Allgemein Open Source Sovereignty

Open Source als Staatspolitik: Was die EU-Strategie und der Ständeratsentscheid für IT-Entscheider bedeuten

12. Juni 2026

Innerhalb weniger Wochen fielen zwei politische Signale, die sich gegenseitig verstärken. Die Europäische Kommission veröffentlichte eine neue Open-Source-Strategie, die Open Source ins Zentrum der technologischen Souveränität der EU stellt. Wenige Tage später nahm der Schweizer Ständerat eine Motion für ein Impulsprogramm zur digitalen Souveränität an, mit 30 zu 7 Stimmen, entgegen der Empfehlung des Bundesrats. Beide nennen denselben Hebel: Open-Source-Technologie als Infrastruktur für souveräne, unabhängige digitale Staaten.

Für Schweizer Organisationen, die Technologie-Stacks und Cloud-Anbieter evaluieren, ist die Richtung jetzt eindeutig.

Was die EU-Strategie sagt

Die Open-Source-Strategie der Kommission verfolgt vier Ziele:

  1. Technologische Souveränität durch Open Source: Skalierung europäischer offener Alternativen zu nicht-europäischen proprietären Lösungen, einschliesslich digitaler Identitäts-Wallets und öffentlicher Dienste.
  2. Ökosystem-Entwicklung: Unterstützung von Startups, Aufbau von Stewardship-Frameworks, Schaffung eines Wartungsinstruments für kritische Open-Source-Projekte und Investitionen in Kompetenzen.
  3. Führungsrolle der öffentlichen Verwaltung: Entwicklung von Open-Source-Beschaffungsrichtlinien und Stärkung des Open Source Programme Office (OSPO) der Kommission.
  4. Standards und internationale Zusammenarbeit: Integration von Open-Source-Communities in die EU-Standardisierung.

Die Strategie verfolgt einen Gesamtlebenszyklus-Ansatz: von der Forschung bis zur langfristigen Wartung. Sie benennt explizit das Ziel, die Abhängigkeit von nicht-europäischen Technologien zu reduzieren und die europäische Kontrolle über «kritische digitale Infrastruktur, einschliesslich Software- und Hardwaresysteme» zu erhöhen.

Das ist kein abstraktes Strategiepapier. Es folgt auf die 180-Millionen-Euro-Beschaffung für souveräne Cloud-Dienste im April, bei der Open-Source-Technologie eine von acht bewerteten Souveränitätsdimensionen war. Open Source wird vom «Nice to have» zum Beschaffungskriterium.

Was der Ständerat entschieden hat

Am 10. Juni nahm der Ständerat die Motion 22.3221 von Heidi Z’graggen (Die Mitte, Uri) an. Die Motion fordert ein Impulsprogramm zur Stärkung der digitalen Souveränität der Schweiz. Konkret verlangt sie Anschubfinanzierung für Pilotprojekte in vier Bereichen:

  • Digitale Infrastruktur
  • Open-Source-Technologien
  • Cybersicherheit
  • Künstliche Intelligenz

Z’graggen argumentierte, digitale Souveränität sei «ein zentraler Pfeiler sowohl staatlicher als auch wirtschaftlicher Handlungsfähigkeit». Sie betonte, es handle sich um zeitlich begrenzte Impulse, nicht um permanenten Staatsausbau: «Investitionen in offene, souveräne Technologien stärken unsere Innovationskraft, reduzieren Abhängigkeiten, schaffen Wertschöpfung.»

Die parlamentarische Gruppe Parldigi unterstützte die Motion mit Verweis auf die geopolitische Lage und das Einsparpotenzial von Open Source.

Bundespräsident Guy Parmelin empfahl die Ablehnung. Er verwies auf bestehende Strategien und Finanzierungsinstrumente, darunter das Programm «Digitale Schweiz 2026». Der Ständerat sah das anders: 30 zu 7.

Die Motion geht nun an den Nationalrat.

Die Schweiz hat die rechtliche Grundlage bereits

Was den Ständeratsentscheid bemerkenswert macht: Die Schweiz hat bereits eine Open-Source-Gesetzgebung. Das EMBAG (Bundesgesetz über den Einsatz elektronischer Mittel zur Erfüllung von Behördenaufgaben), in Kraft seit dem 1. Januar 2024, legt fest:

  • Open Source by default: Die Bundesverwaltung muss selbst entwickelte Software als Open Source veröffentlichen.
  • Open Government Data: Verwaltungsdaten müssen zur freien Nutzung zugänglich gemacht werden.
  • Interoperabilität und offene Standards: Schnittstellen müssen dokumentiert und Standards verbindlich erklärt werden können.

Das EMBAG wurde von den Nationalräten Gerhard Andrey und Andri Silberschmidt sowie Ständerat Matthias Michel vorangetrieben. Mit der Verabschiedung wurde die Schweiz eines der ersten Länder weltweit, das die Open-Source-Veröffentlichung von Behördensoftware gesetzlich vorschreibt.

Aber ein Gesetz, das die Veröffentlichung von Behördensoftware vorschreibt, ist nicht dasselbe wie ein Programm, das neue souveräne Infrastruktur finanziert. Das EMBAG sagt: «Veröffentliche, was du baust.» Die Motion Z’graggen sagt: «Investiere, damit mehr gebaut wird.» Die beiden ergänzen sich: Der rechtliche Rahmen existiert, aber der Ständerat ist überzeugt, dass die Umsetzung einen Impuls braucht.

Zwei Signale, eine Richtung

Zusammen gelesen zeigen die EU-Strategie und der Schweizer Entscheid in dieselbe Richtung:

EU-Open-Source-StrategieMotion Ständerat
GeltungsbereichEU-weites Policy-FrameworkSchweizer Impulsprogramm
MechanismusBeschaffungskriterien, OSPOs, WartungsfinanzierungAnschubfinanzierung für Pilotprojekte
Rolle von Open SourceZentrales SouveränitätsinstrumentEiner von vier Schwerpunktbereichen
StatusVeröffentlichte StrategieStänderat angenommen (30:7), Nationalrat ausstehend
Rechtliche BasisAufbauend auf Cyber Resilience Act, Interoperable Europe ActAufbauend auf EMBAG (in Kraft seit 2024)

Die Konvergenz ist kein Zufall. Beide reagieren auf dieselben Herausforderungen: Abhängigkeit von US-Hyperscalern, den CLOUD Act, Lieferkettenrisiken durch geopolitische Verschiebungen und die Erkenntnis, dass digitale Souveränität mehr erfordert als Datenstandort. Es braucht Kontrolle über den Software-Stack.

Was das für Schweizer Organisationen bedeutet

Open Source wird zur Compliance-Erwartung, nicht bloss zur technischen Präferenz. Die EU bewertet es in der Cloud-Beschaffung. Die Schweiz schreibt es für Behördensoftware vor. Beide bewegen sich in Richtung Beschaffungsrahmen, die offene, überprüfbare Technologie gegenüber proprietärem Lock-in bevorzugen.

Die Nachfrage der öffentlichen Hand wird wachsen. Falls der Nationalrat die Motion Z’graggen annimmt, folgt Bundesfinanzierung für Open-Source-Pilotprojekte. Organisationen, die souveräne Open-Source-Infrastruktur liefern und Kunden der öffentlichen Hand bei der Einführung unterstützen können, haben einen strukturellen Vorteil.

Das EMBAG schafft Upstream-Angebot. Je mehr Open-Source-Software die Bundesverwaltung veröffentlicht, desto grösser wird das Ökosystem von in der Schweiz entwickelten und gewarteten Open-Source-Komponenten. Davon profitieren auch Unternehmen, die auf demselben Stack aufbauen.

Geopolitisches Risiko ist jetzt ein Thema auf Geschäftsleitungsebene. Z’graggens Kernargument (Abhängigkeit von ausländischen Technologieanbietern gefährdet die langfristige Wettbewerbsfähigkeit) ist dasselbe Argument, das regulierte Branchen seit zwei Jahren vorbringen. Der Ständeratsentscheid gibt ihm politische Legitimität über die Compliance-Abteilung hinaus.

Wo VSHN steht

VSHN operiert seit der Gründung auf der These, dass Open Source und Souveränität untrennbar sind. Jeder Service im VSHN Application Catalog läuft auf Open-Source-Software (PostgreSQL, MariaDB, Redis, Keycloak, GitLab, OpenBao, Forgejo), betrieben von einem Schweizer Team auf Schweizer Infrastruktur.

Die politische Richtung, die sowohl Brüssel als auch Bern bestätigen, validiert diesen Ansatz:

  • Technologische Souveränität: 100% Open-Source-Stack, aktive Beiträge zu CNCF-Projekten (K8up, Crossplane-Provider), Project Syn und APPUiO.
  • EMBAG-Konformität: Die gesamte Toolchain von VSHN ist Open Source und überprüfbar. Behördenkunden, die VSHN-Services einsetzen, bleiben EMBAG-konform ohne zusätzlichen Aufwand.
  • Operationelle Souveränität: Schweizer 24/7-Betriebsteam, infrastrukturunabhängiges Deployment (Kunde wählt Anbieter), keine Abhängigkeit von ausländischen Anbietern.

Für Organisationen, die ihren Technologie-Stack an der Richtung der EU- und Schweizer Politik ausrichten: Die Frage ist, ob Ihre Infrastruktur von der proprietären Plattform eines ausländischen Anbieters abhängt, oder ob sie auf offener, souveräner Technologie aufgebaut ist, die Sie kontrollieren.

Quellen:

Aarno Aukia

Aarno ist Mitgründer der VSHN AG und als CTO für die technische Begeisterung zuständig.

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Digitale Souveränität – Perspektiven aus dem Ökosystem

Gestern hatten wir am Cloud Native Zürich 2026 die Gelegenheit, eine Podiumsdiskussion im Sovereignty Track mit dem Titel „Digital Sovereignty – Perspectives from the Ecosystem“ zu moderieren. Fünf Panelisten, fünf sehr unterschiedliche Blickwinkel auf das gleiche Thema – und ein Raum voller Menschen, die sich für digitale Souveränität interessierten.

Der Rahmen

Das Panel fand nicht im luftleeren Raum statt. Es bildete den Abschluss eines Vormittags voller Inhalte zum Thema Souveränität: David Sterz eröffnete den Track mit der These, dass Europas Cloud-Zukunft von Beginn an verteilt gedacht werden sollte, statt das zentralisierte Hyperscaler-Modell zu kopieren. Unser Kollege Tobias Brunner folgte mit einem Vortrag, der Schweizer Würste („Cervelat“) mit Souveränität verband und überzeugend darlegte, warum „es ist ja eh alles Open Source“ nicht dasselbe ist wie Souveränität. Pascal Stöckli stellte anschliessend das Zentrum SDS vor, die neue Initiative „Souveräne Digitale Schweiz“, die 32 Gründungsorganisationen aus Bundesbehörden, Kantonen und Schweizer IT-Unternehmen vereint.

