Interne Tech

DevOps in der Schweiz

26. Apr. 2016

Wir sind hocherfreut, dass das Thema DevOps in den letzten Monaten auch in der Schweiz an Bedeutung gewonnen hat.
„DevOps ist zentral für die digitale Zukunft von SIX“. Die Kernessenz dieser Headline, nämlich digitale Projekte mit der richtigen Geschwindigkeit und Qualität zu realisieren, lässt sich nur durch das Zusammenbringen und bereichsübergreifender Kommunikation zwischen Business, Dev (Entwicklung) und Ops (Betrieb) erfolgreich umsetzen. Sowohl bei VSHN wie auch bei SIX schliessen sich DevOps und zertifizierte Sicherheit im Finanzumfeld überhaupt nicht aus. Wir sind stolz darauf, SIX Payment Services zu unseren Referenzkunden zählen zu dürfen.

Patrick Stampfli (ELCA) schreibt in seinem Gastbeitrag „In the Code: Alle lieben DevOps – oder?“ über die Herausforderungen bei der Umstellung vom traditionellen „Design-Build-Run-Zyklus“ zur kontinuierlichen „On-Air-Software“. „Eine wirkliche End-to-End-Agilität in der Softwareentwicklung“ ist erst dann möglich, wenn neben der Anpassung der Planungs- und Entscheidungsprozesse hin zur Agilität auch die Automatisierung der technischen Prozesse (die „Voraussetzungen für DevOps“) erfolgt ist.
Wie die Einführung in einem grossen Unternehmen geschehen kann, beschreibt netzwoche.ch in „A Virtual DevOps Journey“. Eine etwas kürzere Schritt-für-Schritt-Anleitung bietet computerworld.ch in „Erfolgsrezept DevOps in vier Schritten einführen“.
Auch Umfragen belegen, dass das Thema DevOps bei den Entscheidern in Schweizer Unternehmen konkret wird:

  • 77% geben an, DevOps machen zu wollen, weil sie Software für mehrere verschiedenen Plattformen betreiben müssen und sie darum Automation benötigen.
  • 31% geben Applikationen für Mobilgeräte als treibende Kraft an.
  • 30% nennen die steigende Komplexität der Infrastrukturen (physisch, virtuell, Cloud) als Motivation, die Prozesse zu automatisieren um unabhängig(er) von der Infrastruktur zu werden.
  • Für 27% ist die Steigerung der Qualität und Geschwindigkeit wichtig.

Selbstverständlich sieht auch Google das steigende Interesse nach DevOps aus der Schweiz.
So freuen wir uns umso mehr, erfolgreich in diesem aufstrebenden Markt unterwegs zu sein.

Aarno Aukia

Aarno ist Mitgründer der VSHN AG und als CTO für die technische Begeisterung zuständig.

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Interne Tech

Puzzle ITC und VSHN lancieren APPUiO – die Schweizer Enterprise PaaS

1. März 2016

Der Open Source Dienstleister Puzzle ITC und die DevOps Company VSHN AG kombinieren ihre Stärken und lancieren gemeinsam die Schweizer Enterprise PaaS “APPUiO“.
APPUiO basiert auf der “next generation PaaS” OpenShift Enterprise V3 von Red Hat. Auf bewährten Open Source Projekten wie Docker und Kubernetes (mehr …)

Aarno Aukia

Aarno ist Mitgründer der VSHN AG und als CTO für die technische Begeisterung zuständig.

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Allgemein Tech

Was ist DevOps – was macht VSHN?

16. Feb. 2016

DevOps ist ein weit verbreiteter Begriff, aber leider ähnlich vage wie „Cloud“: zwar weiss jeder, dass er es will oder braucht und dennoch ist es nicht etwas, was man einfach bestellen und geliefert bekommen kann.
Wir verstehen unter DevOps die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Entwicklern (Developers) und Betreibern (Operators) von Software, um die Applikationen schnell und systematisch einzusetzen.

