Switch Cloud Forward Forum Day 2026 Recap

Sovereign Cloud, konkrete Use Cases und ein Saal voller Entscheidungsträger aus der Schweizer Hochschulwelt
Am 23. Juni war VSHN am Cloud Forward Forum Day 2026 in Bern – einer Veranstaltung von Switch für IT-Verantwortliche, Beschaffungsspezialistinnen und Strateginnen aus Schweizer Hochschulen und Forschungsinstitutionen. Das Thema: Wie lässt sich Public Cloud für die Schweizer Hochschulwelt nutzbar machen – ohne auf Souveränität, Compliance oder Flexibilität zu verzichten?
VSHN war gleich zweimal präsent: mit einem Use Case aus dem Gesundheitssektor und mit einem Elevator Pitch auf der Bühne. Ein Rückblick auf den Tag.
Das grosse Bild: KI, Souveränität und der Druck zur Modernisierung
Den Auftakt machte eine Keynote von Marc Stampfli (NVIDIA), der den aktuellen Moment als industrielle Revolution durch Intelligenz beschrieb – und die Frage aufwarf, was Souveränität bedeutet, wenn KI-Infrastruktur in den Händen weniger globaler Anbieter konzentriert ist. Das setzte den Ton für alles, was folgte: Institutionen wollen schnell vorankommen – aber nicht auf Kosten der Kontrolle über ihre Daten.
Elevator pitches: klare Botschaften, knappe Zeit
In der Elevator-Pitch-Session am Vormittag hatten die Sprecherinnen und Sprecher je drei Minuten Zeit, ihren Standpunkt zu vertreten. VSHN’s Aarno Aukia trat mit einem einzigen, pointierten Argument an: Souveränität ist keine Philosophie mehr – sie ist ein Beschaffungskriterium mit echtem Preisschild.
Sein Ankerbeispiel: Ein EUR-180-Mio.-Cloud-Auftrag der EU-Kommission vom April 2026, bewertet anhand von acht Souveränitätsdimensionen – darunter Supply Chain (20%), Strategic (15%), Operational (15%) und Technology (15%) mit den höchsten Gewichtungen. Die Konsequenz in der Praxis: Das Joint Venture von Thales und Google kostete Proximus eine volle SEAL-Stufe gegenüber rein europäischen Mitbewerbern. Souveränität schlägt sich heute direkt in gewonnenen oder verlorenen Aufträgen nieder.
VSHN bewertet sich selbst mit SEAL-3 – demselben Niveau wie die drei stärksten Gewinner in dieser EU-Ausschreibung. Für ein Publikum aus Schweizer Hochschulen, das gerade über Cloud-Beschaffung nachdenkt, kam diese Botschaft zum richtigen Zeitpunkt.
HIN: Sovereign Cloud für Gesundheitsdaten, gebaut auf Exoscale und VSHN

Der Use-Case-Vortrag am Vormittag, der am stärksten mit VSHNs Arbeit resonierte, kam von Mohammad Alavi von Health Info Net (HIN). HIN ist einer der grössten Anbieter im Schweizer Gesundheitssektor. Mohammad schilderte eine Herausforderung, die viele Institutionen kennen: Wie baut man eine moderne, skalierbare Cloud-Plattform für sensible Daten, wenn regulatorische Vorgaben noch lückenhaft sind und der Einsatz hoch ist?
HINs Antwort war, die Regulierungslücke selbst zu schliessen – mit eigenen Grundsätzen für Sicherheit und Datenschutz, und einer souveränen Cloud-Plattform, die gemeinsam mit den Schweizer Partnern Exoscale und VSHN aufgebaut wurde. Das Ergebnis: eine Plattform, die nicht nur HINs eigene Services sicher betreibt, sondern auch HIN-Community-Mitgliedern ermöglicht, eigene Anwendungen auf derselben Infrastruktur zu betreiben.
Ein starkes Beispiel dafür, was Platform Engineering in regulierten Branchen leisten kann: nicht nur Compliance, sondern echte Befähigung anderer, darauf aufzubauen. Die ganze Geschichte findest du in unserer HIN Success Story.

Weitere Use Cases des Tages
Die Nachmittagssessions brachten weitere Perspektiven. AWS, Sparkle und Netcloud beleuchteten Privacy und Compliance als Enabler von Souveränität. SoftwareOne plädierte für Google Workspace als sinnvolle Ergänzung zu Microsoft 365 in Hochschulumgebungen. Und in der Switch-Cloud-Session berichteten FHNW und Swiss Learning Hub von ihren Erfahrungen beim Deployment von Evento – einem Campus-Management-System, das an vielen Schweizer Fachhochschulen eingesetzt wird – in die Switch Cloud, inklusive Stolpersteine und Early-Adopter-Lektionen.
Bechtle präsentierte ausserdem ein KI-gestütztes Datenzugriffsprojekt der Universitären Altersmedizin FELIX PLATTER in Basel: Mit Azure OpenAI Services und Microsoft Fabric können Forschende klinische Daten per natürlicher Sprache abfragen – ein Beispiel dafür, wie KI ihren Weg in sehr konkrete, regulierte Workflows findet.
Was wir mitnehmen
Cloud Forward ist ein fokussiertes Event – keine grosse Messe, sondern ein Raum, in dem Schweizer Hochschulinstitutionen echte Entscheidungen miteinander abgleichen. Das wiederkehrende Thema über alle Sessions hinweg: Souveränität ist kein Compliance-Haken, der abgehakt wird – sie ist ein Designprinzip, das Architektur, Partnerwahl und langfristige Flexibilität prägt.
Genau das ist die Art von Platform-Thinking, die VSHN zu Kunden wie HIN bringt – und das Gespräch, das wir mit Schweizer Institutionen weiterführen wollen, die vor denselben Herausforderungen stehen.
Neugierig, wie eine souveräne, Kubernetes-basierte Cloud-Plattform für deine Organisation aussehen könnte? Lass uns reden.