Als das Panel begann, hatte der Raum bereits gehört, dass digitale Souveränität verteilt, politisch, operativ ist – und offenbar etwas mit Cervelat zu tun hat. Die Aufgabe des Panels war es, diese Fäden aus der Perspektive jener zusammenzuführen, die dieses Ökosystem tatsächlich aufbauen, betreiben und gestalten.

Fünf Sitze, fünf Perspektiven

Wir haben das Panel bewusst so zusammengestellt, dass es das gesamte Ökosystem abdeckt:

  • Lena Fuhrimann (bespinian) – die Perspektive des Implementation Partners, die direkt mit Organisationen arbeitet, die auf Cloud-native-Technologien umsteigen und ihnen hilft, Innovation, Agilität und Kontrolle in Einklang zu bringen.
  • Roman Bachmann (Switch) – die Perspektive des Cloud-Anbieters. Switch betreibt digitale Infrastruktur für Schweizer Universitäten und Forschungsinstitutionen und gehört selbst den Institutionen, die es bedient – Souveränität by Design, in gewissem Sinne.
  • Tobias Brunner (VSHN) – die Perspektive des Managed Service Providers, der zeigt, was es tatsächlich braucht, um digitale Souveränität operativ zu machen: rund um die Uhr Produktionssysteme zu betreiben, statt nur darüber zu schreiben.
  • Simon Reber (Red Hat) – die Perspektive des Software-Anbieters und dazu, wie Open Source zu Flexibilität, Interoperabilität und Souveränität beiträgt – und wo die Grenzen dieses Arguments liegen.
  • David Sommer (Digitale Gesellschaft) – die Perspektive der Zivilgesellschaft, die das Gespräch von der Technologie hin zu demokratischen Rechten, politischem Willen und einer digitalen Gesellschaft erweitert, die für alle funktioniert.
  • Markus Speth (VSHN) – Moderation

Was wir besprochen haben

Bevor wir in die Diskussion eingestiegen sind, haben wir dem Publikum eine einfache Frage gestellt: Wer von euch hat den Begriff „digitale Souveränität“ in den letzten sechs Monaten verwendet? Wenig überraschend gingen fast alle Hände nach oben.

Danach haben wir jeden Panelisten nach seiner eigenen Definition gefragt und fünf wirklich unterschiedliche Antworten erhalten, die von technischen und operativen Sichtweisen bis hin zu Fragen von Kontrolle, Resilienz und demokratischen Werten reichten. Keine einzelne Definition hat sich durchgesetzt und genau das war der Punkt.

Die Diskussion ging dann in konkretere Bereiche über: wie sich Souveränität im Projektalltag mit Kunden zeigt, was es für einen Cloud-Anbieter bedeutet, „sovereign by design“ zu sein, was es braucht, um souveräne Infrastruktur tatsächlich produktiv 24/7 und nicht nur auf einer Folie zu betreiben, ob Open Source allein ausreicht oder nur ein Teil der Gleichung ist, und wo die eigentlichen Blocker liegen – bei der Technologie, beim Budget oder in der Art, wie Organisationen Entscheidungen treffen.

Wir sind auch vor einigen der härteren Zahlen rund um diese Debatte nicht zurückgeschreckt: der Lücke zwischen dem, was europäische IT-Verantwortliche angeben, in lokale Cloud-Alternativen investieren zu wollen und dem, was tatsächlich investiert wird, sowie dem schieren Grössenunterschied zwischen den Investitionen der Hyperscaler und den derzeit verfügbaren europäischen Alternativen.

Ein paar Dinge, die uns geblieben sind

Im Nachhinein sind uns ein paar Themen besonders im Gedächtnis geblieben:

Digitale Souveränität ist kein binärer Zustand. Es gibt kein Zertifikat, das eine Organisation von „nicht souverän“ zu „souverän“ macht – es ist ein Spektrum über mehrere Dimensionen und Frameworks wie das EU Cloud Framework entstehen gerade, um genau das zu messen.

Es geht auch um mehr als nur darum, wo Daten physisch liegen. Kontrolle, Portabilität, Transparenz, Skills, Governance und Rechtsprechung spielen alle eine Rolle – oft eine grössere als der Standort allein.

Vollständige Souveränität, im Sinne einer durchgängigen Kontrolle über alles, ist weder realistisch noch erstrebenswert. Verfolgt man eine Abhängigkeitskette weit genug, stösst man irgendwann auf Hardware, Rohstoffe und globale Lieferketten, die keine einzelne Organisation – oder kein einzelnes Land – vollständig kontrolliert. Das sinnvollere Ziel ist es, die eigenen Abhängigkeiten zu verstehen und bewusste Entscheidungen darüber zu treffen.

Und vielleicht am wichtigsten: Souveränität ist nichts, was ein einzelnes Unternehmen, ein einzelner Anbieter oder eine einzelne Regierung allein lösen kann. Es braucht das gesamte Ökosystem – Anbieter, Hersteller, Open-Source-Communities, öffentliche Institutionen und die Zivilgesellschaft – die zusammenarbeiten.

Das bringt uns zurück zu einer Frage, die wir am Anfang gestellt haben: Ist „Souveränität“ überhaupt das richtige Wort? Vielleicht geht es den meisten Organisationen eigentlich um Resilienz, um Autonomie oder Wahlfreiheit, oder einfach um die Fähigkeit, eigene Entscheidungen zu treffen, ohne jemand anderen um Erlaubnis fragen zu müssen.

Ein Satz aus unserer Vorbereitung für dieses Panel ist uns durchgehend im Kopf geblieben: „Souveränität ist eine Brücke, kein Bunker“. Es geht nicht um Isolation – es geht um die Freiheit, den eigenen Weg zu wählen und dabei mit einem grösseren Ökosystem verbunden zu bleiben.

Leider ist uns die Zeit auf der Bühne viel zu schnell ausgegangen. Es gab so viele weitere Aspekte, die wir hätten besprechen können und der Energie im Raum nach zu urteilen, ging es dem Publikum genauso.

Wir denken bereits über eine Folgeveranstaltung nach, um einige dieser Themen weiter zu vertiefen.

Schaut euch die ganze Diskussion an

Die Aufzeichnung der gesamten Podiumsdiskussion wird bald veröffentlicht werden – wir teilen den Link, sobald er verfügbar ist, damit ihr alle fünf Perspektiven direkt von den Panelisten selbst hören könnt.

Ein grosses Dankeschön an Lena, Roman, Tobias, Simon und David für eine wirklich spannende Diskussion.

Danke an die Organisatoren von Cloud Native Zürich

Ein grosses Dankeschön an die Organisatoren für eine weitere gelungene Ausgabe von Cloud Native Zürich. Wir freuen uns, wieder als Sponsoren dabei gewesen zu sein – VSHN als Silver Sponsor und Servala als Sponsor des Sovereignty Tracks am Cloud Native Zürich 2026.

Im Rahmen des Tracks hielt unser Kollege Tobias Brunner zudem einen Vortrag über Servala – auch diese Aufzeichnung werden wir bald veröffentlichen, bleibt also gespannt.

Wenn euch interessiert, was Servala ist und wie souveräne, Multi-Provider-Managed-Services auf Kubernetes in der Praxis aussehen können – schaut bei Servala vorbei und meldet euch gerne, wenn ihr Teil unseres wachsenden Ökosystems werden möchtet.

Lies auch unseren vollen Cloud Native Zürich 2026 Recap.

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Allgemein Presse Servala Sovereignty

Switch tritt Servala als Cloud Service Provider bei und stärkt die digitale Souveränität der Schweiz

10. Juni 2026

Switch tritt Servala als Cloud Service Provider bei und stärkt die digitale Souveränität der Schweiz

Medienmitteilung: Zürich, Schweiz – 10. Juni 2026

VSHN und Switch freuen sich, eine neue Partnerschaft bekanntzugeben: Switch tritt Servala als Cloud Service Provider (CSP) bei und erweitert damit das Ökosystem souveräner Managed Services in der Schweiz.

Die Stiftung Switch ist eine tragende Säule der digitalen Souveränität der Schweiz. Als Betreiberin des Swiss National Research and Education Network (NREN) verbindet Switch Universitäten und Forschungseinrichtungen schweizweit und darüber hinaus. Neben dem Netzwerk-Backbone bietet Switch digitale Identitätslösungen, Cybersicherheit, Cloud-Dienste, Beschaffungs- und Kollaborationsdienstleistungen für Forschungs- und Bildungseinrichtungen an – ein Grundpfeiler der digitalen Innovation im Hochschulbereich.

Mit rund 180 Mitarbeitenden und jahrzehntelanger Erfahrung spielt Switch eine zentrale Rolle bei der Bereitstellung sicherer, zuverlässiger und leistungsstarker digitaler Plattformen und kritischer Infrastruktur für die Schweizer Bildungs- und Forschungsgemeinschaft.

Durch den Beitritt zu Servala erweitert Switch sein Cloud-Service-Portfolio um den Zugang zu einem wachsenden Ökosystem cloud-nativer Managed Services. Diese Services können standardisiert, automatisiert und produktionsreif bereitgestellt und betrieben werden – abgestimmt auf die Bedürfnisse von Universitäten und Forschungseinrichtungen, die Zuverlässigkeit, Skalierbarkeit, Compliance und langfristige Nachhaltigkeit benötigen.

ROMAN BACHMANN, Head of Cloud & IT, ad interim, Switch: „Mit der Integration von Servala reagieren wir auf den häufig geäusserten Wunsch unserer Kunden, auf Knopfdruck eine managed Database, einen Cache oder eine Queue bereitstellen zu können. Damit erweitern wir unser Service Portfolio von Switch Cloud um wichtige Services, die in der modernen Softwareentwicklung unverzichtbar sind.“

Die Partnerschaft kommt zu einem Zeitpunkt, in dem die Nachfrage nach souveräner digitaler Infrastruktur in der Schweiz zunimmt. Organisationen suchen nach Alternativen, die moderne Cloud-Fähigkeiten mit lokaler Kontrolle, Transparenz und Unabhängigkeit von globalen Hyperscalern verbinden.

Genau hier kommt Servala ins Spiel.

Servala verbindet Schweizer Cloud-Anbieter, Softwarehersteller und Service-Betreiber in einem kollaborativen Ökosystem. Dieses Modell ermöglicht mehr Flexibilität, Resilienz und Innovation – bei gleichzeitiger lokaler Kontrolle über Daten und Betrieb.