Ähnlich wie bei Agiler Softwareentwicklung (z.B. Scrum) – bei dem der „Product Owner“ mit den Softwareentwicklern zusammen die jeweils nächstfolgenden Entwicklungsschritte spezifiziert und fertiggestellte Arbeiten abnimmt – fördert dies die Kommunikation zwischen den beteiligten Parteien und vermindert Missverständnisse und dadurch teure Fehler.
Die Förderung der Zusammenarbeit zwischen Entwicklern und Betreibern steht im Kontrast zur bisherigen Praxis, diese Teams strikt zu trennen – sei dies aus Gründen der Gewaltentrennung (kein Zugriff der Entwickler auf Produktionsdaten) oder weil Entwickler und Betreiber unterschiedliche Anforderungsprofile erfüllen mussten (Programmierkönnen, Bereitschaftsdienst).
Unterdessen sind aber eine Reihe von Erkenntnisse und bewährte Verfahren aus der Softwareentwicklung auch in den Betriebsprozessen angekommen:

  1. Infrastructure as Code: Die Beschreibung und Konfiguration der Infrastruktur-Komponenten mittels Skripts, um wiederkehrende Aufgaben (z.B. Installation eines Servers oder Installation / Upgrade einer Applikation) schnell und zuverlässig zu automatisieren. Je nach Anwendungsfall und Umgebung gibt es dafür unterschiedliche Werkzeuge – Docker, Ansible, Puppet, SaltStack, etc. – die bereits eigene Frameworks und Ökosysteme mit fertigen Bausteinen für Standardkomponenten mitbringen.
  2. Testsysteme: Wenn das Aufsetzen eines Servers komplett automatisiert ist, minimiert dies den Aufwand, einen oder mehrere Testserver zu erstellen. Wenn die Entwickler einen Testserver benutzen können, der gleich aufgesetzt ist wie ein Produktionsserver, können sie Fehler finden, bevor sie auf der Produktion auftreten.
  3. Versionierung: Ist die Infrastruktur oder zumindest Teile davon in Code abgebildet, so kann man diesen mit bekannten Code-Versionierungstools (Git, SVN, etc.) verwalten. Dies ermöglicht die Nachvollziehbarkeit von Änderungen an der Infrastruktur („Wer hat was wann geändert?“, „Warum funktioniert das plötzlich nicht mehr, obwohl an der Software nichts geändert wurde?“) und das lückenlose Zurückrollen von Änderungen, falls doch mal ein Fehler auftreten sollte.
  4. Kontinuierliche Integration des Infrastrukturcodes: So wie auch die eigentliche Applikation automatisch bei jeder Änderung kompiliert und sowohl komponentenweise als auch gesamtheitlich funktional getestet wird, können auch die Anforderungen an die Infrastruktur anhand automatisierter Tests verifiziert werden. Durch das möglichst frühzeitige Erkennen eines Fehlers werden die Auswirkungen minimiert. Zum Beispiel kann das Publizieren von Änderungen gesperrt werden, falls Fehler beim Testen aufgetreten sind.

Umgekehrt fliessen auch Erfahrungen aus dem Betrieb in moderne Softwarearchitekturen ein:

