAMP-Stack wurde, auf dem ein grosser Teil des frühen Webs lief. Dann kam 2008 der Verkauf an Sun Microsystems. Monty war da ganz offen: Er war überzeugt, dass Sun das perfekte Zuhause für MySQL war – ein Unternehmen mit Open Source im Kern. Und wenn eines in jeder Minute seines Talks rüberkam, dann wie tief Monty an Open Source glaubt. Nicht als Geschäftsmodell, sondern als die richtige Art, Software zu bauen.

Dann kündigte Oracle an, Sun zu übernehmen – und damit auch MySQL. Für Monty änderte das alles. Also beschloss er, es noch einmal zu tun. Er forkte den Code, viele der zentralen MySQL-Entwickler folgten ihm, und MariaDB war geboren – benannt nach seiner jüngeren Tochter Maria, so wie MySQL nach seiner Tochter My benannt ist.

Diese Geschichte aus erster Hand zu hören, war etwas ganz Besonderes. Und Monty erzählt sie mit viel Humor – der Raum hat mehr als einmal gelacht. Zusammen sind Monty und Anders ein fantastisches Team: auf der einen Seite die Perspektive des Gründers, auf der anderen die von Dr. Database.

Als der ganze Raum zum Smartphone griff

Monty hat aber nicht nur zurückgeschaut. Als er zeigte, was in den nächsten MariaDB-Releases kommt, passierte etwas, das man an Tech-Events selten erlebt: Der ganze Raum zückte das Smartphone, um die Slides zu fotografieren. Ein paar der Dinge, die dafür gesorgt haben:

  • MariaDB 13.0 (GA seit 15. September) mit einer DuckDB Storage Engine für Analytics direkt in MariaDB, RETURNING für Updates und Point-in-Time-Recovery aus dem Redo-Log
  • Performance: bis zu 2,5-facher OLTP-Durchsatz von 11.8 Enterprise im Vergleich zu 10.6 und 2- bis 4-facher Schreibdurchsatz auf HDD in 12.3
  • Plugins direkt aus SQL installieren, aus einem signierten Repository der MariaDB Foundation – neue Funktionen, ohne aufs nächste LTS warten zu müssen
  • MariaDB 14 und darüber hinaus: Parallel Query, Materialized Views, Row-Level Security, Full Outer Joins und mehr

Monty hat auch das Thema Migration abgedeckt: Der Umstieg von MySQL 5.7 oder älter ist in den meisten Fällen ein Drop-in-Replacement, MariaDB repliziert von und zu MySQL, sodass du parallel testen und dir einen Weg zurück offenhalten kannst, und mit sql_mode=ORACLE läuft viel PL/SQL unverändert.

Die Zukunft von Tech, Datenbanken und KI

Ein roter Faden durch den ganzen Nachmittag war die Zukunft: von Datenbanken, von Technologie allgemein und ganz besonders von KI. Ein Punkt, der uns geblieben ist: Large Language Models wirken, als wären sie aus dem Nichts gekommen, aber die Ideen dahinter gibt es schon lange.

Und es gab eine schöne Verbindung zurück zu den Anfängen von MariaDB. “Open Weights” sind nicht dasselbe wie Open Source – die Gewichte werden veröffentlicht, aber die Trainingsdaten bleiben unter Verschluss und die Lizenzen kommen mit Einschränkungen. Die Frage, aus der MariaDB entstanden ist, stellt sich heute bei KI-Modellen erneut. Apertus, das offene Schweizer Modell von ETH Zürich, EPFL und CSCS, wurde als Beispiel gezeigt, wie es auch anders geht.

Viele Fragen und ein toller Apéro

Das Publikum war super engagiert, und die offene Q&A am Schluss brachte viele spannende Fragen an die Engineers von MariaDB und VSHN. Und wie immer im VSHN Tower gingen die Gespräche danach beim Apéro mit Drinks und Fingerfood weiter.

Verpasst? Slides und Aufzeichnungen

Du hast keinen Platz mehr bekommen oder willst alles nochmals in Ruhe anschauen? Kein Grund, deine Smartphone-Fotos zu entziffern – Lade dir die Slides herunter vom ganzen Nachmittag. Die Aufzeichnungen der Talks sind bald auf vshn.tv online – wir sagen dir Bescheid, sobald sie verfügbar sind.

Danke

Ein riesiges Dankeschön an alle bei MariaDB, die das möglich gemacht haben – besonders an Monty, Anders und Jonas Schwegler, dass sie nach Zürich gekommen sind und so viel Zeit, Wissen und Geschichten mit uns geteilt haben. Danke an Aarno, Tania und alle VSHNeers, die vor Ort mitgeholfen haben. Und vor allem: Danke an alle, die gekommen sind und den Nachmittag mit uns verbracht haben. Ihr habt ihn zu dem gemacht, was er war.

Weiter geht’s: Executive Breakfast Roundtable am 17. November

Wenn du am Montag dabei warst, hast du gesehen, was MariaDB technisch kann. Der nächste Schritt ist das Business-Gespräch – und da kommt deine Chefin oder dein Chef ins Spiel.

Am 17. November laden wir zum Executive Breakfast Roundtable MariaDB & VSHN, wieder im VSHN Tower. Beim Frühstück sprechen wir darüber, wie MariaDB deiner Organisation helfen kann und wie VSHN es für dich betreibt – souverän, in der Schweiz, vollständig managed. Mit einer Customer Success Story und einem offenen Roundtable mit viel Raum für Fragen.

Darum unsere Bitte: Erzähl deiner Chefin oder deinem Chef davon. Leite ihnen diesen Beitrag weiter. Die Plätze sind auf 20 begrenzt.

Hier anmelden: https://luma.com/2nsyt1ud

Du willst nicht so lange warten? Hol dir einen kostenlosen Estate Review deines MariaDB- oder MySQL-Setups, schau dir managed-mariadb.ch an oder teste Managed MariaDB auf Servala.

Wir sehen uns im VSHN Tower!

Markus Speth

Marketing, Communications, People

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