Servala schafft gemeinsamen Mehrwert für die gesamte Community:

  • Universitäten und Forschungseinrichtungen erhalten Zugang zu modernen, produktionsfertigen Services, die auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten sind
  • Organisationen behalten die Wahlfreiheit und vermeiden Vendor-Lock-in
  • Schweizer Anbieter arbeiten zusammen und bündeln ihre Expertise, anstatt isoliert zu operieren
  • Der Schweizer Bildungsraum wird durch lokale Innovation und vertrauensvolle Partnerschaften gestärkt

TOBIAS BRUNNER, Product Manager & Partner, VSHN: „Was mich an dieser Partnerschaft am meisten begeistert, sind die gemeinsamen Werte. Switch und VSHN haben ihren Ruf auf Vertrauen, Zuverlässigkeit und einer langfristigen Perspektive aufgebaut – nicht auf Lock-in. Indem Switch Servala beitritt, hilft es uns zu zeigen, dass Schweizer Anbieter zusammenarbeiten und gemeinsam innovieren können – zum Nutzen des gesamten Ökosystems.“

Für Switch markiert diese Partnerschaft einen Schritt hin zur Weiterentwicklung seines Dienstleistungsangebots um cloud-native Plattformen und Managed Services. Für VSHN und das breitere Servala-Ökosystem ist Switch ein starker neuer Partner mit tiefen Wurzeln im Schweizer Bildungs- und Forschungssektor.

Beide Organisationen haben bereits mit der Entwicklung eines ersten Servala Minimum Viable Product (MVP) begonnen, das auf die Switch-Community zugeschnitten ist. Das frühe Interesse von Universitäten und Forschungseinrichtungen unterstreicht die Nachfrage nach souveränen, einfach zugänglichen Services.

Über Servala

Servala ist die souveräne Anwendungsplattform, die Cloud-Anbieter, Softwarehersteller, Managed Service Provider und Implementierungspartner verbindet, um cloud-native Services ohne Vendor-Lock-in bereitzustellen. Aufgebaut auf offenen Standards und ausgelegt auf Interoperabilität, ermöglicht Servala Organisationen die konsistente und automatisierte Bereitstellung und den Betrieb von Applikationen über mehrere Clouds und On-Premises-Umgebungen hinweg.

Im Kern ist Servala kein einzelner Anbieter, sondern ein Ökosystem. Es vereint Schweizer und europäische Partner, die ihre Infrastruktur, Software und operative Expertise bündeln, um vollständig verwaltete Services bereitzustellen. Dieses kollaborative Modell gewährleistet Transparenz, Flexibilität und langfristige Unabhängigkeit für Kundinnen und Kunden.

Mit einem starken Fokus auf digitale Souveränität ermöglicht Servala Organisationen, die volle Kontrolle über ihre Daten, Workloads und Technologieentscheidungen zu behalten und gleichzeitig von modernen Platform-Engineering-Praktiken, Automatisierung und skalierbarem Betrieb zu profitieren.

Servala wurde von VSHN initiiert und wird in enger Zusammenarbeit mit Ökosystempartnern weiterentwickelt. Die Plattform vereint Services, die von mehreren Anbietern betrieben werden, darunter VSHN und andere unabhängige Partner.

Über Switch

Switch ist der Digitalisierungspartner der Schweizer Hochschulen. Die Stiftung arbeitet mit Bildungs- und Forschungseinrichtungen zusammen, um sichere und zukunftsorientierte digitale Plattformen und kritische Infrastruktur zu entwickeln. Im Mittelpunkt stehen die Stärkung der Cybersicherheit, die flächendeckende Nutzung digitaler Identitäten und souveräne Cloud-Lösungen. Switch betreibt und schützt zudem seit den Anfängen des Internets Domainnamen mit den Endungen .ch und .li. Die gemeinnützige Stiftung beschäftigt rund 180 Mitarbeitende in Zürich und Lausanne.

Über VSHN

VSHN – The DevOps Company – verwandelt Software in zuverlässige Online-Services durch Automatisierung und den Betrieb von Applikations-Workloads. Als führender Managed Service Provider der Schweiz ist VSHN auf DevOps, Kubernetes, OpenShift und Cloud-Native-Betrieb spezialisiert und ermöglicht Organisationen den zuverlässigen, sicheren und skalierbaren Betrieb geschäftskritischer Anwendungen.

VSHN bietet Platform Engineering, 24/7-Betrieb und vollständig verwaltete Services über Public Cloud, Private Cloud und On-Premises-Umgebungen an – ohne eigene Infrastruktur zu betreiben. Mit Lösungen wie Managed OpenShift, APPUiO, Application Catalog und Servala hilft VSHN Organisationen, den Betrieb zu vereinfachen, Vendor-Lock-in zu vermeiden und die volle Kontrolle über ihre Workloads zu behalten.

Gegründet 2014 und zu 100 % selbstständig, betreut VSHN über 350 Kundinnen und Kunden sowie Partner auf 16 Cloud-Plattformen weltweit. Mit ISO-27001-Zertifizierung, FINMA-konformem Betrieb und ISAE-3402-Typ-2-Prüfungen gewährleistet VSHN höchste Sicherheits- und Compliance-Standards.

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Digitale Souveränität made in Switzerland: HIN wird globale Red Hat Success Story

12. Mai 2026

Eine Schweizer Success Story mit globaler Wirkung

Als wir die HIN (Health Info Net) Success Story ursprünglich bei VSHN veröffentlicht haben, wussten wir bereits: Dieses Projekt ist etwas Besonderes.

Nun hat die Geschichte eine globale Bühne erreicht: Red Hat hat die Modernisierung von HIN offiziell als globale Customer Success Story veröffentlicht und hat die Story während des Red Hat Summit 2026 in Atlanta am 11. Mai 2026 angekündigt.

Für uns ist das weit mehr als nur ein weiteres Referenzprojekt. Es ist eine starke Bestätigung dafür, dass souveräne, offene und cloud-native Infrastruktur längst kein Nischenthema mehr ist – sondern zu einer strategischen Anforderung für kritische Branchen wie das Gesundheitswesen wird.

Und es zeigt auch etwas Wichtiges: Die Schweiz diskutiert digitale Souveränität nicht mehr nur theoretisch. Sie baut sie aktiv auf.

Warum HIN (Health Info Net) wichtig ist

HIN ist eine der wichtigsten digitalen Gesundheitsplattformen der Schweiz.

Mehr als 50.000 Gesundheitsfachpersonen nutzen HIN-Dienste und über 90 % der relevanten Akteure des Schweizer Gesundheitswesens sind über die Plattform verbunden. Sichere Kommunikation, digitale Identitäten und Vertrauen stehen im Zentrum des Schweizer Gesundheitsökosystems und HIN spielt dabei eine zentrale Rolle.

Damit ist HIN weit mehr als eine normale IT-Plattform. Sie ist Teil der kritischen digitalen Infrastruktur der Schweiz.

Die Modernisierung einer solchen Plattform bedeutet deshalb nicht einfach nur ein Technologie-Upgrade. Es geht um Resilienz, Sicherheit, operative Flexibilität, langfristige Unabhängigkeit und Vertrauen.

Von Legacy-Infrastruktur zu einer souveränen Cloud-Native-Plattform

Wie viele etablierte Organisationen stand auch HIN vor der Herausforderung, eine bewährte und hochvertrauenswürdige Plattform weiterzuentwickeln und gleichzeitig auf zukünftige Anforderungen vorzubereiten.

Das Ziel war nicht Veränderung um der Veränderung willen. Ziel war es, ein modernes Betriebsmodell aufzubauen, das Flexibilität, Automatisierung, Skalierbarkeit und Sicherheit erhöht – ohne Kompromisse bei Stabilität und Zuverlässigkeit.

Gemeinsam mit Red Hat und VSHN modernisierte HIN seine Plattform auf Basis von Red Hat OpenShift und cloud-nativen Technologien.

Das Ergebnis:

  • Eine flexiblere und skalierbarere Plattformarchitektur
  • Mehr Automatisierung und operative Effizienz
  • Stärkere Sicherheitssegmentierung und Zero-Trust-Prinzipien
  • Gateway-API-basierter Schutz für Webanwendungen und APIs
  • Höhere Portabilität und langfristige Unabhängigkeit
  • Eine moderne Grundlage für zukünftige Gesundheitsservices

Ein besonders wichtiger Aspekt war dabei die Vermeidung unnötiger Vendor-Lock-ins.

Digitale Souveränität bedeutet nicht Isolation. Sie bedeutet, die strategische Kontrolle über kritische Infrastruktur, Daten, Betrieb und zukünftige Entscheidungen zu behalten. Offene Standards, Kubernetes und Open Source sind dabei zentrale Bausteine.

Sicherheit und Souveränität gehören zusammen

Gesundheitsplattformen gehören zu den anspruchsvollsten Umgebungen überhaupt, wenn es um Sicherheit und Compliance geht.

Die HIN-Plattform setzt deshalb konsequent auf Defense-in-Depth- und Zero-Trust-Konzepte – unter anderem mit Netzwerk-Mikrosegmentierung, klarer Segmentierung von Workloads und modernen Authentifizierungsmechanismen.

Als Teil dieses cloud-nativen Sicherheitsansatzes setzt HIN auch Airlock Microgateway ein, um Anwendungen und APIs direkt in der OpenShift-Umgebung zu schützen. Dies ermöglicht Kubernetes-nativen Web-Application- und API-Schutz in unmittelbarer Nähe der Workloads und fügt sich nahtlos in ein automatisiertes, containerbasiertes Betriebsmodell ein.

Das ist ein wichtiger Punkt, der in Souveränitätsdiskussionen oft vergessen geht:
Offene Infrastruktur und digitale Souveränität stehen nicht im Widerspruch zu Sicherheit – sie können Sicherheit sogar deutlich stärken.

Cloud-native Architekturen ermöglichen hochautomatisierte, resiliente und observierbare Systeme und gleichzeitig eine starke Kontrolle darüber, wo und wie Workloads betrieben werden.

Anerkennung über die Schweiz hinaus

Dieses Projekt hat inzwischen auf mehreren Ebenen Anerkennung erhalten.

Bereits Anfang des Jahres erhielt VSHN für den gemeinsamen Erfolg mit HIN den Red Hat Partner Award 2025 für Platform Modernization.

Nun hat Red Hat die Geschichte zusätzlich mit einer offiziellen globalen Success Story hervorgehoben – angekündigt während des Red Hat Summit 2026 in Atlanta.

Für uns geht es bei dieser Anerkennung nicht nur um VSHN. Sie zeigt vor allem die wachsende Bedeutung souveräner digitaler Infrastruktur in Europa und der Schweiz.

Und sie zeigt, dass Open Source, Kubernetes und cloud-native Betriebsmodelle längst keine rein technischen Themen mehr sind. Sie werden zunehmend zu strategischen Grundlagen für kritische Branchen und öffentliches Vertrauen.

Ein Blueprint für souveräne digitale Infrastruktur

Wir glauben, dass die HIN-Story für mehr steht als nur für ein einzelnes Modernisierungsprojekt.