  1. Paketisierung und Versionsverwaltung: Damit über den gesamten Qualitätssicherungsprozess von Test- / Entwicklungsserver, Abnahme durch den Product Owner, evtl. externes Testen / Validieren (Beta-, User-, UX-Tests), Integration mit externen Schnittstellen (Backends, APIs) bis zur Produktion alle beteiligten Personen von der jeweils gleichen Version der Software sprechen, wird diese in einem versionierten Paket abgelegt. Die Art der Paketierung kann dabei von der Entwicklungs- (z.B. JAR bei Java, WAR bei Tomcat) oder Betriebsumgebung (z.B. DEB/RPM bei Linux, MSI bei Windows) vorgegeben oder wie z.B. im Falle von Docker auch unabhängig sein. Dies stellt sicher, dass die Software komplett (mit allen benötigten Bibliotheken) installiert und aktualisiert werden kann und automatisiert diese Schritte soweit möglich.
  2. Service Oriented Architectures (SOA) und Microservices: Sobald eine Applikation in der Entwicklung so umfangreich und / oder komplex wird, dass sich mehr als eine handvoll Teams darum kümmern, ist es einfacher, die Teams in kleinere Sub-Projekte („Microservices“) aufzuteilen und die Schnittstellen dazwischen explizit zu definieren als alle Teams untereinander im gleichen „Projekt“ bezüglich Technologie, Entwicklungsfortschritt und interner Zuständigkeiten zu koordinieren. Damit können die Teams nicht nur entkoppelt voneinander weiterentwickeln, sondern könnten sogar für ihren Zweck geeignetere Technologien wählen – vorausgesetzt, die Schnittstelle zu anderen Teams ändert sich nicht. Optimalerweise wären die meisten Komponenten / Services untereinander fehlertolerant, funktionieren also bei Ausfall einer Sub-Komponente mit eingeschränkter Funktionalität weiter, wodurch das Gesamtprojekt robuster wird.
  3. Configuration Management: Die meisten Applikationen haben Schnittstellen zu anderen Applikationen – zum Beispiel zu einer Datenbank oder anderen APIs / Services – und schreiben Protokolldateien. Während der Entwicklung, dem Testing in der Qualitätssicherung und für die Produktion werden unterschiedliche Endpunkte (Adressen, Zugangsdaten etc.) dafür verwendet. Dies ermöglicht die Isolation von Test- und Produktivdaten; ein Test einer neuen Version kann also nicht aus Versehen die produktiven Kundendaten löschen. Darum werden die Zugangsdaten nicht direkt im Code verwaltet, sondern in Konfigurationsdateien, die wiederum für jede Umgebung automatisch generiert oder aus Umgebungsvariablen gelesen werden können. Eine moderne Definition dafür ist zum Beispiel die Zwölf-Faktoren-Methode (http://12factor.net/de/).
  4. Skalierbarkeit: Applikationen und Services, die klar definierte Schnittstellen haben, können einfach horizontal – also über verschiedene Server verteilt – skaliert werden. Dies ermöglicht dem Betrieb, den Service mehrfach, redundant und damit hochverfügbar anzubieten und auf unterschiedliche Last durch hinzufügen oder entfernen von Servern zu reagieren. Selbst diese Schritte können automatisiert werden: Es ist möglich, automatisch aufgrund der aktuellen Auslastung mehr Serverressourcen zu beziehen respektive wieder frei zu geben und abhängig vom Abrechnungsmodell der einzelnen Ressourcen Kosten nur dann zu produzieren, wenn die Leistung auch effektiv genutzt wird.

Was bringt nun die Verschmelzung von Entwicklungsmethoden und Betriebsprozessen konkret?

  1. Die Automatisierung der Infrastruktur (siehe „Infrastructure as Code“ oben) macht die Infrastruktur schneller, zuverlässiger und verhindert Inkonsistenzen durch (fehlende) manuelle Schritte auf verschiedenen Systemen. Sie ermöglicht, dass Entwickler und Product Owner ihre Ergebnisse effektiv unter gleichen Bedingungen wie die Produktion testen können.
  2. Die Automatisierung des Software-Lebenszyklus von der Entwicklung bis zur Produktion macht den ganzen Prozess schneller, zuverlässiger und kann optimalerweise vom Product Owner selbst nach Freigabe der neuesten Version durchgeführt werden. Dadurch geben nach den Entwicklern auch die Betreiber dem Business die Zügel für die Applikation in die eigenen Hände und stehen für Weiterentwicklungen zur Verfügung. Damit kann der Product Owner sowohl den Umfang als auch die Frequenz der Deployments bestimmen. Je häufiger ausgerollt wird, was zur Folge hat, dass der Umfang der jeweiligen Änderungen kleiner ausfällt, desto kleiner ist das Risiko von unerwünschten Nebenwirkungen und Fehlern. Tauchen dennoch einmal Fehler auf, kann der Product Owner selbst die letzte Änderung rückgängig machen und die Entwickler zur Nachbesserung aufbieten, ohne den Betrieb damit zu belangen.
  3. Beides zusammen verhindert, dass die IT im Selbstzweck den kritischen Pfad des Projektes blockiert und befähigt die Entwickler und das Business zur „Selbstbedienung“. Natürlich bedeutet das auch einen Kulturwandel innerhalb eines Unternehmens: schlägt ein Deployment fehl oder treten Probleme in der Produktion auf, so müssen Entwickler und Betriebsleute das Problem zusammen beheben und sicher stellen, dass es nicht wieder vorkommt (z.B. mittels automatischem Test). Dabei ist unerheblich, warum oder wegen wem das Problem aufgetreten ist: es muss kein „Schuldiger“ gefunden, sondern der Gesamtprozess kontinuierlich verbessert werden.