Organisationen in ganz Europa hinterfragen derzeit:

  • Abhängigkeiten von Hyperscalern
  • operative Resilienz
  • Datenhoheit
  • Risiken in der Lieferkette
  • langfristige Plattformstrategien
  • Anforderungen an digitale Souveränität

Im Gesundheitswesen werden diese Herausforderungen besonders greifbar.

HIN zeigt, dass moderne souveräne Infrastruktur heute bereits möglich ist – mit Open Source, starken Ökosystem-Partnerschaften und cloud-nativen Betriebsmodellen.

Und vielleicht am wichtigsten: Digitale Souveränität kann praktisch, operationalisiert und produktiv betrieben werden.

Nicht als Zukunftsvision. Sondern als Infrastruktur, die heute bereits läuft.

Solche Projekte entstehen nicht allein durch Technologie. Ein grosses Dankeschön an das gesamte HIN-Team für die hervorragende Zusammenarbeit und das Vertrauen und an alle VSHNeers, die dieses Projekt mit unglaublich viel Engagement möglich gemacht haben.

Case Study herunterladen

Health Info Net is modernizing healthcare with Red Hat and VSHN.

Mehr erfahren

👉 Red Hat Success Story

👉 Red Hat Case Study

👉 VSHN HIN Success Story

👉 Red Hat Partner Award Ankündigung

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TRANSFORM 2026 – Warum Open Source digitale Souveränität konkret macht

5. Mai 2026

Am 5. Mai 2026 traf sich in Bern alles, was in der Schweiz rund um digitale Verwaltung, Infrastruktur und Souveränität Rang und Namen hat. Die TRANSFORM 2026 brachte Vertreter:innen aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Wissenschaft im Rathaus Bern zusammen – unter dem Leitthema «Digital Public Infrastructure».

Was dabei deutlich wurde: Digitale Souveränität ist keine abstrakte Idee mehr. Sie wird konkret.

Von Vision zu Umsetzung

Viele Diskussionen der letzten Jahre drehten sich um Strategien, Leitbilder und Zielbilder. In Bern ging es spürbar stärker um die Umsetzung. Themen wie e-ID, elektronisches Gesundheitsdossier oder Mobilitätsdateninfrastrukturen zeigen, dass zentrale Bausteine digitaler öffentlicher Infrastruktur langsam, aber sichtbar Form annehmen.

Gleichzeitig bleibt die Herausforderung bestehen: Wie lassen sich föderale Strukturen, unterschiedliche Interessen und bestehende Systeme so zusammenbringen, dass daraus funktionierende, skalierbare Plattformen entstehen?

Digitale öffentliche Infrastruktur als Fundament

Ein zentrales Thema war die Rolle von Digital Public Infrastructure (DPI). Gemeint sind damit grundlegende digitale Bausteine, auf denen Services aufbauen können – vergleichbar mit Strassen oder Stromnetzen in der physischen Welt.

Dazu gehören Identitätslösungen, Dateninfrastrukturen und Vertrauensmechanismen. Entscheidend ist dabei nicht nur die Technologie, sondern auch Governance, Offenheit und langfristige Kontrolle.

Open Source als Souveränitätsanker

Ein besonders prägnanter Impuls kam aus dem Talk von Dirk Schrödter – und der hatte es in sich.

Seine zentrale These: Digitale Souveränität ist heute primär ein technologisches Thema. Sie entscheidet darüber, ob Staaten im digitalen Raum selbstbestimmt handeln können – und ist damit Grundlage staatlicher Handlungsfähigkeit.

Dabei wurde auch klar: „Buy European“ greift zu kurz. Wenn lediglich eine proprietäre Abhängigkeit durch eine andere ersetzt wird, ändert sich am eigentlichen Problem nichts.

Der entscheidende Unterschied liegt in der Offenheit: Open Source reduziert technologische Abhängigkeiten – und damit auch wirtschaftliche. Gleichzeitig schafft es die Grundlage für Transparenz, Kontrolle und langfristige Unabhängigkeit.

Darüber hinaus wurde Open Source nicht nur als Technologie, sondern als Wachstumstreiber beschrieben: Wissen wird teilbar, Innovation beschleunigt und Zusammenarbeit über Organisationsgrenzen hinweg ermöglicht.

Mindestens genauso wichtig ist aber der kulturelle Aspekt: Open Source bedeutet einen echten Kulturwandel. Weg von geschlossenen Systemen und Silos – hin zu Offenheit, Teilen, Transparenz und Zusammenarbeit. Organisationen, die diesen Wandel ernst nehmen, bauen nicht nur bessere Technologie, sondern auch nachhaltigere und resilientere Strukturen.

Auch die Wirkung ist messbar: Eine Studie der Europäischen Kommission aus 2021 zeigt, dass ein Anstieg der Open-Source-Ausgaben um 10% das EU-BIP um 0,4-0,6% steigern kann und gleichzeitig über 600 zusätzliche Technologie-Startups entstehen.

Dass diese Effekte nicht nur theoretisch sind, zeigt die Praxis: Schleswig-Holstein konnte allein 2025 rund 15 Millionen Euro an Lizenzkosten einsparen – Mittel, die gezielt in Open Source, regionale Expertise, Resilienz und Innovation reinvestiert werden.

Spannend war auch der politische Blick darauf: Erfolgreiche Umsetzung braucht mehr als Technologie – etwa Open Source Program Offices, starke Netzwerke für den Austausch und gezielte Förderung offener Zusammenarbeit.

Ökosysteme statt Einzellösungen

Was sich ebenfalls durch viele Beiträge zog: Die Erkenntnis, dass komplexe digitale Herausforderungen nicht isoliert gelöst werden können.

Es geht nicht mehr nur um einzelne Plattformen oder Tools, sondern um funktionierende Ökosysteme. Um Zusammenarbeit zwischen Verwaltung, Privatwirtschaft und Community. Und um Modelle, die Innovation ermöglichen, ohne die Kontrolle aus der Hand zu geben.

Ein spannender Gedanke dabei: Digitale Souveränität entsteht nicht nur durch Technologieentscheidungen, sondern durch funktionierende Marktplätze und Kollaborationsmodelle. Genau hier setzen Plattformen wie Servala an – als souveräner App Store, der Anbieter, Technologien und Organisationen in einem offenen Ökosystem zusammenbringt und so echte Wahlfreiheit ermöglicht.

Was das für uns bei VSHN bedeutet

Für uns bei VSHN bestätigt die TRANSFORM 2026 vieles von dem, woran wir seit Jahren arbeiten.

Wir bauen auf Open Source, offenen Standards und cloud-nativen Plattformen auf. Mit Lösungen wie APPUiO – Expert Hosting, Servala – Sovereign App Store und Codey – European Code Collaboration geht es genau darum, digitale Souveränität praktisch umsetzbar zu machen und gleichzeitig Ökosysteme zu ermöglichen.

Übrigens hat VSHN bereits einige Open Source Projekte hervorgebracht: k8up (Kubernetes Backup Operator für automatisierte Backup- und Restore-Prozesse, heute ein CNCF Sandbox Project), Project Syn (Tooling zur sicheren und skalierbaren Verwaltung von Kubernetes Cluster-Flotten, basierend auf GitOps, mit zentraler Konfiguration und Cluster-Inventar) und ganz neu: Espejote (Templating Controller für das Ressourcen-Management in Kubernetes-Clustern).

Denn am Ende wird digitale Souveränität nicht durch Isolation erreicht, sondern durch starke, offene und gut vernetzte Systeme.

Fazit

Die TRANSFORM 2026 hat gezeigt: Die Schweiz ist auf dem Weg. Vielleicht nicht mit der Geschwindigkeit, die sich alle wünschen – aber mit einer klaren Richtung.

Digitale Souveränität wird greifbar – und Open Source spielt dabei eine zentrale Rolle.

Jetzt geht es darum, diese Erkenntnisse konsequent in die Praxis zu bringen.

Markus Speth

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VSHN ist Gründungsmitglied des Zentrums SDS – Souveräne Digitale Schweiz

29. Apr. 2026

Am 28. April 2026 ist das Zentrum SDS – Souveräne Digitale Schweiz offiziell gestartet und wir bei VSHN freuen uns sehr, Teil der Gründungsmitglieder zu sein.

Gemeinsam mit 30 weiteren Organisationen aus Verwaltung, Wirtschaft und Forschung setzen wir ein klares Zeichen: Die digitale Souveränität der Schweiz ist kein abstraktes Konzept mehr, sondern wird aktiv gestaltet. Mit dabei sind unter anderem Institutionen wie das Kommando Cyber, der Kanton Solothurn, das Amt für Informatik und Organisation des Kantons Bern, das Statistische Amt des Kantons Basel-Stadt, Organisation und Informatik (OIZ) der Stadt Zürich, die Stiftung Switch sowie zahlreiche führende Schweizer IT-Unternehmen.

Die Ankündigung kann auch bei netzwoche und Inside-IT nachgelesen werden.

Warum das Zentrum SDS wichtig ist

Digitale Souveränität bedeutet, die Kontrolle über Daten, Technologien und digitale Infrastrukturen zu behalten – und bewusst zu entscheiden, welche Abhängigkeiten man eingeht. Genau hier setzt das Zentrum SDS an: Es bringt zentrale Akteure zusammen, um gemeinsam Lösungen zu entwickeln, Standards zu definieren und konkrete Alternativen voranzutreiben.

In den kommenden Monaten arbeiten die Mitglieder in vier zentralen Bereichen zusammen:

  • Finanzierung und Beschaffung von Open Source Technologien
  • Souveräne Workplace-Lösungen wie openDesk
  • Schweizer Cloud-Angebote
  • Open Source basierte KI-Plattformen

Initiiert wurde das Zentrum vom Institut Public Sector Transformation der Berner Fachhochschule. Durch die Beiträge der Mitglieder kann die Zusammenarbeit strukturiert aufgebaut und langfristig weiterentwickelt werden.

Open Source als Schlüssel zur Souveränität

Ein zentraler Baustein ist der Einsatz von Open Source Technologien. Sie ermöglichen Transparenz, Kontrolle und Unabhängigkeit – genau die Eigenschaften, die für eine souveräne digitale Infrastruktur entscheidend sind.

Dass dieses Thema auch international an Bedeutung gewinnt, zeigt die enge Zusammenarbeit mit Deutschland. So besteht ein Austausch mit dem Zentrum für Digitale Souveränität der Öffentlichen Verwaltung (ZenDis), das unter anderem an der Entwicklung von openDesk beteiligt ist.

Ein Highlight in diesem Kontext ist die TRANSFORM-Konferenz 2026 am 5. Mai 2026 in Bern. Dort wird Dirk Schrödter aufzeigen, wie Open Source konkret zur digitalen Souveränität beiträgt. Ergänzt wird das Programm durch internationale Perspektiven zu Digital Public Goods sowie Einblicke in die Rolle des Staates bei der digitalen Infrastruktur.

Servala – Sovereign App Store als cloud-agnostischer Marktplatz

Mit Servala treiben wir bei VSHN genau diesen Gedanken weiter: Servala verbindet als cloud-agnostischer Marktplatz Anbieter, Partner und Unternehmen und macht souveräne, standardisierte Services einfach konsumierbar. Statt sich frühzeitig an einzelne Cloud-Anbieter zu binden, ermöglicht Servala echte Wahlfreiheit – basierend auf offenen Standards und interoperablen Services.

Gerade im Kontext des Zentrums SDS sehen wir hier grosses Potenzial: Ein gemeinsames Ökosystem, in dem Services über verschiedene Anbieter hinweg verfügbar sind, stärkt nicht nur die Souveränität, sondern auch Innovation und Zusammenarbeit im gesamten Markt.

Unsere Perspektive bei VSHN

Für uns ist die Teilnahme am Zentrum SDS ein konsequenter Schritt. Seit Jahren setzen wir auf Open Source, offene Standards und kollaborative Ökosysteme – sei es im Betrieb von Kubernetes-Plattformen, beim Aufbau von Plattformen wie APPUiO oder mit Initiativen wie Servala.

Digitale Souveränität entsteht nicht durch Isolation, sondern durch Zusammenarbeit auf Augenhöhe. Genau das ermöglicht das Zentrum SDS: ein gemeinsames Fundament, auf dem Innovation, Sicherheit und Unabhängigkeit gleichermassen wachsen können.

Siehe hierzu auch: EUR 180 Millionen für Sovereign Cloud: Was die erste souveränitätsbewertete Ausschreibung der EU für Schweizer Organisationen bedeutet.

Wir freuen uns darauf, diesen Weg aktiv mitzugestalten.

Markus Speth

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Allgemein Sovereignty

EUR 180 Millionen für Sovereign Cloud: Was die erste souveränitätsbewertete Ausschreibung der EU für Schweizer Organisationen bedeutet

24. Apr. 2026

Am 17. April 2026 vergab die Europäische Kommission Cloud-Aufträge im Wert von 180 Millionen EUR an vier europäische Anbieter: Post Telecom Luxembourg, STACKIT, Scaleway und Proximus. Zum ersten Mal wurden Anbieter anhand eines formalen Rahmens mit acht messbaren Dimensionen der Souveränität bewertet. Die Beteiligung eines Hyperscalers führte für ein Konsortium zu einer schlechteren Bewertung. Was das für Schweizer Organisationen bei der Wahl von Cloud-Anbietern bedeutet.

Die EU bewertet jetzt Souveränität

Das Cloud Sovereignty Framework der Kommission (v1.2.1, Oktober 2025) definiert acht Souveränitätsziele und fünf Sicherheitsstufen (SEAL-0 bis SEAL-4). Anbieter, die sich um diese Aufträge bewarben, wurden bewertet nach:

  • Strategischer Souveränität: EU-Eigentümerschaft und Verankerung, Widerstandsfähigkeit gegen ausländische Einflussnahme
  • Rechtlicher und jurisdiktioneller Souveränität: Schutz vor extraterritorialen Gesetzen wie dem US CLOUD Act
  • Daten- und KI-Souveränität: Speicherort der Daten, wer die Verschlüsselungsschlüssel hält, Unabhängigkeit von KI-Diensten
  • Operative Souveränität: Können EU-Teams den Dienst eigenständig betreiben?
  • Lieferkettensouveränität: geografische Herkunft von Komponenten und Unterlieferanten (höchste Gewichtung: 20%)
  • Technologischer Souveränität: Open Source, offene Standards, kein proprietärer Lock-in
  • Sicherheits- und Compliance-Souveränität: Zertifizierungen, unabhängiges Patching, EU-basiertes SOC
  • Ökologischer Nachhaltigkeit: Energieeffizienz, erneuerbare Energien, CO2-Offenlegung

Jedes Ziel hat eine definierte Gewichtung. Die Lieferkettensouveränität ist mit 20% am stärksten gewichtet, gefolgt von strategischer, operativer und technologischer Souveränität mit je 15%.

Was die Ergebnisse zeigen

Drei der vier Gewinner erreichten SEAL-3 („Digitale Resilienz“), was bedeutet, dass EU-Akteure eine wirksame Kontrolle mit nur marginalen Nicht-EU-Einflüssen ausüben:

AnbieterLandPartnerSEAL-Stufe
Post TelecomLuxemburgCleverCloud, OVHcloudSEAL-3
STACKIT (Schwarz Group)DeutschlandSEAL-3
Scaleway (Iliad Group)FrankreichSEAL-3
ProximusBelgienS3NS (Thales/Google Cloud JV), Clarence, MistralSEAL-2

Das Proximus-Konsortium, mit S3NS, dem Joint Venture zwischen Thales und Google Cloud, erreichte lediglich SEAL-2 („Datensouveränität“), bei dem EU-Recht zwar durchsetzbar ist, aber wesentliche Nicht-EU-Abhängigkeiten bestehen bleiben.

Die Botschaft ist eindeutig: Die Beteiligung eines US-Hyperscalers, selbst durch ein europäisches Joint Venture mit einem Rüstungsunternehmen, senkt die Souveränitätsbewertung messbar. Der Rahmen verbietet Hyperscaler-Partnerschaften nicht, bewertet sie jedoch negativ.

Warum Schweizer Organisationen aufhorchen sollten

Obwohl diese Ausschreibung auf EU-Institutionen ausgerichtet ist, wird der Rahmen Auswirkungen haben:

  • EU-Mitgliedstaaten werden ähnliche Kriterien für nationale Cloud-Beschaffungen übernehmen: in Anlehnung an Frankreichs „Cloud de Confiance“ und Deutschlands „Souveräner Cloud“-Strategien, auf die der Rahmen explizit verweist.
  • Regulierte Branchen (Banken, Versicherungen, Gesundheitswesen) unterliegen bereits FINMA-, DORA- und NIS2-Anforderungen, die sich mit diesen Souveränitätszielen überschneiden: insbesondere bei der rechtlichen Zuständigkeit, der Datensouveränität und der Sicherheits-Compliance.
  • Die öffentliche Beschaffung in der Schweiz orientiert sich zunehmend an EU-Standards. Organisationen, die Cloud-Anbieter evaluieren, verfügen nun über ein strukturiertes Vokabular, um Souveränitätsansprüche zu vergleichen, statt sich auf Marketing zu verlassen.

Acht Dimensionen – nicht nur „Daten bleiben in der Schweiz“

Das meiste Souveränitäts-Marketing beschränkt sich auf die Datenresidenz. Der EU-Rahmen geht weit darüber hinaus, und Ihre Evaluationskriterien sollten es auch:

DimensionWas Sie Ihren Anbieter fragen sollten
StrategischWem gehört das Unternehmen? Gibt es ausländische Investoren oder Muttergesellschaften?
RechtlichWelches Recht gilt für Ihre Verträge? Sind Sie dem US CLOUD Act ausgesetzt?
DatenWo werden Daten gespeichert? Wer hält die Verschlüsselungsschlüssel?
OperativWo sitzt Ihr Operations-Team? Können Sie ohne nicht-europäische Anbieter patchen und upgraden?
LieferketteWer sind Ihre Infrastruktur-Unterlieferanten? Können Sie die gesamte Kette offenlegen?
TechnologieIst die Software Open Source? Kann ich zu einem anderen Anbieter wechseln?
SicherheitWo befindet sich Ihr SOC? Können Sie Sicherheits-Patches eigenständig einspielen?
UmweltWas ist Ihre Energiequelle? Legen Sie PUE und CO2-Emissionen offen?

Wo VSHN steht: Selbstbewertung anhand des Frameworks

Wir haben die acht Souveränitätsziele der EU auf unsere eigenen Services angewendet. Dies ist eine Selbstbewertung, VSHN wurde nicht formell von der Europäischen Kommission bewertet, aber wir sind überzeugt, dass Transparenz nützlicher ist als vage Behauptungen. Die vollständige Bewertung mit allen Quellen ist auf Anfrage erhältlich.

#DimensionGewichtungVSHN-BewertungNachweis
SOV-1Strategisch15%StarkSchweizer AG, keine ausländische Muttergesellschaften, alle Aktionäre Schweizer Bürger (Handelsregister)
SOV-2Rechtlich10%StarkSchweizer Recht gilt für alle Verträge (AGB), kein CLOUD-Act-Risiko, EU-Angemessenheitsbeschluss für die Schweiz
SOV-3Daten & KI10%StarkInfrastrukturunabhängig: Kunde wählt Anbieter. Open-Source-Software, vollständig auditierbar. Schweizer Optionen verfügbar (z.B. cloudscale.ch — 100% in Schweizer Besitz)
SOV-4Operationell15%StarkSchweizer 24/7-Betriebsteam, optionaler Switzerland-only Support. Alle Services auf Standard-Kubernetes verfügbar — keine Abhängigkeit von Nicht-Schweizer Anbietern erforderlich
SOV-5Lieferkette20%StarkInfrastruktur-unabhängig: Kunde wählt Anbieter. Open-Source-Software, vollständig auditierbar. Schweizer Optionen verfügbar (z.B. cloudscale.ch — 100% in Schweizer Besitz)
SOV-6Technologie15%Stark100% Open-Source-Stack. Aktiver Contributor: K8up (CNCF Sandbox), Crossplane ProvidersProject SynAPPUiO
SOV-7Sicherheit10%StarkISO 27001, ISAE 3402 Type II (2025), Schweizer SOC. Bedient FINMA-regulierte Kunden
SOV-8Umwelt5%MittelRechenzentrums-Partner wie Cloudscale betreiben Infrastruktur in der Green Datacenter AG (ISO 22301/27001/27701). Exoscale Nachhaltigkeit mit individuellen Umweltberichten pro Kunde. VSHN CSR-Richtlinie

Gesamtbewertung: SEAL-3-Äquivalent: dieselbe Stufe, die von den drei stärksten Anbietern in der EU-Ausschreibung erreicht wurde. Kein Anbieter hat SEAL-4 erreicht.

Warum nicht SEAL-4?

SEAL-4 („Full Sovereignty“) erfordert vollständige EU/EWR-Kontrolle ohne jegliche Nicht-EU-Abhängigkeiten. Kein Anbieter hat diese Stufe erreicht, nicht einmal bei der 180-Millionen-Euro-Beschaffung der EU. Die Lücken sind struktureller Natur, nicht anbieterspezifisch:

  • Die Schweiz ist nicht EU-/EWR-Mitglied, nimmt aber über bilaterale Abkommen am Binnenmarkt teil, ist Schengen-assoziiert und verfügt über einen EU-Angemessenheitsbeschluss zum Datenschutz. Die Lücke ist formeller, nicht inhaltlicher Natur.
  • Hardware-Lieferketten sind global: Halbleiter, Netzwerkausrüstung und Speichermedien werden in Asien und den USA hergestellt. Das gilt für jeden Cloud-Anbieter, einschliesslich der SEAL-3-Gewinner.
  • Open-Source-Stiftungen haben ihren Sitz in den USA: Linux Foundation, CNCF und Apache Foundation sind US-Organisationen. Open-Source-Lizenzen mildern dieses Risiko (der Code ist forkbar und auditierbar), aber eine strikte Interpretation der SEAL-4 könnte dies als Mängel betrachten.