Wir bei VSHN machen den ganzen Tag nichts anderes, als verschiedene Entwicklungsprozesse, verschiedene Technologien, verschiedene Backends (Datenbanken, Cache-Server, Proxies, WAFs etc.) zu automatisieren und gemäss Anforderungen unserer Kunden und / oder Entwicklungs-Partnern auf beliebiger Infrastruktur – seien das öffentliche Clouds wie Amazon, Azure, Cloudscale.ch, Cloudsigma, Exoscale.ch, Safe Swiss Cloud, Swisscom Cloud oder private, also firmeninterne Infrastrukturen auf VMware- oder Hyper-V-Basis – zu betreiben.
Wir beraten unsere Kunden bezüglich Ort der Datenspeicherung (CH, EU, international), sind auch selber bald ISO27001-zertifiziert und können zusammen mit unseren Partnern Hosting gemäss FINMA-Standard anbieten.
Unsere Kernwerte sind Vertrauenswürdigkeit und Erreichbarkeit der fachlichen Kompetenz. Vertrauenswürdigkeit und Sicherheit durch Transparenz: transparente Kommunikation der Prozesse, transparente Auftragsdefinitionen und Verrechnungsmodelle. Wir arbeiten agil mit unseren Kunden und kommunizieren regelmässig. Wir sind 24×7 rund um die Uhr erreichbar und kümmern uns proaktiv um „unsere“ Applikationen.
Wir sind VSHNeers.

Aarno Aukia

Aarno ist Mitgründer der VSHN AG und als CTO für die technische Begeisterung zuständig.

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Puppet Development Workflow mit Vagrant

8. Jan. 2016

Wir von VSHN wollen unsere Kunden bei einem sauberen Lifecycle Management ihrer Software unterstützen. Dafür stellen wir ihnen mit Hilfe von Puppet mehrere Umgebungen zur Verfügung. Dies kann mit einer Testmaschine für die Entwickler beginnen, (mehr …)

matthias.indermuehle

Matthias ist Mitgründer der VSHN AG, Mitglied der Geschäftsleitung, und Partner

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crmngr – Puppet Control Repository Manager

23. Dez. 2015

Unser Weihnachtsgeschenk an die Open Source Community: Wir veröffentlichen unser Tool “crmngr” (Control Repository Manager) auf Github unter der BSD-3-Clause Lizenz: https://github.com/vshn/crmngr.

Dieses Tool hilft uns, die vielen Puppet Environments zu verwalten, welche bei uns durch r10k gesteuert werden. Es bietet zwei Hauptfunktionen: Reporting und Updates.
Mit der Report-Funktion bekommen wir einen Überblick darüber, welche Puppetmodule in welcher Version in welchem Puppet-Environment verwendet werden. Ausserdem wird auf den ersten Blick ersichtlich, ob ein Puppetmodul veraltet ist und eine neuere Version zur Verfügung steht – sei das auf Puppet Forge oder zum Beispiel in einem Git Repository.
Die Update-Funktion erlaubt es, Module in Puppet-Environments auf einen neueren Stand zu bringen, ein neues Modul hinzuzufügen oder ein Modul zu entfernen. Des Weiteren ist es möglich, über mehrere Environments hinweg Module zu aktualisieren oder andere Veränderungen vorzunehmen.
Im Kern arbeitet “crmngr” direkt mit dem r10k Control Git Repository. Es analysiert die Branches und die Puppetfiles innerhalb der Branches des Git Repositorys. Es ist keine manuelle Interaktion mit dem Repository mehr notwendig, “crmngr” kümmert sich um alles (git pull, git commit, git push, etc).
Slides vom Puppet Meetup in Zürich, welche „crmngr“ vorstellen, sind auf Speakerdeck zu finden. Die Dokumentation zur Installation und Verwendung des Tools ist im READMEabgelegt.
Wir freuen uns über jedes Feedback und jede Contribution zu „crmngr“.

Tobias Brunner

Tobias Brunner arbeitet seit über 20 Jahren in der Informatik und seit bald 15 Jahren im Internet Umfeld. Neue Technologien wollen ausprobiert und darüber berichtet werden.

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Automatisierte Backups mit Bareos und Puppet

10. Dez. 2015

Backups sind vielfach ein essentieller Bestandteil von Computersystemen. Sie dürfen nicht vernachlässigt werden. Da unsere Server und die der Kunden mit Puppet aufgesetzt und konfiguriert sind,
(mehr …)

Nicolas Bigler

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Experiment mit OpenShift Origin und Drupal 8

23. Nov. 2015

Letzten Donnerstag wurde nach mehreren Jahren Entwicklung die PHP Plattform Drupal 8 freigegeben. Dies nahmen wir zum Anlass, zusammen mit OpenShift Origin ein Experiment zu machen: Was braucht es, um mit einfachsten Mitteln Drupal 8 auf OpenShift Origin zum Laufen zu kriegen?

Aber was ist OpenShift Origin überhaupt? Es handelt sich dabei um eine offene Platform-as-a-Service Umgebung von RedHat, welche auf Docker und Kubernetes aufbaut. Origin ist der Name für die OpenSource Version. Die von RedHat kommerziell vertriebene Plattform nennt sich OpenShift Enterprise (kurz: OSE).
OpenShift ermöglicht es, mit wenig Aufwand für den Entwickler seine Applikation zu deployen und zu betreiben. Die PaaS-Lösung nimmt dem Entwickler dabei Aufgaben wie das Bauen (z.B. kompilieren) und Deployen ab.
Nach einigem Tüfteln ist es uns mit dem folgenden einfachen Befehl gelungen, Drupal 8 in einer Basiskonfiguration auf OpenShift Origin laufen zu lassen:

oc new-app php~https://github.com/tobru/drupal-openshift.git#openshift mysql --group=php+mysql -e MYSQL_USER=drupal -e MYSQL_PASSWORD=drupalPW -e MYSQL_DATABASE=drupal

Auf den ersten Blick sieht dieser Befehl abschreckend aus, nimmt man ihn aber in seine einzelnen Bestandteile auseinander, macht er mehr Sinn:

  • oc new-app: oc ist der Name des OpenShift Commandline Clients und new-app der Befehl um eine neue App zu deployen.
  • php~https://github.com/tobru/drupal-openshift.git#openshift: Der String vor dem Tilde Zeichen gibt den Basis Docker Container an, um die Applikation mit S2I (Source to image) zu bauen. Danach kommt der Pfad zum Git Repository und mit dem Hash Zeichen wird die Referenz (z.B. Branch) angegeben.
  • mysql: Hier wird ein weiterer Docker Container hinzugefügt. In diesem Fall ein MySQL Container.
  • –group=php+mysql: Gruppiert diese beiden Container zu einem Pod.
  • -e: Definiert Umgebungsvariablen, welche bei der Ausführung der Container zur Verfügung stehen.

Beim ersten Zugriff auf die Applikation startet der Drupal Installationsassistent. Anschliessend kann Drupal ganz normal verwendet werden.
Die Schwierigkeit bei diesem Experiment war, die richtigen Parameter zu finden und Drupal zur Zusammenarbeit zu bewegen. Unter anderem musste ein settings.php erstellt werden, da dies von Drupal verlangt wird. Auch musste im settings.php eine PHP-Einstellung angepasst werden.
Die hier vorgestellte Möglichkeit, Drupal 8 unter OpenShift zu betreiben, stellt nur einen Proof-of-Concept Status dar. Will man dies produktiv betreiben, gibt es noch einiges an Arbeit zu erledigen. Gerne unterstützen wir sie dabei.

Tobias Brunner

Tobias Brunner arbeitet seit über 20 Jahren in der Informatik und seit bald 15 Jahren im Internet Umfeld. Neue Technologien wollen ausprobiert und darüber berichtet werden.