VSHN operiert am praktischen Maximum. Die verbleibenden Lücken zu SEAL-4 teilt VSHN mit allen Cloud-Anbietern weltweit.

Souveränität ist eine Brücke, kein Bunker

Es liegt nahe, Souveränität als Verteidigungsübung zu betrachten: Daten schützen, ausländisches Recht vermeiden, Compliance-Häkchen setzen. Aber das greift zu kurz.

Wie Stefan van Oirschot argumentiert, sollte Infrastruktur eine Brücke sein, die Agilität ermöglicht, und kein Bunker, der einschränkt. Der Unterschied ist entscheidend: Organisationen auf proprietären Plattformen bitten ihren Anbieter um Erlaubnis, um zu innovieren. Organisationen auf souveräner Open-Source-Infrastruktur erteilen sich diese Erlaubnis selbst.

Die unsichtbaren Kosten des Lock-ins: Proprietäre Plattformen tragen zwei versteckte Kosten, die auf keiner Rechnung erscheinen. Erstens: Implementierungsschulden: Die Migration funktionierender Lösungen auf das proprietäre Framework eines Anbieters verbrennt Kapital und frustriert Ingenieure. Zweitens: Compliance-Reset: Regulierungen wie DORA und NIS2 verlangen zunehmend glaubwürdige Ausstiegsstrategien. Eine Infrastruktur, die nicht migriert werden kann, birgt ein Audit-Risiko, das van Oirschot „Regulatory Deadlock“ nennt.

Die Souveränitätsdividende: Open-Source-Infrastruktur wie Linux, Kubernetes, PostgreSQL, OpenBao und Crossplane überträgt das Eigentum von Anbietern auf die nutzenden Organisationen. Anbieter werden zu Partnern, nicht zu Vermietern. Wenn Ihre Infrastruktur auf Standards statt auf einer gemieteten Plattform aufbaut, können Sie Anbieter wechseln, Clouds hinzufügen oder neue Technologien einsetzen, ohne von Grund auf neu aufzubauen.

KI-Bereitschaft erfordert souveräne Infrastruktur: Die nächste Welle der Unternehmenstechnologie, agentische KI, RAG-Pipelines und private LLM-Inferenz erfordert eine Infrastruktur, die Sie kontrollieren. KI-Workloads auf einer Plattform zu betreiben, bei der ein ausländischer Anbieter die Schlüssel zu Ihren Daten, Ihren Modellen und Ihrer Rechenleistung hält, ist das Gegenteil von Selbstbestimmung. Souveräne Infrastruktur ist die Voraussetzung für souveräne KI. Deshalb betreibt VSHN Managed LLM-Inferenz auf der Kundeninfrastruktur, damit Organisationen beim Einsatz von KI die Kontrolle über ihre Daten und Modelle behalten.

Das EU-Framework bewertet acht technische Dimensionen. Aber die strategische Frage ist einfacher: Lässt Ihre Infrastruktur Sie schneller vorankommen, oder bremst sie Sie aus?

Fazit

Das EU Cloud Sovereignty Framework bestätigt, was VSHN in den letzten zehn Jahren aufgebaut hat: Souveräner Cloud-Betrieb beschränkt sich nicht darauf, wo Daten gespeichert werden. Er erfordert europäisches Eigentum, unabhängige Betriebsfähigkeit, Open-Source-Technologie, transparente Lieferketten und jurisdiktionalen Schutz vor ausländischem Recht.

Souveränität ist kein Kostenfaktor; sie ist das Fundament für Agilität, Compliance und KI-Bereitschaft. Organisationen, die sie als Pflichtübung behandeln, müssen ihren Anbieter um Erlaubnis bitten. Organisationen, die auf souveräner Infrastruktur aufbauen, liefern bereits.

Für Schweizer Organisationen, die Cloud-Anbieter evaluieren, lautet die Frage nicht mehr „Hosten Sie in der Schweiz?“, sondern „Wie schneiden Sie in allen acht Souveränitätsdimensionen ab und ermöglicht oder begrenzt Ihre Infrastruktur Ihre nächsten Schritte?“

Produktspezifische Souveränitätsbewertungen finden Sie unter GitLabKeycloakOpenShiftOpenBao sowie in unserem vollständigen Servicekatalog.

Quellen:

Aarno Aukia

Aarno ist Mitgründer der VSHN AG und als CTO für die technische Begeisterung zuständig.

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Allgemein Event Kubernetes Sovereignty

KubeCon Europe 2026 Recap – Souveränität, AI Agents und eine starke Community

26. März 2026

Die KubeCon + CloudNativeCon Europe 2026 in Amsterdam geht zu Ende – und hat einmal mehr gezeigt, warum dieses Event das Herz der Cloud-Native-Community ist.

Eine Woche voller Gespräche, Ideen und gemeinsamer Dynamik.

Eine klare Richtung: Souveränität und „Agentic“ AI

Zwei Themen waren dieses Jahr überall präsent.

Erstens: digitale Souveränität.
Nicht mehr als Buzzword, sondern als konkretes Ziel. In Talks und Gesprächen wurde deutlich, dass Organisationen aktiv daran arbeiten, unabhängige und resiliente Plattformen aufzubauen – basierend auf offenen Standards und offenen Ökosystemen.

Zweitens: AI – insbesondere „agentische“ Systeme.
Der Fokus hat sich klar verschoben: weg vom Experimentieren, hin zur konkreten Anwendung. Die Frage ist nicht mehr ob, sondern wie AI in Plattformen integriert wird.

K8up: Grosses Interesse und Maintainer gesucht

Ein echtes Highlight für uns war das grosse Interesse an K8up.

Am K8up-Kiosk im Project Pavilion hatten wir viele spannende Gespräche mit Nutzerinnen, Nutzern und potenziellen Contributor:innen.

Es wurde klar:
👉 Der Bedarf an einfachen, zuverlässigen Backup-Lösungen für Kubernetes wächst
👉 Die Community rund um K8up ist sehr engagiert
👉 Es gibt echtes Momentum, das Projekt gemeinsam weiterzuentwickeln

Gleichzeitig suchen wir aktiv Maintainer und Contributor, die K8up mitgestalten wollen.

Wenn du Lust hast, dich einzubringen, schau hier vorbei:
https://github.com/k8up-io/k8up/issues/1187

Lightning Talk: Aarno auf der Bühne

Ein besonderer Moment war der Lightning Talk von Aarno Aukia zu K8up.

Kurz, prägnant und auf den Punkt – und danach mit vielen guten Gesprächen.

(Und ja – ganz im Kubernetes-Stil wurde während eines Talks sogar ein NGINX Ingress live archiviert. Cloud Native bleibt spannend.)

Servala: Vom Konzept zum konkreten Interesse

Auch Servala – Sovereign App Store war ein grosses Thema während der Woche, nicht nur wegen den Goodie Bags für die KubeTrain Teilnehmer:

Was besonders auffiel: das gestiegene Verständnis und Interesse.

Die Gespräche haben sich klar weiterentwickelt:

  • Von „Was ist Servala?“
  • Zu „Wie können wir teilnehmen?“

Das zeigt einen klaren Trend in der Branche – hin zu Ökosystemen statt isolierten Plattformen und zu konkreten Umsetzungen von Souveränität.

Die Schweiz mit grossem Impact an der KubeCon

Was dieses Jahr besonders aufgefallen ist: Die Schweiz hat im Cloud-Native-Ökosystem einen überproportional grossen Einfluss.

Trotz ihrer Grösse stammen 3 von 48 CNCF-Projekten an der KubeCon aus der Schweiz – also rund 6%.
Dazu gehören Projekte wie Harbor, K8up und Capsule, die aktiv zur Weiterentwicklung des Ökosystems beitragen.

Und das ist nur ein Teil der Geschichte.

Wenn man grosse Beiträge wie Cilium mit einbezieht, wird der Einfluss der Schweizer Open-Source- und Engineering-Community noch deutlicher.

Doch es geht nicht nur um Projekte.

Die Schweiz war auf vielen Ebenen stark vertreten:

  • Talks und Lightning Talks
  • Maintainer und Contributors
  • Aktive Beteiligung an Diskussionen
  • Starke Präsenz an Side Events und in der Community

Diese Kombination aus technischer Exzellenz, offener Zusammenarbeit und aktiver Community macht die Schweizer Cloud-Native-Szene besonders.

Clément Nussbaumer – PostFinance

Ein perfektes Beispiel dafür, was diese Community ausmacht:
Offen, kollaborativ und mit viel Engagement dabei.

Denn am Ende entstehen die besten Gespräche oft ausserhalb der offiziellen Sessions.

Der KubeCon Swiss Apéro – Community in Bestform

Ein weiteres Highlight war der KubeCon Swiss Apéro organisiert von Rocket Engineers.

Rund 130 Leute aus der Schweizer Cloud-Native-Community kamen in Amsterdam zusammen.

Mehr als nur Talks

Neben dem offiziellen Programm gab es auch dieses Jahr wieder viele Side-Events und Community-Momente:

  • KubeTrain
  • KubeCon Swiss Apéro
  • Events von Upbound, Isovalent und vielen mehr
  • Unzählige spontane Treffen und Diskussionen

Genau dort entstehen oft die besten Ideen und neuen Kollaborationen.

Unsere wichtigsten Learnings

Die KubeCon Europe 2026 hat einige klare Trends bestätigt:

  • Souveränität wird konkret und umsetzbar
  • AI entwickelt sich in Richtung echter Plattform-Use-Cases
  • Offene Ökosysteme ersetzen isolierte Lösungen
  • Community bleibt der zentrale Treiber

Und vielleicht am wichtigsten:

👉 Die besten Ideen entstehen nicht allein – sondern gemeinsam

Danke, Amsterdam

Ein grosses Dankeschön an alle, die wir diese Woche treffen durften – Partner, Kunden, Contributor und die gesamte Cloud-Native-Community.

Wir nehmen viele neue Impulse, Kontakte und Ideen mit nach Hause.

Bis zum nächsten Jahr in Barcelona!

Markus Speth

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Servala Sovereignty

Recap Servala Ecosystem Day 2025 – Sovereignty in Action

2. Dez. 2025

Servala Ecosystem Day – Sovereignty in Action

Gestern fand der erste Servala Ecosystem Day im VSHNtower in Zürich statt – ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zu souveränen Cloud-Lösungen in Europa. Was vor zwei Jahren als Idee begann, wurde jetzt greifbar und gemeinsam weiterentwickelt.