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Open-Source Software mit GitHub weiterentwickeln

17. Nov. 2015

Was ist Open-Source Software?
Open-Source Software verbinden viele mit Software, die für alle möglichen Zwecke heruntergeladen und gratis benutzt werden kann. Open-Source Software ist jedoch viel mehr als das. Für mich steht vor allem der transparente und gemeinschaftliche Ansatz der Softwareentwicklung im Zentrum. Es geht darum, als Community gemeinsam Probleme zu lösen und vom gegenseitigen Know-how zu profitieren. Das Ergebnis wird dann unter einer freien Lizenz der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt. Daran geknüpft ist immer die Hoffnung, dass die Nutzer eines solchen Softwareprojekts sich auch aktiv an diesem beteiligen. Gerade in meinem beruflichen Umfeld rund um DevOps, System- und Netzwerkadministration, gibt es viele Leute, die täglich mit Open-Source Software arbeiten. Sie passen die Software für Ihre Zwecke an, korrigieren kleinere oder grössere Unzulänglichkeiten oder erweitern deren Funktionsumfang mit interessanten Features. Leider finden diese lokalen Änderungen aber nicht immer ihren Weg zurück zu den ursprünglichen Autoren.
Wieso fliessen lokale Anpassungen nicht zurück zu den entsprechenden Projekten?
Ich sehe für das Problem vor allem folgende Ursachen:

  • Mein Code ist für das Projekt nicht von Interesse. In der Regel schreibt man ja eigenen Code weil man damit ein Problem lösen will. Dass ich wirklich der Einzige mit dem Problem bin ist dann doch eher unwahrscheinlich. Natürlich kann es sein, das meine Änderungen nicht den Anforderungen oder dem abgesteckten Funktionsumfang eines Projekts entsprechen. Ich habe jedoch bisher nicht erlebt, dass Änderungen komplett abgelehnt werden. Dass mal die eine oder andere Anpassung gefordert wird, ist hingegen durchaus üblich und hilft in der Regel, die Qualität des eigenen Codes zu verbessern.
  • Mein Code ist nicht gut genug. Oft gehört, auch bei uns in der Firma. Der Code entspricht nicht den eigenen Anforderungen an Qualität, Stil etc. Man will sich damit nicht blamieren. Es gibt natürlich Code, der im Rahmen von Projekten entsteht, der nicht über alle Zweifel erhaben ist. In der Regel ist der Zeitaufwand, den Code auf ein akzeptables Niveau zu bringen jedoch überschaubar und in Hinblick auf die Wartbarkeit der Software auch gut investierte Zeit.
  • Mir fehlt die Zeit. Meist eine Ausrede; oft zumindest nicht zu Ende gedacht. Früher oder später muss ich meinen lokalen Code aktualisieren, meist dann, wenn im ursprünglichen Projekt neue Funktionen hinzukommen oder mehr oder weniger kritische Fehler beseitigt wurden. Wenn ich mir von Anfang an die Zeit nehme, meinen Code zurückzuführen, wird dieser automatisch von der Community mitgepflegt. Ich spare also unter dem Strich Zeit.
  • Ich weiss nicht so recht wie das mit Git, GitHub, Issues und Pull Requests funktioniert. Viele Projekte setzen mittlerweile auf GitHub als zentrale Entwicklungs- und Kollaborationsplattform. Daher müssen wir uns zwangsweise mit den Abläufen vertraut machen, wenn wir uns in die Entwicklung einbringen möchten. Dazu möchte ich im weiteren Verlauf dieses Blogposts ein kurze Einführung geben.

How do I GitHub?
GitHub ist eine webbasierte Softwareentwicklungs- und Kollaborationsplatform, die von vielen Open-Source Projekten als zentrale Anlaufstelle für Nutzer und Entwickler eingesetzt wird. Die Platform unterstützt bei:

  • Verteilung der Software; Basis hierzu ist das Versionskontrollsystem Git.
  • Verwaltung von Feature Requests und Bug Reports
  • Soziale Netzwerk-Komponenten wie das Folgen von Projekten.

GitHub setzt auch ganz gezielt auf möglichst einfache Kollaboration.
Issues
Wenn man ein Fehlverhalten (Bug Report) der Software festgestellt hat oder sich eine neue Funktion (Feature Request) wünscht, bietet es sich an, dafür ein Issue zu eröffnen. Vor allem wenn man noch keine Lösung bereit hat. Bei Bug Reports ist es immer wichtig, möglichst viele Informationen zum Nachvollzug des Fehlverhaltens zur Verfügung zu stellen. Dazu gehört die Version der eingesetzten Komponenten, welche Aktionen zum Fehlverhalten führten (Shell Kommandos, Screenshots / Screencasts, Schritt-für-Schritt Anleitungen) sowie Auszüge von relevanten Logdateien. Oft wird erwartet, dass das Fehlverhalten mit der aktuellsten Version der Software getestet wird.
Forks / Pull-Requests
Möchte man einen Schritt weitergehen und selber Code, Dokumentation oder allfällige Übersetzungen beisteuern, macht man sich eine lokale Kopie des entsprechenden Projekts. In der GitHub-Terminologie ist dies ein Fork und den erstellt man mit einem Klick auf die entsprechende Schaltfläche oben rechts. Diese Kopie ist ein vollwertiges Git Repository, auf dem wir uneingeschränkt arbeiten können. Es empfiehlt sich, den master branch nicht für die aktive Entwicklung zu benutzen, sondern für die einzelnen Features und Bugfixes eigene Branches zu erstellen. Dies erleichtert später das Nachführen von Änderungen des Upstream-Repositories, also des Projekts, von dem wir ursprünglich den Fork gezogen haben. Auf unserem Feature oder Bugfix Branch können wir nun entwickeln, und sobald wir mit dem Ergebnis oder dem Fortschritt zufrieden sind, ein sogenannten Pull-Request erstellen. Damit bitten wir sozusagen die Autoren des Upstream-Repositories unsere Änderungen einzupflegen.
Ein GitHub Workflow-Beispiel
Ich habe ein interessantes Projekt auf GitHub entdeckt: https://github.com/vshn/tikapy-icinga, gemäss Beschreibung eine Sammlung von Nagios/Icinga Plug-ins zur Überwachung von Mikrotik-Geräten. Mein Wunsch: Ich möchte die Anzahl der aktuell verbundenen WLAN Clients auslesen. Leider fehlt das Plugin mit entsprechender Funktionalität, sodass ich mich entscheide, dieses selber beizusteuern. Ich mache also einen Fork des Projekts.
Nach einem Klick auf die entsprechende Schaltfläche und ein paar Sekunden Geduld habe ich nun meine Kopie des Projekts. Davon ziehe ich nun lokal eine Kopie.

$ git clone git@github.com:andrekeller/tikapy-icinga.git

Zusätzlich erstelle ich einen Feature Branch für meine geplanten Änderungen.

$ cd tikapy-icinga
$ git checkout -b feature_wlan_clients
Switched to a new branch 'feature_wlan_clients'

Als nächstes schreibe ich den entsprechenden Code in die Datei check_tikapy_wlan_clients.py. Sobald ich damit fertig bin, checke ich die Änderungen ein (Git Commit) und pushe diese auf mein Repository (Git Push):

$ git add check_tikapy_wlan_clients.py
$ git commit -m 'Add new script to check clients connected to a specific WLAN.' check_tikapy_wlan_clients.py
$ git push origin feature_wlan_clients

Wenn es sich um eine grössere Änderung handelt, ist es normal, dass sich hier der eine oder andere Commit ansammelt. Sobald man das Gefühl hat, die Änderung ist soweit, dass man dafür einen Pull-Request öffnen kann, empfiehlt es sich, den Branch zu rebasen. Upstream-Projekte sehen es oft nicht gerne, wenn zusammengehörende Änderungen auf mehrere Commits verteilt sind, da alle Commits beim Akzeptieren des Merge-Requests in das Upstream-Projekt übertragen werden und die History entsprechend unübersichtlich machen können.
Also schauen wir rasch in das Git Log bevor wir den Pull-Request erstellen:

$ git log --pretty=oneline --abbrev-commit
2c10f7b Fix bug about foobar...
1750568 Add some more functionality...
ff7d064 Add new script to check clients connected to a specific WLAN.
665a71e Support lookup by name instead of ip.
30c7787 Package release 0.1.1.
...