Wir durften 42 Teilnehmerinnen und Teilnehmer begrüssen – Cloud Provider, Softwareanbieter und Beratungspartner – alle mit derselben Überzeugung: Digitale Souveränität ist wichtig, und wir können sie nur gemeinsam aufbauen.

Servala entwickelt sich zu Servala – The Sovereign App Store – und damit zu einem wachsenden Ökosystem, nicht nur zu einem Produkt.

Das Programm

  • Servala Vision
  • Ecosystem Vorstellungsrunde
  • Co-Creation Workshops
  • Glühwein Networking auf dem Rooftop

Im Workshop wurden Rollen, Erwartungen, Standards und gemeinsame Prioritäten definiert. Ein starkes Ergebnis: die ersten SIGs haben sich bereits während des Events gebildet.

Zentrale Erkenntnisse des Ecosystem Days

  • Souveränität muss vereinfachen, nicht verkomplizieren
  • Interoperabilität braucht gemeinsame Standards und Governance
  • Zusammenarbeit beschleunigt die Umsetzung

Nächste Schritte

  • Ergebnisse zusammenfassen
  • SIGs starten und begleiten
  • weitere Ecosystem Sessions planen

Vielen Dank an alle, die dabei waren und aktiv mitgestaltet haben. Die Energie war spürbar – und wir stehen erst am Anfang.

Lies den ausführlichen Blog Post auf Servala.com.

Markus Speth

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Allgemein Event Sovereignty

DINAcon 2025: Souveränität braucht Zusammenarbeit, Mut und echte Offenheit

21. Nov. 2025

Die DINAcon 2025 fand am Dienstag, dem 18. November im Kongresszentrum Kreuz in Bern statt und VSHN war mittendrin. Tobias Brunner war als Panelist eingeladen, gemeinsam mit Henry Poole, Nina Müller von Nextcloud und Rahel Estermann über digitale Souveränität zu diskutieren. Das Thema war klar: Wir sind auf dem richtigen Weg, aber noch längst nicht am Ziel.

Und die Stimmung? Eine Mischung aus Neugier, Realismus und Aufbruch.

AI ist überall. Souverän ist sie noch nicht.

Ein übergreifendes Thema der Konferenz war Artificial Intelligence. Fast jede Session, jeder Austausch und viele Pausengespräche drehten sich darum. Die Erkenntnis: AI ist längst Realität, aber noch nicht souverän.

Ein Highlight war die Demo von MeLODy – Der intelligente Linked Open Data Chatbot , entwickelt für die Verwaltung der Stadt Zürich und des Kantons St. Gallen. Hier wird AI nicht nur theoretisch diskutiert, sondern bereits eingesetzt. Das macht Mut und zeigt: Wir bewegen uns nicht nur in Visionen, sondern in konkreten Anwendungen.

Die Schweiz hat starke Voraussetzungen: Gesetze, Infrastruktur, Community

Es gibt aber auch gute Nachrichten. Tobias betonte auf dem Panel, dass wir in der Schweiz wichtige Bausteine bereits gelegt haben.

  • EMBAG schafft klare gesetzliche Grundlagen für Open Source in der Verwaltung
  • GPU Kapazitäten für souveräne AI sind verfügbar, zum Beispiel bei Stepping Stone, und auch Anbieter wie Exoscale und Cloudscale bieten AI Compute an
  • Mit Apertus, dem Schweizer LLM, entsteht ein lokales Modell. Es ist noch nicht fertig und auch nicht auf dem Niveau der grossen Foundation Modelle. Aber es ist ein Anfang, öffentlich testbar unter Public AI Inference Utility

Wir haben also die Basis. Jetzt müssen wir gemeinsam darauf aufbauen.

Ökosysteme entstehen. Unternehmen investieren.

Spannend war auch zu sehen, wie viel Bewegung es aktuell im europäischen Tech Umfeld gibt.

  • Die Heinlein Group investiert stark in Open Cloud, einem Fork von ownCloud und direkten Wettbewerber zu Nextcloud, und baut ihre Präsenz mit einer neuen Niederlassung in der Schweiz weiter aus
  • Open Source Kultur zeigte sich nicht nur in Technologie, sondern auch kreativ. Es gab sogar Open Source Musik: Music Album Open Up | Open Source | MD Systems GmbH

Solche Entwicklungen zeigen, dass Open Source längst kein Nice-to-have mehr ist, sondern Standortfaktor.

Panel Insights von Tobias Brunner

Im Panel ging Tobias konkret auf drei Fragen ein.

Was war der schlechteste Einsatz des Begriffs digitale Souveränität?

Tobias begann mit einer klaren Definition von Souveränität, die er in drei Säulen fasst:

  • Vertraulichkeit: Wer hat Zugang zu meinen Daten und unter welcher Rechtsordnung?
  • Verfügbarkeit: Habe ich jederzeit Zugriff oder existiert irgendwo ein technischer oder juristischer Kill Switch?
  • Kontrolle: Bin ich frei, meine Daten mitzunehmen oder bin ich in proprietären Lizenzmodellen, APIs oder undurchsichtigen Betriebsmodellen gefangen?

Viele Anbieter erfüllen heute nur eine oder zwei dieser Säulen, nennen ihre Lösung aber souverän. Leider gibt es heute bereits viele solcher Angebote und es gibt auch bereits einen Begriff dafür: Sovereignty Washing.

Ein Beispiel, das er nannte: Ein Anbieter betreibt Infrastruktur in einem Schweizer Rechenzentrum und wirbt mit Schweizer Standort und Datenportabilität. Trotzdem unterliegt er einem ausländischen Rechtssystem mit extraterritorialem Zugriff. Ergebnis: Die Oberfläche wirkt souverän, der Unterbau ist es nicht. Genau diese Grauzonen machen souveräne digitale Entscheidungen für Organisationen heute schwierig.

Wie kann die Schweiz souverän Teil globaler Softwarelieferketten werden?

Seine Antwort war klar: Nicht indem wir alles alleine machen, sondern indem wir zusammenarbeiten. Tobias betonte, dass die Schweiz historisch immer Wege gefunden hat, Teil globaler Wertschöpfung zu sein, auch wenn die Produktion physisch woanders stattfindet. Für Software gelte das Gleiche. Voraussetzung seien drei Dinge:

  • Offene Standards statt proprietäre Protokolle
  • Open Source Software als gemeinsamer Nenner
  • Gemeinsame Ökosysteme und eine Zusammenarbeit zwischen Cloud Providern, Entwicklern und Betreibern

Hyperscaler predigten seit Jahren, dass Daten zu ihnen gebracht werden müssen. Dies hat heute zu einer gefährlichen Zentralisierung und Ansammlung von Macht geführt. Tobias stellt diese Logik auf den Kopf: Warum nicht die Services zu den Daten bringen?

Diese Überlegung war die Initialzündung für Servala – The Sovereign App Store. Eine offene Plattform, die Cloud Service Provider, Softwareanbieter und Enterprise Clouds vernetzt und dem Kunden echte Wahlfreiheit gibt.

Zum Schluss wurden die Panelisten gefragt, was sie als Handlungsaufforderung an Organisationen und öffentliche Verwaltung formulieren würden.

Tobias schloss mit einem einfachen, aber klaren Appell:

Versteh den Wert souveräner Software Services für dein Geschäft und fang an, sie zu nutzen. Es ist nie zu spät, souverän zu werden.

Fazit

Die DINAcon 2025 hat gezeigt: Wir haben die Kompetenzen, die Community, die Infrastruktur und die gesetzlichen Rahmenbedingungen. Aber wir brauchen mehr Mut und mehr Kooperation, um echte digitale Souveränität zu erreichen.

Nicht nur Marketingworte. Nicht nur Buzzwords. Sondern echte Kontrolle über Daten, Infrastruktur und Wertschöpfung.

Wir bei VSHN bleiben dran. Und wir freuen uns darauf, diese souveräne Zukunft gemeinsam zu bauen.

Wenn du mit uns weiter diskutieren möchtest oder Fragen hast, melde dich gerne! – wir freuen uns auf dich!

Tobias Brunner

Tobias Brunner arbeitet seit über 20 Jahren in der Informatik und seit bald 15 Jahren im Internet Umfeld. Neue Technologien wollen ausprobiert und darüber berichtet werden.

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Allgemein Sovereignty

Sovereignty Washing – Wenn „Sovereign Cloud“ nicht wirklich souverän ist

10. Nov. 2025

In den letzten Monaten ist das Wort Souveränität überall in der Tech-Welt aufgetaucht. Von „Sovereign Clouds“ bis zu „Sovereign AI“ – fast jeder Anbieter bietet etwas an, das nach Sicherheit, Compliance und Unabhängigkeit klingt. Doch wie beim Greenwashing oder AI Washing entsteht gerade ein neues Phänomen – Sovereignty Washing.

Was ist Sovereignty Washing?

Sovereignty Washing passiert, wenn Unternehmen ihre Produkte als souverän vermarkten, ohne den Nutzern tatsächlich Kontrolle, Autonomie oder Unabhängigkeit zu geben.
Oft bedeutet das: Ein Anbieter hostet Daten in einem lokalen Rechenzentrum, hängt ein „.eu“ an seinen Cloud-Namen und erklärt das Thema für erledigt. Doch echte digitale Souveränität ist weit mehr als eine Postleitzahl.

Souveränität ist mehr als der Standort deiner Daten

Ja, der Speicherort deiner Daten ist wichtig. Noch entscheidender ist aber wer die Infrastruktur, den Software-Stack und die Entscheidungsprozesse kontrolliert.

Wenn Control Plane, Abrechnungssysteme oder Support-Teams weiterhin von einem nichteuropäischen Mutterkonzern abhängen, kann selbst eine „lokale“ Cloud gezwungen werden, ausländischem Recht zu folgen – etwa durch den CLOUD Act, extraterritoriale Exportregeln oder kommerzielles Lock-in.

Mit anderen Worten – Souveränität bedeutet, eigene Entscheidungen treffen zu können, nicht nur Daten im gewünschten Land zu speichern.

Beispiele aus der Industrie – Nexperia und Microsoft

Die aktuelle Situation rund um Nexperia, einen niederländischen Chip-Hersteller im Besitz eines chinesischen Unternehmens, zeigt deutlich, dass strategische Autonomie längst kein politisches Schlagwort mehr ist – sondern eine wirtschaftliche Notwendigkeit.
Die Abhängigkeit der deutschen Automobilindustrie von kritischen Halbleitern führt bereits zu Kurzarbeit und Produktionsstopps – ein klares Zeichen, was passiert, wenn ganze Branchen von einzelnen Lieferanten abhängig sind.

Das Gleiche gilt für Software und Cloud-Plattformen: Wenn deine kritischen Systeme nur auf einem Hyperscaler laufen, bist du nicht souverän – egal, wie viele „sovereign“-Labels auf dem Dashboard stehen.