In diesem Fall gehören die obersten drei Commits zu unserer Änderung, daher rebasen wir diese in einen einzigen Commit:

$ git rebase -i 665a71e

Dies öffnet einen Editor:

Den ersten Commit übernehmen wir, möchten dazu aber noch einen ausführlichere Commit Message schreiben. Dazu markieren wir den Commit mit reword. Die beiden anderen beiden Commits integrieren wir in den ersten, die Commit Messages brauchen wir nicht. Wir markieren die beiden Commits also mit fixup:

Sobald wir die Datei speichern und den Editor schliessen, öffnet sich der Editor erneut und gibt uns die Möglichkeit, die Commit Message anzupassen:

Danach schauen wir nochmals in das Commit Log.

$ git log --pretty=oneline --abbrev-commit
7aed10a Feature: Add new script to check clients connected to a specific WLAN.
665a71e Support lookup by name instead of ip.
30c7787 Package release 0.1.1.

Hat geklappt, wir haben nun einen einzigen Commit. Da wir die History unseres Branches damit geändert haben, müssen wir nun einen Force Push machen. Force Pushs sollten nur auf einem Feature Branch gemacht werden, niemals auf dem Master!

$ git push -f origin feature_wlan_clients

Der nächste Schritt ist nun, ein Pull-Request zu erstellen. Dafür gehen wir zurück zu unserem Fork auf GitHub.

Wie auf dem Screenshot zu sehen ist, hat GitHub gemerkt, dass wir eine Änderung auf einen Branch gepusht haben und bietet uns sogleich an einen Pull-Request zu erstellen:

GitHub übernimmt hier automatisch die Message aus dem Commit. Wir können den Request also unverändert mit einem Klick auf Create Pull Request absetzen. Nun heisst es warten, bis die Autoren des Upstream Projekts reagieren. Das kann mitunter ein paar Tage dauern. Leider kommt es auch vor, dass Projekte einfach aufgegeben werden und gar keine Antwort zurückkommt. Erkennen kann man das auch daran, dass bereits diverse unbearbeitete Pull-Requests für das Projekt vorhanden sind. Es lohnt sich also, vorher rasch zu prüfen, wie es um ein Projekt steht.
Weiter kommt es natürlich vor, dass man einen entsprechenden Kommentar erhält, mit der Bitte, noch kleinere oder grössere Anpassungen zu machen. In dem Fall machen wir die Änderungen in unserem Branch, committen, rebasen und pushen diese. Der Pull-Request wird bei jedem Push auf den Branch automatisch aktualisiert. Im Idealfall wird dann die Änderung nach der einen oder anderen Iteration gemerged: Das heisst, die Commits werden in das Upstream-Repository eingepflegt und der Pull-Request wird damit automatisch geschlossen. Wir kriegen eine entsprechende Benachrichtigung und wenn wir uns den geschlossenen Pull-Request noch einmal anschauen, sehen wir:

Das bedeutet, unsere Änderungen sind nun Teil vom Upstream Projekt. Yay!
Haben wir Lust auf das nächste Feature, aktualisieren wir unseren Fork und legen für das nächste Feature einen Branch an. Den alten Feature Branch brauchen wir nicht mehr, es bietet sich also an, diesen zu entfernen.

# zurückwechseln zu master branch
$ git checkout master
# upstream änderungen abholen (URL vom Upstream Projekt, nicht unserem Fork!)
$ git remote add upstream git@github.com:vshn/tikapy-icinga.git
$ git fetch upstream
# upstream änderungen einpflegen
$ git rebase -p upstream/master
# lokalen wlan clients feature branch löschen
$ git branch -d feature_wlan_clients
# remote wlan clients feature branch löschen
$ git push origin :feature_wlan_clients
# neuen feature branch erstellen
$ git checkout -b feature_new_feature

Forks in denen keine offenen Pull-Requests oder andere lokale Änderungen pendent sind, sollte man via GitHub-Webseite löschen. Damit trägt man zu mehr Übersicht, zum Beispiel in den Suchergebnissen, bei. Will man später noch weitere Änderungen vornehmen, kann man jederzeit einen neuen Fork ziehen.
Fazit
Wenn man sich initial ein bisschen Zeit nimmt und sich mit Git und GitHub etwas auseinandersetzt, sind die Hürden, an einem Open-Source Projekt mitzuarbeiten, schnell überwunden. Somit steht einem nichts mehr im Weg, die eigenen Ideen zu verwirklichen und mit der Open-Source Community zu teilen.

andre.keller

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