Ein aktueller Fall rund um Microsoft zeigt diese Gefahr auf globaler Ebene. Das Unternehmen sperrte den Zugriff auf Outlook-E-Mail-Konten von Mitarbeitenden des Internationalen Strafgerichtshofs in Den Haag, um US-Sanktionsregeln einzuhalten. Die Entscheidung, von Heise Online berichtet, ist ein Weckruf für die digitale Souveränität Europas – sie zeigt, wie schnell Kontrolle über essentielle Kommunikationsinfrastruktur ausserhalb Europas verloren gehen kann.

Woran du Sovereignty Washing erkennst

Wie kannst du also erkennen, ob ein Anbieter echte Souveränität bietet? Hier sind ein paar Fragen, die du stellen solltest:

  • Kontrolle: Wer betreibt die Plattform und hat Zugriff auf die Control Plane?
  • Rechtliche Unabhängigkeit: Unterliegt der Anbieter vollständig europäischem oder schweizerischem Recht, oder gibt es ausländische Muttergesellschaften?
  • Offene Standards: Kannst du deine Workloads ohne grossen Aufwand zu einem anderen Anbieter migrieren?
  • Transparenz: Ist der Software-Stack Open Source oder überprüfbar, oder hinter proprietären APIs versteckt?
  • Interoperabilität: Lässt sich die Lösung mit anderen Clouds und Anbietern integrieren, oder entsteht ein weiteres geschlossenes Ökosystem?

Wenn die meisten Antworten „nein“ lauten, hast du es wahrscheinlich mit Sovereignty Washing zu tun.

Aktuelle Analysen wie das DNIP Briefing #48 – Dokumentierte Überwachung beschreiben dieses Problem sehr treffend. Besonders der Abschnitt „Cloud ohne Souveränität“ zeigt, wie Anbieter ohne vollständige rechtliche Kontrolle ihre Nutzer Risiken wie Überwachung und Abhängigkeit aussetzen – und dass technische Souveränität ohne rechtliche und operative Unabhängigkeit bedeutungslos bleibt.

Warum echte Souveränität wichtig ist

Für Regierungen, öffentliche Institutionen und regulierte Branchen bedeutet digitale Souveränität langfristige Unabhängigkeit statt kurzfristiger Bequemlichkeit.
Sie sichert Kontinuität, Resilienz und die Freiheit, Innovationen voranzutreiben, ohne an die Roadmap eines einzelnen Anbieters gebunden zu sein.

Bei VSHN verstehen wir Souveränität nicht als Abschottung, sondern als Zusammenarbeit in offenen Ökosystemen – in denen europäische Cloud-Anbieter, Softwarehersteller und Unternehmen gemeinsam auf offenen Standards und Interoperabilität aufbauen.

Das ist die Vision hinter Servala – dem Sovereign App Store, der Anbieter und Partner verbindet und sicherstellt, dass Services auf jeder Cloud oder on-premise betrieben werden können – ganz ohne Lock-in.

Denn echte Souveränität bedeutet – Wahlfreiheit, Transparenz und Vertrauen.

📬 Neugierig, wie Souveränität in der Praxis funktioniert?
Dann komm zum Servala Ecosystem Day am 1. Dezember in Zürich und gestalte die Zukunft offener, souveräner Cloud-Services mit.

📖 Möchtest du mehr erfahren?
Schau dir das White Paper zu Sovereignty Washing von ZenDis an – mit weiteren spannenden Einblicken in echte digitale Souveränität.

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Allgemein Event Sovereignty

Der Weg zur digitalen Souveränität – Kickoff-Event des Netzwerk SDS in Bern

28. Aug. 2025

Heute, am 28. August 2025, fand an der Berner Fachhochschule die Kickoff-Veranstaltung des Netzwerks SDS – Souveräne Digitale Schweiz statt. Zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Verwaltung und Forschung gaben spannende Einblicke in aktuelle Projekte, Herausforderungen und Visionen auf dem Weg zu mehr digitaler Souveränität in der Schweiz. Auch unser Kollege Tobias Brunner war vor Ort und berichtete von einem inspirierenden Vormittag.

Politische und strategische Perspektiven

Nach der Begrüssung durch Matthias Stürmer und Pascal Stöckli vom Institut Public Sector Transformation (IPST) stellte Nationalrat Gerhard Andrey die politische Dimension der digitalen Souveränität vor. Deutlich wurde: Die Forderung nach Unabhängigkeit, Transparenz und Kontrolle über digitale Infrastrukturen ist breit abgestützt und gewinnt an Dringlichkeit.

Im Anschluss folgten Impulse aus dem Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartement (EJPD) durch Matthias Schmutz sowie von der Datenschutzbeauftragten des Kantons Zürich, Dominika Blonski, die die die Wichtigkeit von Governance und Sicherheitsarchitektur unterstrichen. Valentina Sulmoni vom Bundesamt für Cybersicherheit (BACS) zeigte auf, welchen Beitrag die Nationale Cyberstrategie zur Stärkung der digitalen Souveränität leistet.

Praxisbeispiele aus Bund und Städten

Besonders spannend waren auch die Einblicke in konkrete Umsetzungen:

  • Erica Dubach Spiegler von der Bundeskanzlei präsentierte den Proof-of-Concept «Büroautomation mit Open-Source-Software» (BOSS), der auf Open-Source-Bürosoftware setzt.
  • Werner Kipfer von der Stadt Zürich (OIZ) zeigte, wie die Verwaltung Open-Source-Lösungen evaluiert und pilotiert, um langfristig unabhängiger von proprietären Systemen zu werden.

Internationale Impulse aus Deutschland

Ein Highlight war der Besuch des deutschen Zentrums für Digitale Souveränität (ZenDiS). Geschäftsführer Alexander Pockrandt, Pamela Krosta-Hartl und Leonhard Kugler stellten die Schlüssellösungen openDesk und openCode vor. Dabei ging es nicht nur um Software, sondern auch um die Stärkung von Open-Source-Communities und grenzüberschreitende Zusammenarbeit in Europa.

Vernetzung und Austausch

Die Veranstaltung endete mit einer Diskussionsrunde und einem Stehlunch – eine wertvolle Gelegenheit für die Teilnehmenden, Fragen zu stellen und neue Kontakte zu knüpfen. Tobias berichtete von einer inspirierenden Atmosphäre und einem klaren Signal: Digitale Souveränität ist in der Schweiz auf dem Weg von der Vision zur konkreten Umsetzung.

Offizieller Rückblick des Netzwerks SDS

Das Netzwerk SDS selbst zieht ein sehr positives Fazit: Über 200 Teilnehmende haben den Kickoff-Event in Bern und online verfolgt. Ein wichtiges Ergebnis war die Unterzeichnung eines Letter of Intent zwischen dem Institut Public Sector Transformation (IPST) der Berner Fachhochschule und dem deutschen ZenDiS. Gemeinsam wollen die beiden Institutionen in Zukunft beim openDesk-Angebot, beim OSS Directory und beim geplanten Souveränitätscheck eng kooperieren.

Alle Präsentationen, die Aufzeichnung und weitere Medienberichte sind öffentlich zugänglich. Den ausführlichen Rückblick findest du hier: 👉 Rückblick Kickoff-Event des Netzwerk SDS

Was bedeutet SDS?

Nachfolgend die offizielle Definition des Netzwerk SDS – Souveräne Digitale Schweiz: «Digitale Souveränität eines Staates oder einer Organisation umfasst zwingend die vollständige Kontrolle über gespeicherte und verarbeitete Daten sowie die unabhängige Entscheidung darüber, wer darauf zugreifen darf. Sie umfasst weiterhin die Fähigkeit, technologische Komponenten und Systeme eigenständig zu entwickeln, zu verändern, zu kontrollieren und durch andere Komponenten zu ergänzen.»

VSHN und Servala – The Sovereign App Store

Für VSHN ist digitale Souveränität seit Jahren ein Kernthema. Mit Servala, unserem Sovereign App Store, bieten wir eine Plattform, auf der Unternehmen und Verwaltungen Dutzende von Open-Source-Services sofort und sicher als Managed Service beziehen können – mit voller Kontrolle über Daten, Infrastruktur und Compliance. Servala verbindet die Prinzipien der digitalen Souveränität mit der Flexibilität moderner Cloud- und DevOps-Technologien und macht Open Source einfach nutzbar.

👉 Mehr über Servala erfährst du hier: www.servala.com

Markus Speth

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Allgemein Presse Sovereignty

VSHN tritt dem Netzwerk „Souveräne Digitale Schweiz (SDS)“ bei

17. Juli 2025

Netzwerk SDS – Das Netzwerk für eine souveräne digitale Schweiz

Zürich, 17. Juli 2025 – VSHN ist ab sofort Mitglied im Netzwerk SDS – Souveräne Digitale Schweiz. Als Unternehmen, das sich seit seiner Gründung konsequent für Offenheit, Transparenz und digitale Selbstbestimmung einsetzt, freuen wir uns, dieses Engagement nun auch im Rahmen des SDS-Netzwerks gemeinsam mit anderen Akteuren weiterzuführen.

Digitale Souveränität bedeutet für uns: die Freiheit, selbst zu entscheiden, wo Daten liegen, wie Software betrieben wird und welche Technologien zum Einsatz kommen – ohne Lock-in, ohne Abhängigkeit von proprietären Strukturen. Dafür braucht es offene Standards, interoperable Systeme und ein starkes Ökosystem, das Vertrauen schafft. Genau diese Werte bilden das Fundament unserer Produkte und Projekte:

  • Servala, unser offener Cloud-Native Service-Hub,
  • APPUiO, die führende Container-Plattform aus der Schweiz,
  • sowie unsere Open Source-Projekte K8up (Backup Operator für Kubernetes) und Project Syn (Automatisierung für DevOps-Teams).

Die Mitgliedschaft im SDS-Netzwerk ist für uns ein logischer Schritt. Denn die Herausforderungen der digitalen Souveränität lassen sich nicht im Alleingang bewältigen – sie erfordern Zusammenarbeit auf Augenhöhe zwischen Wirtschaft, öffentlicher Hand, Forschung und Zivilgesellschaft. Das Netzwerk SDS bietet hierfür eine starke Plattform, um Ideen auszutauschen, Lösungen gemeinsam voranzutreiben und unabhängige Alternativen zu fördern.

Als VSHN setzen wir auf Open Source, weil wir davon überzeugt sind, dass Offenheit die Grundlage für Vertrauen, Innovation und langfristige Unabhängigkeit ist. Mit unserem Beitrag im Netzwerk möchten wir aktiv mitgestalten, wie eine souveräne, zukunftsfähige digitale Schweiz aussehen kann – pragmatisch, offen und verantwortungsvoll.

📬 Mehr zum Netzwerk SDS: https://netzwerksds.ch

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